10.11. heute fuhren wir um 7.30 Uhr los, da wir wieder eine Grenze vor uns hatten und in einem Blog gelesen haben, daß Leute 4 Stunden für diesen Grenzübertritt gebraucht haben. Nun ja, bei uns dauerte es nicht ganz so lange...

Die Fahrt zur Grenzstadt Sixaola dauerte ca. 1 Stunde, dies war problemlos. Vor der Grenze mußten wir in irgendeinem Laden erst einmal  eine Ausreisegebühr von $ 8,- pro Person zahlen, hier konnten wir dann auch unser Restgeld in Dollars wechseln (neben dem Balboa ein gesetzliches Zahlungsmittel in Panama). Danach fuhren wir über ein kleine Brücke zum Zoll, wo wir die Ausreise für Costa Rica sowohl für uns als auch den Bus regelten. Weiter ging es über eine schwankende Brücke nach Panama hinüber, wo wir erst einmal durch die Desinfektionsanlage fuhren, da wir kein Kassenhäuschen gesehen haben, fuhren wir weiter. Bei der Immigration wollten sie von uns ein Rückflugticket sehen, daraufhin habe ich ihnen erklärt, daß wir mit unserem eigenen Auto reisen. Daraufhin wollten sie den Beleg für die Zahlung der Desinfektion sehen, diese hatten wir natürlich nicht. Also machten wir uns erst einmal auf den Weg zur Zahlstelle, die wir nur mit Hilfe eines Einheimischen gefunden haben. Der Angestellte hatte sich hinter seinem geschlossen Schalter versteckt, nach dem Weckruf des Einheimischen öffnete er sein "Büro", wir durften $ 3,- zahlen und sind dann mit dem Zahlbeleg wieder zur Immigration gelaufen. Dort erbarmte man sich dann, uns einen Einreisestempel in den Paß zu verpassen. Danach mußten wir die Versicherung für das Auto abschließen. Das Bürochen befand sich praktischerweise direkt neben der Zollstelle. Die Dame hinter ihrem Schreibtisch war nicht sehr erfreut, uns zu sehen, denn sie mußte ihr Handy bei Seite legen. Ärgerlich, Kundschaft !! Sie brauchte einige Zeit, um die Daten für die Police in ihrem System zu erfassen. Jürgen, der neben ihr saß, meinte, das sieht wohl ganz gut aus. An der Stelle mußten wir aufpassen, daß alle Angaben wie Motornr., Fahrgestellnr. etc. richtig eingetragen wurden, da die Verschiffung von Panama nach Kolumbien vor der Tür steht und somit alle Informationen korrekt sein müssen. Sie druckte die Police aus und prompt fielen uns 2 Fehler auf, die korrigiert werden mußten. Daraufhin erklärte sie uns, daß sie dies im System nicht mehr ändern könnte, da auf Grund des heutigen Feiertages im Hauptsitz die Daten auch nicht geändert werden könnten. So druckte sie uns noch eine 2. Seite aus, auf der die Änderungen vermerkt waren. Hoffen wir, daß dies reicht. Wir diskutierten noch eine Weile mit ihr, sie meinte nur, sie könnte die Police zerreißen und wir könnten uns eine andere Versicherung suchen. Na toll. Also nahmen wir dies zähneknirschend hin. 

Mit den Unterlagen der Versicherung gingen wir für die Einfuhr des Busses zum Zoll. Dort schrieben sie die Angaben, die in der Police standen, ab. Natürlich auch mit den Fehlern, obwohl wir sie darauf hingewiesen haben, daß sie die Korrekturen von Seite 2 berücksichtigen müßten. Nun ja, auch dies stieß auf  taube Ohren, so daß das Formular falsch ausgefüllt wurde.  So mußten sie halt das Formular neu ausstellen und dies hat dann irgendwann geklappt. Nach 2 3/4 Stunden hatten wir es geschafft !!

Auf rumpeligen, recht schlechten Straßen fuhren wir bei regenerischem Wetter nach Almirante, wo wir unseren Bus auf einem bewachten Parkplatz abstellten. Von hier waren es nur ein paar Meter zum Bootssteg, wo die Boote in Richtung Bocas del Toro fuhren. Wir fuhren erst zur Hauptinsel Colon, um dann mit einem weiteren Boot zur nächsten Insel Bastimentos zu fahren. Dort hatten wir Glück, daß wir in der deutschen Pension Tio Tom noch ein Zimmer für $ 30,- pro Nacht bekommen haben. Abends aßen wir Pizza, da alle anderen Restaurants geschlossen waren. 

