26.10. ca. 1 Stunde Fahrt zur Grenze von Honduras, Grenzübertritt nach Honduras dauerte ca. 1 Stunde, danach fuhren wir 3 Stunden durch das schöne grüne Bergland Honduras zur nächsten Grenze nach Nicaragua. Dort wartete eine längere Schlange von LKWs auf die Abfertigung (die wohl teilweise für sie Tage dauert), wir fuhren an den LKWs vorbei. Die Ausreise aus Honduras ging recht schnell, flott hatten wir alle Formalitäten erledigt, dann kam die Grenze von Nicaragua... dort wollten wir uns erst einmal den Einreisestempel für den Paß bei der Immigration abholen. Dort ging es dann los, der "Beamte" fragte und "die Köddel aus de Futt", wie Grund der Einreise, wie lange wir bleiben wollen, wieviel Geld wir dabei haben, Beruf etc., dies vermerkte er alles auf den Kopien unserer Pässe. Nach einer viertelstündigen Befragung ging er zum Vorgesetzten und kam zurück mit der Aussage, daß wir jetzt ein wenig warten müßten, da sie mit der obersten Stelle telefonieren und sich das ok für unsere Einreise einholen müßten. Das würde wohl etwas dauern. Es war 12 Uhr, er ward nicht mehr gesehen und ist sicherlich erst einmal zur Mittagspause gegangen. In der Zwischenzeit wurde unser Auto ein wenig inspiziert, dies war jedoch nur oberflächlich. Die Einfuhr des Autos konnten wir auch noch nicht komplett erledigen, da wir ja unsere Pässe abgegeben hatten. So hieß es, sich in Geduld zu üben. Nach 2 1/2 Stunden kam dann plötzlich ein anderer Beamter auf uns zu und meinte, wir bekämen jetzt die Einreiseerlaubnis. Ich kümmerte mich um die Pässe und die Bezahlung der $ 24,- (ja, hier wird auch in der harten Währung Dollar abgerechnet); Jürgen um die Einfuhr des Autos, was soll ich sagen, nach geschlagenen 2 3/4 Stunden konnten wir doch tatsächlich weiterfahren. Gut, daß wir uns morgens so früh auf den Weg gemacht haben. Gegen Nachmittag kamen wir dann am Somoto Canyon an, wo wir den "Campinplatz" Somoto Canyon Tours ansteuerten, dort angekommen wurden wir auch gleich von Maudiel hereingewunkenen, der uns unseren Platz, wo wir parken könnten, zeigte. Wir hatten diesen Platz aus der App IOverlander herausgesucht, eine gute Quelle für uns, die u.a. Campingplätze und viele andere Informationen für Reisende für alle möglichen Länder anzeigt. Hier war der Platz so beschrieben: schöner ruhig gelegener Platz  mit Rasenfläche, warme Duschen und gute Toiletten. Die Realität, wir standen auf einem Parkplatz vor dem Wohnhaus, wo ca. 10 Familienmitglieder wohnten. Das Plumpsklo erreichte man, indem man über Stock und Stein, zwischen Hühnern, Gänsen und einem leicht aggressiven Truthahn lief. Die Dusche war ein gemauerter Verschlag mit Duschhang davor, das Duschen haben wir dann gleich schon einmal auf einen anderen Tag verlegt. Ein Waschbecken zum Händewaschen gab es dann wieder an anderer Stelle. Das waren bis jetzt die "rustikalsten" Sanitäranlagen. So bekamen wir an diesem Nachmittag noch einen Kaffee und reservierten eine 4stündige Tour durch den Canyon Somoto für den nächsten Morgen. Maudiel akzeptierte zur Bezahlung nur die hiesige Währung Córdoba, so daß wir noch Geld besorgen mußten. Er bot uns an, uns in den 12 Kilometer entfernten Ort Somoto zu fahren, um dort aus dem Geldautomaten Geld zu ziehen. Im Ort selber hatten wir dann auch noch bei seinem Kumpel in einem Hotel Zugriff auf das Internet, weil wir für den kommenden Tag noch ein Hotel in Granada buchen wollten. Wir hatten zwar verstanden, daß er uns dort kostenfrei hinfahren würde, aber dies wurde dann noch später berechnet, Mißverständnis oder....

