21.09. heute (Freitag) hatte unser Bus einen Inspektionstermin bei VW Mérida (Zündkerzen und Luftfilter). Zum Glück sprach das Mädel an der Autoannahme englisch, so daß wir ihr erklärten, daß wir auch eine neue Windschutzscheibe bräuchten. Vor 2 Tagen meinte ein Kollege von ihr im Lager, daß es die Scheibe in Mexiko nicht gäbe, obwohl der neueste Transporter hier verkauft wird. Nun ja, nach langem Hin und Her und Insistieren von Jürgen kam sie darauf, daß die Scheibe in Mexiko evtl. eine andere Artikelnr. haben könnte und siehe da.... es gibt sie. Also hat sie sie gleich bestellt, denn wir haben keine andere Wahl, da der Riss weitergegangen ist und dies jetzt in Richtung Scheibenmitte. Am Mittwoch nächster Woche soll sie eintreffen und am Donnerstag eingebaut werden. Hoffen wir, daß das alles so klappt. Dies durchkreuzt jetzt unsere Pläne und wir müssen unsere Reiseroute dementsprechend anpassen, so daß wir doch noch einiges sehen, was wir geplant haben, jetzt eben in einer anderen Reihenfolge und etwas mehr Fahrerei. So haben wir in unserer jetzigen Tour auch noch eine weitere Schlaglochpiste dabei, die wir nun noch mit der gerissenen Scheibe fahren. 

Mit einem gewaschenen Bus fuhren wir an dem Tag noch nach Pisté, einem Durchgangsort, der nur zu Übernachtungszwecken dient, denn von hier kann man die verbleibenden 1,3 km zu den Ruinen von Chichén Itzá morgens früh fahren, bevor die Touribusse z.B. von Cancún mit Hunderten von Touris anrollen. Unser "Campingplatz" für die Nacht sah so aus: Parkplatz vor einem sehr in die Jahre gekommenen Hotel (Piramide Inn), direkt an der vielbefahrenen lauten Hauptstraße, Toiletten waren einigermaßen sauber (grenzwertig) und am Morgen versammelte sich im Eingangsbereich eine Schar von ca. 20 Katzen. Also absolut nicht zu empfehlen. Das Kuriose war, daß wir an solchen lauten Plätzen wie diesem (mit Oropax) immer sehr gut schlafen.

 

22.09. an den Ruinen waren wir an dem Morgen nicht die Einzigen, aber es war noch recht entspannt und nicht so heiß. Die Händler waren erst noch dabei, ihre Stände aufzubauen, so daß man von denen auch noch nicht angequatscht wurde. Chichén Itzá ist eine weltberühmte Ruinenstätte der Maya-Kultur auf der Halbinsel Yucatán. Dominiert wird die 6,5 km2 große Stadt, deren Blütezeit von ca. 600 n.Chr. bis ins 13. Jahrhundert reichte, von der massiven Stufenpyramide El Castillo. Auch weitere imposante Gebäude sind noch gut erhalten, zum Teil mit tollen Steinmetzarbeiten versehen. Wir liefen 3 Stunden herum, ohne daß es langweilig wurde, obwohl ich hier schon einmal und Jürgen 2 Mal zuvor waren. 

Nach dem Kulturprogramm für heute fuhren wir 50 Minuten weiter nach Valladolid, wo wir uns in einem schönen Hotel eingemietet haben (die Entschädigung für die Nacht zuvor). Valladolid kann man sich auch an einem Nachmittag anschauen, dann hat man alles gesehen. U.a. schauten wir uns eine "Cenote" an, dies ist ein Kalksteinloch, daß durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist; die Maya betrachteten sie als Eingang zur Unterwelt. In Yucatán findet man viele Cenoten, die zum Baden einladen.

 

Eine ganz nette Stimmung in Valladolid, leider fing es an zu regnen und wir sind pitschnaß geworden. Also zum Hotel zurück und geduscht. Abends sehr gut im Innenhof in unserem Hotel gegessen.  

Chichén Itzá

Valladolid

23.09. unsere erste Station war heute die Ruinenstätte Cobá, die auf  unserem Weg lag. Ein längerer Spaziergang führte an diversen Gebäuden und Stelen vorbei, die allerdings in keinem sonderlich guten Zustand sind. Auf eine Pyramide kletterten wir hinauf, man sah ringsherum nur Dschungel und ein Gebäude lugte durch das dichte Grün. Wieder einmal eine schweißtreibende Angelegenheit. Ein Gruppe wohlbeleibter Deutscher kletterte keuchend die Stufen hinauf, als wir wieder bei unserem Abstieg über die recht unebene, steile Treppe waren. Nach einem wohlverdienten Kaltgetränk ging die Fahrt weiter nach Tulum, das ich jetzt zum 2.Mal sehe, jedoch leider nie bei strahlendblauem Himmel, vielleicht beim 3. Mal....