11.11. auf der Insel konnte man alles nur bar zahlen und einen Geldautomaten gab es dort nicht. Da wir nicht ganz so viel Bargeld dabei hatten, mußten wir unsere Reserven immer im Blick behalten. Trotzdem leisteten wir uns das Frühstück im Hostal, danach gingen wir 1/2 Stunde zum Strand. Erst gingen wir den Hauptweg der Insel entlang, bevor dieser den Berg hoch abzweigte, es folgte ein teils sehr schlammiger Weg über Wurzeln, bergauf und bergab. Mit meinem Talent bin ich natürlich mit meinem Sandalen voll in der Matsche gelandet, so war es dann doch eine recht rutschige Angelegenheit. Irgendwann erreichten wir den Strand Wizzard, der fast menschenleer war. Auf Grund der starken Strömung und der hohen Wellen gingen wir nicht allzuweit in das Wasser. Zum Glück fanden wir dort ein schattiges Plätzchen, als dann gegen Mittag der Himmel von blau zu teilweise dunkelgrau wechselte, machten wir uns doch lieber auf den Rückweg. Möchte nicht wissen, wie matschig der Weg nach einem starken Regenguss ist. So kamen wir trockenen Fußes im Hostal an, wo wir uns in die Hängematten direkt am Wasser lümmelten. Hier ließ es sich aushalten. Am Nachmittag haben wir dann nur noch die Seele baumeln lassen. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit der Besitzerin der Tauchschule, Ginette, die einem das Tauchen recht anschaulich schilderte. Es gibt hier wohl in der Gegend auch recht interessante Tauchgebiete. U.a. erzählte sie, daß sie Vegetarierin ist und uns ein veganes Restaurant empfehlen kann, Coco Hill, das von einem australischen/ukrainischem Paar betrieben wird. Alles, was sie anbieten, haben sie im eigenen Garten angebaut oder es von Nachbarn hinzugekauft. Gut, Jürgen war nicht besonders begeistert, kein Fisch oder Fleisch !!!, aber schön, er kam dann mit. Es ging mal wieder den Berg hinauf, der Weg wurde immer feuchter und schlammiger, vor der Dämmerung kamen wir oben an und konnten den Blick hinunter auf die Karibik genießen. Was erwartet einen denn in solch einem Lokal? 

Ein Bier zu Anfang, ok, ganz normal. Dann gab es frittierte Zwiebelringe mit einem sehr leckeren Dip, die Hauptspeise sagte uns allerdings nicht ganz so zu. Kichererbsengemüse mit diversen Blättern/Kräutern, Reis und ein guter Salat dazu. Als Nachspeise gab es Kokos-/Bananeneis. Das Menü kostete $ 15,-. Wir beschlossen, daß dies nicht unsere bevorzugte Nahrungsaufnahme wird. An unserem Tisch saß noch ein Paar (Veganer) aus unserem Hotel, mit denen wir uns bereits gestern Abend nett unterhalten haben. Sie machen 3 Wochen Urlaub in Panama. Zwischen 2 Regengüssen stolperten wir den teils glitischigen dunklen Weg zurück zum Hotel, zum Glück hat man ja heutzutage eine Taschenlampe immer mit dem Handy dabei. Wir kauften uns noch 2 Büchsen Bier im Asialaden (ja auch hier sind die Läden in asiatischer Hand) und legten uns in die Hängematten.... bis uns der Regen, der über uns hinwefegte, vertrieb. 