Abends gab es dann bei seiner Mutter noch Abendessen, wieder einmal Reis, Bohnen und Hähnchen

 

27.10. Nach einer fast schlaflosen Nacht für mich, Jürgen hat wohl besser geschlafen, gab es erst einmal bei Muttern Frühstück. Ich wurde ab 2 Uhr gefühlt jede Stunde von irgendeinem Kikiriki von der "Geflügelfarm" geweckt, dann ging die Alarmanlage eines Autos an und die LKWs brausten auf der nahegelegenen Panamericana vorbei. Um 7.30 Uhr trafen wir Henry, unser Tourguide für die Wanderung. Wir wurden mit Turnschuhen, mit denen wir auch durch das Wasser laufen konnten, und Schwimmwesten ausgestattet. Die Wanderung ging erst an der Straße entlang, dann ging es weiter auf einem vom Regen aufgeweichten Schlammweg, der ziemlich glitschig war. Jürgen fluchte, weil er in dem Schlamm immer wieder die etwas zu großen Schuhe fast verlor und er wollte schon fast wieder umkehren, als die Strecke dann doch trockener wurde. Über Stock und Stein ging es dann hinunter zur Schlucht. Jetzt hieß es, Schwimmwesten anschnallen und ab die Post, wir kletterten teilweise über die Felsen am Canyon entlang, liefen über Felsen durch das Wasser, dem Rio Coco und stürzten uns dann in die Fluten, um durch die Stromschnellen zu schwimmen und uns treiben zu lassen. Landschaftlich war der Canyon sehr schön, wir liefen durch bis zu 180 m steilen Felswänden hindurch. Bis wir zu einer Stromschnelle oder besser gesagt zu einem Wasserfall kamen, der ca. 2 Meter hinunterschoss. Diesen mußten wir jetzt irgendwie bewältigen. 2 Optionen, entweder man sprang aus ca. 5 Meter Höhe in den Strudel hinein, laut Guide völlig ungefährlich oder man seilte sich an dem Wasserfall ab und ließ sich danach treiben. Das Springen war uns nicht geheuer, weil man absolut nicht sah, wo man genau landete, also Option 2. Auch dort wurde man recht schnell gegen die Felswand getrieben, alles ist gut gegangen. Anschließend schwammen wir durch ruhigeres Gewässer durch die Schlucht bis wir an wieder an Land gehen konnten. Dort wartete ein Boot auf uns, mit dem wir ein Stück den Fluß hinunterfuhren. Das letzte Stück gingen wir dann wieder zu Fuß. Eine schöne abenteuerliche Tour, bei schönem Wetter. Anschließend gab es noch Mittagessen und danach fuhren wir los - nach Granada. Auf der Fahrt hat es lange Zeit geschüttet, zum Glück sind die Straßenverhältnisse hier verglichen mit den letzten Ländern richtig gut, die Autofahrer fahren hier auch im Vergleich zu den letzten Wochen sehr langsam. Nach 3 1/2 Stunden kamen wir am Hotel in Granada an. Endlich wieder ein richtiges Badezimmer !!!! Wir gingen noch ein wenig durch den Ort, den wir bereits vor 10 Jahren besuchten und kannten sogar noch einige Ecken wieder. Noch ein kleines Abendessen und 2 Rum (Flor de Cana aus Nicaragua) und dann ab ins Bett. 

28.10. ein gutes Frühstück wurde uns serviert und wir konnten den Rundgang durch Granada zufrieden starten. Die Stadt war uns in guter Erinnerung, auch jetzt hat uns Granada mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten im spanischen Kolonialstil wieder begeistert. Wir schlenderten durch die Straßen mit den vielen bunten Häusern, sahen uns die zahlreichen Kirchen an bis wir an dem Hauptplatz ankamen, wo zahlreiche Pferdekutschen standen und auf Kundschaft warteten. Der Tourismus in Nicaragua ist seit den Aufständen im April bis Juni diesen Jahres um wahrscheinlich 80-90% zurückgegangen. Man sieht nahezu keine Touristen hier, dies war vor 10 Jahren noch anders. So war der Kutscher froh, daß er uns für eine Stunde mit seiner Pferdekutsche die Stadt zeigen konnte. Die Fahrt ging vorbei an den zahlreichen Kirchen zum Lago Nicaragua, zum größten Binnensee Mittelamerikas. Die Tour war interessant und kurzweilig. Nach dem Mittagessen fing es leicht an zu regnen und wir verzogen uns in das Hotel, wo wir die Zeit nutzten, den Blog zu schreiben und Bilder zu sortieren.  