12.11. unser Geld war so gut wie ausgegeben, zum Glück hatten wir die $ 10,- für die Rückfahrt zurückgelegt. Es regnete in Strömen und wir gaben unseren Plan auf, noch eine weitere Nacht auf der Hauptinsel zu verbringen. Bei Regen macht das Strandleben wenig Spaß. Zum Glück hatte ich einen Schirm dabei, der uns aufgespannt auf dem Boot vor dem schlimmsten Naß schützte. Das 2.Boot war zwar an den Seiten mit Planen geschlossen, trotzdem kam an einer Seite immer wieder ein Schwall Wasser ins Boot, zum Glück saßen wir nicht auf der nassen Seite. Gepäck in den Bus und weiter ging die Fahrt in die Berge, nach Boquete, das vor allem berühmt für den Kaffee, die Orchideen und die Erdbeeren ist, die in dem milden Höhenklima von ca. 1200 m Höhe angebaut werden. Auf Grund der Lage und des guten Klimas wird der recht verschlafene Ort von immer mehr europäischen und US-Bürgern als Altersruhesitz auserkoren. Die Straße hierhin war kurvig und mit Schlaglöchern gepflastert. Wir hatten uns schon an die guten Straßen in Costa Rica gewöhnt und dann das.... Leider regnete es auch recht heftig, so daß man die schöne grüne Landschaft nicht ganz so toll genießen konnte. Kurz vor Boquete kehrten wir in einer deutschen Bäckerei ein (die tatsächlich geöffnet war) , wo wir leckeren Apfelstrudel gegessen haben. Gegen Nachmittag kamen wir dann an der Pension Topas an, die von dem Deutschen Axel und seiner panamesischen Frau geführt wird. Wir konnten unseren Bus dort im Garten abstellen, das Bad war in unmittelbarer Nähe. Axel wusch gerade eins seiner Oldtimer-Motorräder, trug ein BVB-Käppi, na, da konnte sich Jürgen wunderbar unterhalten. Nachmittags schauten wir uns ein wenig den Ort an und inspizierten den Supermarkt, in dem es doch tatsächlich verpacktes Vollkornbrot !!! gab ... und für Jürgen Schimmelkäse, da war die Welt in Ordnung. Zurück zum Bus und erst einmal eine Vollkornschnitte mit Schinken und Käse gegessen, mmhhh, war das gut. Abends gingen wir um die Ecke zu einem Fischrestaurant, wo es gutes Essen gab. Dort trafen wir aus der Pension ein deutsches Paar, mit dem wir uns gut unterhielten. Sie machten in Panama Urlaub. 

13.11. für heute Morgen hatten wir eine Kaffeetour gebucht, wir sind ja schließlich in einer Kaffeegegend. Um 9 Uhr wurden wir abgeholt und zur Fincas Dos Jefes gefahren.Die 7 Hektar große Farm liegt 1400 Meter hoch, ideal zum Kaffeeanbau. 2003 kaufte ein amerikanisches Paar die verlassene Farm und bauen jetzt 7 Sorten Arabica-Kaffee an. Der Kaffee, der nach dem Mondkalender bearbeitet wird, wird von Hand gelesen, die Beeren werden auf einem Bambus-Trockenbett getrocknet, wobei die Bohnen in den Beeren bleiben, eine schonende Variante. Die Beeren werden bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von 11% getrocknet und ruhen anschließend 3 Monate, bevor sie geschält werden. Die Bohnen werden vor Ort geröstet. Wir durften u.a. bei dem Röstvorgang zuschauen. Bei einer anschließenden Kaffeeverköstigung stellten wir fest, daß der mediumgeröstete Arabica-Kaffee der beste ist. Der Kaffee dieser Farm (Café de la Lunas) wir u.a. in Düsseldorf von der Kaffeerösterei "Vier" vertrieben.  Wir kauften noch ein Päckchen Kaffee-Tee, ein Tee, der aus den getrockneten Schalen der Kaffeebeeren hergestellt wird, auch sehr lecker. 

Den Rest des Tages vertrödelten wir ein wenig, gingen noch durch den Ort und kauften für unseren Tomaten/Avocadosalat ein. 

Abends haben wir ein fantastisches Steak gegessen.

14.11. nach dem Frühstück wollten wir versuchen unser Verdunklungsrollo aus der Schiebetür zu reparieren (es rollt sich nicht mehr automatisch auf), leider ohne Erfolg. So fuhren wir dann nach David, um im Rey Supermarkt einzukaufen, wirklich gut sortiert, so daß wir auch wieder ordentliches Pumpernickel- und Vollkornbrot fanden, Wurst und Käse dazu und das deutsche Frühstück ist gesichert. 

Anschließend ging es zum Strand in Las Lajas. Dort fuhren wir die letzten Kilometer über eine üble Schlaglochpiste zum Campingplatz Las Lajas Beach Cabins, wo wir uns auf den Rasen zwischen 2 Hüttchen mit Stromanschluß hinstellten, die direkt am Strand stehen. Wir hatten eine wunderbare Sicht auf den 12 Kilometer langen dunklen Sandstrand und kein Mensch weit und breit. Nachmittags fing es an zu regnen und hörte auch nicht mehr auf. Leider hatten wir gerade heute beschlossen, selber zu kochen, um unseren restlichen Nudeln und Soße zu verarbeiten. Dummerweise hatten wir auch noch Hackfleisch gekauft, das nun gebraten werden mußte. Zum Glück konnten wir unter dem Vordach einer der Hütten unseren Gaskocher hinstellen und wir flitzten im Regen von Bus zu Hütte, um den ganzen Kram dorthinzubringen. Leider war das Kochen und anschließende Essen eine etwas feuchte Angelegenheit, trotzdem hat es geschmeckt - und der chilenischen Rotwein dazu auch !! Irgendwann wurde uns doch zu naß und wir flüchteten in den Bus. 

 

15.11. morgens wurden wir vom Sonnenschein geweckt. Morgens sprachen wir noch mit einem chinesischen jüngeren Paar, die ebenfalls mit ihrem Auto mit Dachzelt auf der Panamericana unterwegs sind. Sie fuhren morgens weiter und wir starteten unseren 2 stündigen Strandspaziergang. Es gab viel zu entdecken, bunte Muscheln, Pelikane und andere Strandläufervögel, bunte große Krebse und Muscheln. 

Die größte Überraschung war die schwarz/gelbe Schlange (wir nannten sie BVB-Schlange), die wir erst für ein Stück Schlauch hielten, aber nein, der Schlauch bewegte sich. Im Internet habe ich dann gelesen, daß es wohl eine Plättchenseeschlange war, die nur im Wasser zu finden ist und somit wohl an Land geschwemmt wurde. Sehr merkwürdig. Als wir nach unserem Spaziergang vor der Hütte saßen, sahen wir die mehr oder weniger großen Leguane, die sich teilweise in den hohlen Baumstämmen aufhielten und sich zum Sonnen  auf die Stämme legten, u.a. direkt vor unserem Bus.Das Wetter hielt sich heute sehr beständig, als die dunklen Wolken am Nachmittag kamen, beschlossen wir, schon einmal unter der kalten Außendusche zu duschen. Danach wurde es noch einmal richtig sonnig. Dies war die Entschädigung für gestern. 

16.11. bye bye Strand - es geht zum größten besiedelten Vulkankrater der Erde, zur beschaulichen Kleinstadt El Valle de Antón, ein weiterer beliebter Wohnsitz für amerikanische und europäische Rentner. Es ging erst einmal über die Panamericana zum Städtchen Antón, die Strecke war gepflastert von Polizisten, die gut sichtbar am Straßenrand bewaffnet mit Laserpistole und Handy standen. Viele der Polizisten mußten sicherlich wichtige Nachrichten auf ihrem Handy checken, doch einige nahmen die Sache doch ernster und hatten einige Autofahrer aus dem Verkehr gezogen. Wir fuhren natürlich vorschriftsmäßig, nun ja, 90 anstatt 80 km/h. An einer allgemeinen Polizeikontrollen mußten wir die Fahrzeugpapiere vorzeigen, mit diesem komischen deutschen Papier konnten sie sowieso nichts anfangen und wir durften weiterfahren. An der 2. Stelle mußten wir die Einfuhrgenehmigung für das Auto für Panama vorzeigen, alles ok. 

Zwischendurch wurde getankt, für gigantische € 0,71/Liter Super!!  In Natá de los Caballeros haben wir die Kirche aus dem Jahre 1520 besichtigt. Anschließend machten wir ein Picknick auf der Parkbank auf dem angrenzenden Plaza.

Ab Antón wurde die Straße schmal und auf dem ersten Stück sah sie aus wie ein Schweizer Käse... Loch an Loch. Die Gegend jedoch war wunderschön und vom Gipfelkreuz hatten wir einen schönen Blick hinunter in den bewohnten Krater. Unsere Station für heute war DondeJosé, eine Pension, die von einem Andalusier geführt wird. Dort trafen wir noch auf eine Ägypterin und einem Einwohner der San Blas-Inseln, einem "Kuna". Als wir von unserem Stadtrundgang wiederkamen, hatten sie noch Suppe für uns übrig. Wir spendierten noch einen Rum dazu. Wir hatten zusammen noch einen schönen Abend, mit einigen Gläschen guatemaltekischen und panamenischen Rum.