29.10. ich nahm eine kleine Auszeit wegen einer Magen-Darm-Geschichte, am Nachmittag war ich wieder einigermaßen hergestellt, so daß wir auf den Turm der Merced-Kirche kletterten, von dort hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt und den Lago Nicaragua. Um 16.30 Uhr fuhren wir zum Vulkan Masaya, dies dauerte etwas über eine halbe Stunde. Nach einer kurzen Wartezeit (nur 3 Autos waren vor uns - zu früheren Zeiten wartete man hier ca. 1/2 Stunde) konnten wir die letzten 6 Kilometer zum Kraterrand hinauffahren. Wir kamen in der Dämmerung an und hatten - wie angekündigt - einen tollen Blick in den Krater, in den brodelnden Lavasee. Ein unglaubliches Schauspiel. Die Fahrt hierhin hat sich wirklich gelohnt, die Rückfahrt war dann im Dunkeln etwas anstrengender, da man mit allem rechnen mußte, plötzlich vor einem auftauchende unbeleuchtete Mopeds, Fahrradfahrer ohne Licht, Personen auf dem Standstreifen - und dann noch die megagroßen Schlaglöcher. Aber wir kamen gut im Hotel an. 

30.10. nach letzendlich 3 Nächten in Granada waren die sehr freundlichen Angestellten im Hotel traurig, daß wir schon wieder abreisten, denn auch dort waren wir die einzigen Gäste und in den letzten 6 Monaten war anscheinend auch fast nichts los, die Aussichten werden auch nicht besser.. einige Hotels in Granada haben bereits geschlossen, da die Touristen ausbleiben, immer wieder deprimierend, wenn man das sieht. 

Wir fuhren nach Catarina, einem kleinen Bergdorf, von dem man eine gute Sicht auf die Lagune Apoyo hat. Von dort ging es zur Finca La Primavera, die zwischen Rivas und dem Strandort San Juan del Sur liegt. Die Straße dorthin war eine staubige Buckel-/Schlaglochpiste, teilweise mußte man auch noch durch kleine Seenlandschaften fahren, zum Glück fuhr ein LKW vor uns her, so daß wir sehen konnten, wo es lang ging. Endlich dort angekommen fuhren wir zur Finca, die wir bereits vor 10 Jahren besucht haben. Sie ist sehr ruhig gelegen, auf der Finca werden Kamerunschafe und Rinder gehalten.

Leider habe ich Jürgen wohl angesteckt, so mußte er sich nachmittags in Richtung Sanitäranlagen zurückziehen. Tja, dann sind wir mit diesem Thema hoffentlich morgen oder übermorgen durch. 

 

31.10. Jürgen war heute noch zu nichts zu gebrauchen, so nutzte ich die Zeit, um Wäsche zu waschen und den Bus wenigstens von innen sauber zu machen. Sonst ein wenig ausgeruht und gelesen. Nachmittags gab es wieder lecker Pfefferminztee für den Kranken und mich, abends Gallo Pinto (Reis mit Bohnen) mit Käse, Tomaten und getrockneten Bananen), das typische Nicaragua-Essen. Um 20 Uhr lagen wir dann schon im Bett und um 21 Uhr fielen die Augen zu - und was haben wir den ganzen Tag gemacht ? Um 4 Uhr ging es dann los, die Congo-Affen meinten, sie müßten mit ihren Heul- und Brüllgeräuschen den Tag einläuten. Ich hatte das Gefühl, daß sie direkt vor meinem Fenster saßen, so laut war es. Das Ganze wiederholte sich noch einmal um 6 Uhr, dann war ich endgültig wach ... und Jürgen hat nichts gehört. Er hat wirklich einen gesunden Schlaf.  

01.11. heute war Jürgen zum Glück wieder fit und wir konnten unsere "weite" Reise zum 14 km entfernten Strandort San Juan del Sur antreten. Dort haben wir uns in einem günstigen Hostal eingemietet, daß nur 1 Block vom langen Strand entfernt war. Wir aßen zu Mittag ein kleines Fischgericht im Restaurant, wo wir vor 10 Jahren waren, gingen anschließend an den Strand, um eine Runde im erfrischenden Wasser des Pazifiks zu baden. Am Nachmittag schrieben wir noch diverse E-Mails bezüglich der näherrückenden Verschiffung von Panama nach Kolumbien. Wir müssen jetzt auch schauen, daß wir jemanden finden, der sich mit uns einen 40 Fuß-Container teilt, das würde die schon sehr hohen Frachtkosten ein wenig senken. Mal schauen, ob es klappt. 

Am Abend aßen wir für wenig Geld Hummer, anschließend gab es noch einen Verdauungsrum, den guten 7 Jahre alten Rum aus Nicaragua - Flor de Caña.

 

weiterer Bericht siehe Costa Rica