17.11. heute stand zuerst die große Wäsche für den Bus an, am ersten Car Wash am Platze wurde der Bus einigermaßen auf Hochglanz poliert, das wurde auch Zeit und außerdem sollte er einigermaßen sauber in den Container gefahren werden. Die Jungs gaben alles. Dort trafen wir sowohl einen amerikanischen Rentner, der seit 7 Jahren hier lebt und einen Franzosen, der mit seinem Rolls Royce zur Wäsche angerollt kam. Nachdem der Badetag erledigt war, schauten wir uns noch den Wasserfall El Chorro Macho an. Ganz nett. Danach fuhren wir unsere vorletzte Etappe - nach Panama City, im teilweise sintflutartigen Regen wurde unser Bus leider wieder etwas dreckig. Wir überquerten den Panamakanal über die 1654m lange Puente de las Américas, die die Hauptstadt Panama-Stadt mit dem westlichen Teil des Landes verbindet, sehr beeindruckend !! In Panama steuerten wir den Balboa Yachthafen an, wo wir unseren Bus abstellen wollten. Wir hatten in der sonst recht informativen App IOverlander und in diversen Reiseblogs gelesen, daß man hier ebenfalls die Dusche/Bad und das WiFi nutzen kann. Nachdem wir einige Leute dort danach fragten, merkten wir, daß sich die Begeisterung dort für uns in Grenzen hielt. Weiterhin sahen wir die Sanitäranlagen auch nicht und wenn, dann waren sie recht weit von dem Parkplatz an der Straße entfernt. Hinzu kam, daß das Internet im Restaurant auch nicht funktionierte. Wir beschlossen, wir suchen uns ein Hotel in der Stadt. Als wir noch mit der Security diskutierten, sah ich einen Soldaten, der eine Schlange in seiner Hand hielt. Eine Boa !!! Jürgen fragte gleich, ob er sie fotografieren dürfte, klar war auch, daß der Soldat sich nicht fotografieren läßt, so drückte er Jürgen kurzerhand die Schlange in die Hand und ich machte das Foto. Bevor wir zum Hotel fuhren, fuhren wir über den 1,8 km langen Damm von dem wir einen schönen Blick auf die Skyline und die Brücke hatten. Das Hotel Casa Miller ist recht günstig und relativ zentral gelegen. Der Bus paßte auch so gerade in die Tiefgarage hinein. Nachmittags gingen wir noch in die schöne Altstadt von Panama. Wir tranken unser "Feierabendbier" mit Blick auf die Skyline. Dort trafen wir einen Hamburger, der teilweise hier, aber auch in Jamaika wohnt und arbeitet. Im Dunkeln sahen wir uns noch ein wenig die Altstadt an und aßen auf einem Platz vor einer sehr schönen Kirche zu Abend.  

El Valle

Panama-Stadt

18.11. nach einem recht reichhaltigen Frühstück liefen wir wieder die 20 Minuten zum historischen Viertel, dem interessantesten Teil von Panama Stadt. Mit Fotoapparat bewaffnet gingen wir durch die Straßen und bewunderten die teilweise sehr gut restaurierten Häuser, dazwischen befanden sich allerdings auch noch halb verfallene Ruinen, die wohl demnächst auch wieder aufgebaut werden. Die Kirchen sind auch sehr schön, gestern Abend fanden in 2 Kirchen Hochzeiten statt. Ja, hier wird abends um 20 Uhr geheiratet und anschließend gefeiert, die Damen der Hochzeitsgesellschaft im langen Abendkleid, die Herren im Anzug, sehr nett anzuschauen. 

Leider fing es wieder an zu regnen. Irgendwie ist Panama ein Regenloch. Mittags gingen wir in dem Fischmarkt Fisch essen, dies war jedoch recht teuer und nicht besonders gut, am besten kann man dort wohl Ceviche essen. Bei dieser Zubeitungsart wird der rohe Fisch in einem Sud aus Limettensaft, Salz und Chilis mariniert. Chemisch gesehen kommt es aufgrund der Zitronensäure zu einer Denaturierung des Eiweißes, ähnlich wie beim Kochen. Zumindest ist es sehr lecker. Für heute hatten wir erst einmal genug davon, im Regen herumzuspazieren und wir gingen zurück zum Hotel. Als ich noch etwas aus dem Bus holte, stand ein deutsches jüngeres Paar dort und bewunderte den Bus und fragte sich (wie so viele), wie ein Bus mit deutschem Kennzeichen hier hingekommen ist. So kamen wir ins Gespräch und sie waren ganz begeistert. Sie hatten sich im letzten Jahr ein T5 gekauft und wollten erst einmal in Europa herumreisen. Vielleicht werden sie ja auch irgendwann Kandidaten für die Panamericana. 

Von unserem Agenten, der die Verschiffung für uns ein wenig koordiniert, haben wir die Info bekommen, daß er wohl Jemanden gefunden hat, mit dem wir uns einen 40 Fuß-Container teilen können. Dies wird die Kosten natürlich um einiges reduzieren. Doch erst einmal abwarten, ob alles so klappt, wie wir es uns wünschen. Zumal die Konversation mit dem Agenten über Whats App äußerst schleppend läuft, man muß zig Mal nachfragen, aber dies hatten wir bereits in einigen Berichten gelesen. Die Auswahl an Agenten ist sehr gering, also bleibt uns nichts anderes übrig...

 

19.11. um 5 Uhr klingelt heute unser Wecker. Heute müssen wir mit unserem Bus zum Inspektionstermin. Hierzu fahren wir 1/4 Stunde von unserem Hotel in die Slums von Panama Stadt - die finsterste Gegend, die wir bis jetzt hier gesehen haben. Zuvor haben wir die Adresse von unserem Agenten bekommen, so daß wir dank Navi hierhin fanden. Jedoch war uns nicht klar, wo der besagte Parkplatz sein sollte, auf dem die Inspektion stattfinden sollte. So standen wir erst einmal in einer zugemüllten Straßen, in der sich viele dubiose Gestalten aufhielten. An der Ecke standen zum Glück 2 Polizisten, die ich nach dem Parkplatz fragte. Sie erklärten mir etwas, daß ich nicht so richtig verstand. Zum Glück kam zur selben Zeit ein Argentinier angefahren, der ebenfalls zur Inspektion wollte und in Englisch übersetzen konnte. Das hieß, daß wir uns irgendwo auf dem gegenüberliegenden Platz in eine - nicht vorhandene - Schlange von Autos einreihen sollten. Wir fragten uns durch und erfuhren, daß wir irgendwie das 9. Auto seien, also stellten wir uns in dem Chaos irgendwo hin. Um kurz nach 6 Uhr wurde dann ein Tor zu einem umzäunten Platz geöffnet (sah aus wie ein Autofriedhof), wo wir uns dann in richtiger Reihenfolge nebeneinander aufstellen sollten. Die Motorhaube sollte geöffnet werden, da der Motor abkühlen sollte, denn hier wurden heute Motornr. und Fahrgestellnr. mit der vorübergehenden Einfuhrgenehmigung vom Zoll verglichen. Zur Registrierung mußte man mit den erforderlichen Papieren hinter einer Stahltür bei der DIJ-Behörde vorsprechen. Hier bekam man dann offiziell eine Wartenr., die Nr. 9 für uns. Um ca. 7:15 Uhr kam der Inspektor, der uns dann oberlehrerhaft (natürlich nur in Spanisch) einen Vortrag zur Vorgehensweise hielt. Habe sowieso nur ca. die Hälfte verstanden, aber der nette Argentinier hat dann noch parallel übersetzt. Zum Glück fanden wir in der letzten Sekunde noch die Motornr., die auf einem Aufkleber auf der Zahnriemenabdeckung stand. Somit waren wir mit der eigentlichen Inspektion in 10 Minuten fertig - nachdem wir insgesamt 3 Stunden vor Ort waren. Geduld ist eine Tugend - die man hier lernt. Nach einer kleinen Rundfahrt durch diese "reizende" Wohngegend zurück zum Hotel kamen wir sogar noch pünktlich zum Frühstück. Nun hieß es, Zeit totzuschlagen, denn um 14 Uhr hatten wir den nächsten Termin, wir mußten das offizielle Papier bei einer anderen DIJ-Behörde abholen. Diese befand sich gegenüber von der Inspektionsstelle. Dort warteten wir noch einmal 1 1/2 Stunden bis wir das zur Verschiffung benötigte Papier in den Händen hielten (die lange Wartezeit, weil u.a. 2 Mal die falsche Nr. im Formular übertragen wurde), tja auch ein simples Abschreiben von Zahlen muß gelernt sein. Im Hotel ließen wir noch insgesamt 20 Kopien machen, dies dauerte dann auch noch einmal eine geschlagene ganze Stunde. Zeit zum Abendessen, dieses Mal aßen wir eine simple Pizza in der Altstadt, die auch wieder teuer und nicht sehr schmackhaft war. Essen zu gehen in Panama City ist teuer und schlecht. 

20.11. ein Highlight und Muß für jeden Panama-Touristen, Besichtigung der Miraflores-Schleusen des Panamakanals. Für $ 20,- hatten wir den ganzen Tag Programm. Um 9.30 Uhr waren wir vor Ort und gingen gleich zur Aussichtsplattform, von der man einen guten Gesamtüberblick hat. Hier ein paar Fakten zum Panamakanal:

 

Der Panamakanal ist eine künstliche, rund 82 Kilometer lange Wasserstraße, die die Landenge von Panama in Mittelamerika durchschneidet, den Atlantik mit dem Pazifik für die Schifffahrt verbindet und ihr damit die Fahrt um das Kap Hoorn oder durch die Magellanstraße an der Südspitze Südamerikas erspart (die Fahrt wird um ca. 15000 km/3 Wochen Fahrtzeit verkürzt).. Der 1914 eröffnete Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt; etwa 14.300 Schiffe durchfahren ihn pro Jahr. Im Jahr 2016 wurde eine 3. Schleuse für noch größere Schiffe eröffnet.für

Die Gebühr für eine Passage beträgt pro Schiff ca. $ 300.000 - 500.000 und für die größeren Schiffe (neue Schleuse) ca. $ 500.000 - 800.000.

 

 

Als wir morgens um 9.30 Uhr vor Ort waren, wurde ein Plattform Schiff durch den Kanal "geschleust", dies geschieht mittels der beidseitig angebrachten Zahnradbahnen. Je nach Größe des Schiffes schleppen vier bis acht Lokomotiven die Schiffe durch die Schleusen und stabilisieren sie gegen die Strömungen in der Schleusenkammer beim Wasserein- und auslass. Dabei können sie auf bis zu 45 Grad steilen Rampen von einer Schleusenkammer zur nächsten fahren. Es ist schon eine tolle Erfahrung, dies vor Ort zu sehen. Als die Schleusung beendet war, erfuhren wir, daß das nächste Schiff erst um 14 Uhr wieder eintreffen würde. Darauf wollten wir dann doch nicht warten und fuhren durch den teilweise dichten Regenwald entlang des Kanals zum Ort Gamboa, wo wir die nächsten Schiffe haben anfahren sehen. Der ganze Schleusenvorgang (Durchfahrt durch 3 Schleusenanlagen) dauert pro Schiff wohl inkl. Wartezeiten 15 Stunden. Eine Passage muß bis zu einem Jahr im voraus angemeldet werden. Ein ganz schön großer logistischer Aufwand !! Wir machten dann noch eine Mittagspause und sahen die großen Schiffe, die sich der Schleuse näherten. Jetzt wollten wir uns diese Riesenpötte natürlich auch noch anschauen. Also wieder zurück zur Schleuse und mit Glück ließen sie uns mit unserem Ticket nochmals hinein. Ab 14 Uhr ging das Spektakel erst richtig los. Ein Schiff nach dem nächsten kam zur Schleusenanlage gefahren. Die 3 parallel betriebenen Schleusen waren alle besetzt. Teilweise konnten wir insgesamt 6 Schiffe beobachten. Ein tolles Erlebnis, es wurde keine Sekunde langweilig. Gut, um 16.30 Uhr meinten wir, jetzt hätten wir doch genug gesehen und wir reihten uns im Feierabendverkehr ein, es ging zurück zum Hotel. Um die Ecke herum gab es eine Bude, wo wir Hähnchen mit Pommes aßen, dieses Mal für € 6,- zusammen, aber auch  nicht gerade die Delikatesse. 

21.11. langsam gehen wir uns die Ideen aus, was wir uns hier noch anschauen können. Nun gut, das Bankenviertel mit den vielen Hochhäusern könnten wir uns noch anschauen. Gesagt, getan. Wir gingen erst einmal von unserem Hotel die übliche Strecke in Richtung Altstadt, um dann die Uferpromenade, die übrigens sehr schön mit Palmen und vielen anderen Blumen und Sträuchern angelegt ist, entlangzuschlendern. So liefen wir mal wieder etliche Kilometer in der superschwülen, warmen Stadtluft zur Skyline, wo wir uns die Wolkenkratzer von Nahem besahen. U.a. gingen wir in das Hardrock-Hotel, um dort in dem Shop zu stöbern, wir haben jedoch kein schönes T-shirt gefunden. Noch kurz in das Einkaufscenter, wo 30% der Geschäfte leer standen und zurück zur Fischmarkthalle, wo wir dann noch vor dem großen Wolkenbruch unsere Ceviche bestellten. Ein ordentliche Portion, die Ceviche hat wunderbar geschmeckt, endlich mal etwas Gescheites zu Essen. Nachdem der große Regenguß vorbei war, gingen wir zurück zum Hotel, wo wir unsere Reisetasche für den Flug nach Kolumbien packten. Denn morgen werden wir den Bus in Colon in den Container fahren und am Freitag fliegen wir nach Cartagena in Kolumbien, wo wir den Bus, wenn alles gut geht, am Dienstag oder Mittwoch aus dem Zoll bekommen. 

22.11. um 5 Uhr klingelte wieder der Wecker, heute war der große Tag, der Bus sollte in den Container verladen werden. Kurz nach dem Wachwerden prüfte ich meine Nachrichten auf dem Handy und siehe da - Horror - unser Agent schrieb, daß der Manager der Reederei Seaboard unsere Autos nicht akzeptiert, Grund: Gefahrengut. Na, das war ja einmal eine tolle Info !! Wir sollten trotzdem in das 77 km entfernte Colón fahren, um vor Ort zu sehen, was wir nun unternehmen. Also machten wir uns auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt auf einem Supermarktparkplatz. Wir waren um 6.30 Uhr dort und um 7.50 Uhr sollte der Agent Boris kommen. Zwischenzeitlich trudelte unser Containerpartner ein, ein französisches Paar mit einem Dodge-Camper. Wer nicht kam, war Boris.... ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Zum Glück hatten wir auf dem Parkplatz Internet, so daß ich ihm eine Nachricht schrieb. Er antwortete irgendwann, daß er bei der Reederei säße und die Angelegenheit vor Ort klären würde, er wird sich dann wieder melden. Nichts passierte... nach geschlagenen 3 Stunden Warterei erschien er dann endlich. Er schlug einige Optionen vor, Verschiffung mit einer anderen Reederei, Verschiffung zu einem späteren Zeitpunkt etc. uns war es jetzt erst einmal wichtig, daß unser Bus in den Container gefahren wurde, denn wir hatten für morgen Flug und Hotel für Cartagena bereits gebucht. So fuhren wir also mit Boris zum Zoll, wo der Papierkram erledigt wurde, dies ging ausnahmsweise recht schnell. Dann fuhren wir im Konvoi zur Verladestelle. Dort sah es eher nach LKW-Friedhof aus, nach einer - im wahrste Sinne des Wortes - Berg- und Talfahrt über absolut schlechte Wegstrecke sahen wir doch tatsächlich einen blauen Container. Der Bus wurde erst einmal auf einen Abschleppwagen gezogen, bevor dieser dann an den Container heranfuhr. Das letzte Stück mußte Jürgen dann in den Container fahren. Auf beiden Seiten war so wenig Platz, so daß die Türen nicht mehr geöffnet werden konnten, so mußte Jürgen durch den Kofferraum hinausklettern und sich am Auto entlanghangeln, um die Batterie abzuklemmen. Dies ist wirklich nur etwas für sehr schlanke Personen, ein Dicker hätte Pech gehabt. Der Dodge wurde hinter unserem Bus eingeparkt, der paßte auch haargenau in den Container, zumal er noch um einiges höher war. Nun hieß es Container verschließen und mit 2 Plomben versiegeln. Wir hatten uns kurzerhand noch entschlossen, die Gaspatronen, die wir für unseren Gaskocher im Auto hatten, zu entsorgen. Ab 43 Grad besteht laut Anleitung Brandgefahr und im Container kann es bis zu 65 Grad und mehr heiß werden. Dies war uns dann doch zu heikel. 

Jetzt müssen wir morgen abwarten, ob der Container noch an diesem  oder am nächsten Samstag verschifft wird. Wir fuhren dann mit den Franzosen und ihrem Labrador zusammen zurück nach Panama Stadt. Ein aufregender Tag geht zu Ende, morgen geht es weiter....

Viele fragen sich, warum fahren die nicht die 110 km von Panama nach Kolumbien. Tja, hier ist eine Lücke in der sonst durchgängigen Panamericana von Nord- nach Südamerika. Dieser sogenannte Darién-Gap liegt im tiefsten Regenwald, einer bergigen und sumpfigen Gegend, beherrscht von Drogenschmugglern und Paramilitärs, somit im wahrsten Sinne des Wortes ein Sumpf !! Ein Durchfahren mit dem Auto ist somit nicht machbar. Dies freut natürlich die Reedereien, die ein Heidengeld mit der Verschiffung der Autos verdienen. 

 

Wir verlassen Mittelamerika und starten in das nächste Abenteuer Südamerika. Es ist Zeit, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen.

- wir sind seit fast 7 Monaten unterwegs

- bis jetzt fuhren wir 41.290 km

- wir besuchten 10 Länder

- der Bus bekam einen Satz neue Reifen und eine neue Windschutzscheibe

 

weitere Reiseberichte siehe Länder II - Südamerika