Mexikaner, die am heutigen Sonntag freien Eintritt haben und reichlich andere Touristen im leichten Stranddress bevölkerten die Ruinenstätte. Der Himmel war grau-blau (kurz vor Gewitter) und im Meer schwamm kiloweise Seegras herum, das ordentlich stank... die Quittung für den Massentourismus und der mangelhaften Abwasserentsorgung, ebenfalls nicht zu vergessen sind die wilden Mülldeponien überall. Somit ist das Bild der Mayastätte, daß auf Grund ihrer Lage (das "Castillo" steht auf einem Felsen über dem normalerweise weißen Sandstrand und türkisfarbenem Meer) etwas Besonderes ist, ein wenig getrübt. 

Cobá

Tulum

24.09. die Fahrt ging heute über Bacalar, ein Ort, der an einer Lagune mit tollem türkisfarbenem Wasser liegt. Leider spielte das Wetter heute nicht ganz so mit, der Himmel war grau und es regnete ab und zu, so sahen wir leider nicht ganz so viel von dem tollen Farbenspiel. Da wir hier noch einmal vorbeikommen werden, hoffen wir dann auf besseres Wetter. Über die Temperaturen kann man natürlich nicht meckern, 30 Grad, aber dementsprechend feucht. Wir gönnten uns ein Mittagessen (Pescado veracruzana- Fisch in einer sehr leckeren Tomatensoße, ist immer eine gute Wahl) und weiter ging es nach Kohunlich, per Zufall. Wir sahen den die Ankündigung dieser Stätte schon kilometerweit vor unserem eigentlichen Ziel und Jürgen fragte, ob ich im Reiseführer nachlesen könnte, was das denn nun Tolles sei und siehe da - es las sich sehr gut. Da es nur ein kleiner Umweg war und es gerade trocken war, bogen wir ab. Die Straße war mal wieder mit   kleineren/größeren Löchern versehen, aber man hat ja mittlerweile ein geübtes Auge !! Der Abstecher hat sich wirklich gelohnt. 

Eine schöne Anlage, mit sehr wenig Touristen. Das bekannteste Gebäude ist der Tempel der Masken, eine Pyramide, die mit drei zu beiden Seiten der Treppe übereinander angeordneten, noch gut erhaltenen Stuckmasken verziert ist. Die Bäume schlingen sich regelrecht um die Steinmauern. Ein toller Spaziergang durch den Dschungel. Unser heutiges Ziel zum Übernachten war Xpujil, ein sehr komplizierter Ortsname.

25.09. heute haben wir uns unser Frühstück im Hotelzimmer selber gemacht, endlich mal wieder Müsli. Gestärkt fuhren wir die 115 km nach Calakmul, wovon die letzten 40 Kilometer ein Test für den Bus und Jürgen, den Fahrer waren. Von oben hingen die Zweige/Äste, unten wechselten sich große mit kleinen Schlaglöchern ab. Also mußte man Straße und Äste im Blick haben. Jedoch hatte man auf der immer enger werdenden Straße eigentlich gar keine Chance, allem auszuweichen. Nun ja, wer den Dempster Highway gefahren ist, ist Kummer gewohnt, somit nahm Jürgen es relativ gelassen, auch der Bus hat es überstanden. Auf dem Weg zu den Ruinen mußten wir insgesamt 3 Mal Eintritt zahlen, dies fließt in verschiedene Kanäle.... der Hinweg war sehr kurzweilig, da die Straße immer wieder mit buntem Federvieh bevölkert war, die Truthähne beim Morgenspaziergang. Calakmul ist sehr beeindruckend, regelrecht menschenleer, es ist noch ein Geheimtip, eine der größten jemals entdeckten Maya-Städte. In der Hochphase lebten hier alleine im Stadtzentrum ca. 50.000 - 70.000 Einwohner, im gesamten Stadtgebiet gehen Schätzungen von bis zu 1,2 Mio Einwohnern aus. Die Gebäude sind sehr imposant, besonders die eine Pyramide, die 50 Meter hoch ist. Diese sind wir hochgeklettert und die gegenüberliegende ebenfalls. Von oben sieht man kilometerweit nur Dschungel, einige Pyramiden ragen auf dem dichten Grün heraus. Die Brüllaffen, die ganz oben in den Baumwipfeln herumturnen, kann man von hier auch prima beobachten. Fazit: Calakmul muß man gesehen haben. In der letzten halben Stunde liefen wir durch den Regen, blöd war es nur, daß sich die Schlaglöcher natürlich auch mit Wasser füllten und man nicht mehr genau erkennen konnte, kommt jetzt eine Pfütze und ein Mega-Schlagloch. Auf dem Rückweg hielten wir noch an einer weiteren Stätte an, Becán, hier kann Jürgen nur etwas zu schreiben, denn ich habe es bei dem Wetter vorgezogen, im Auto Reiseführer zu lesen. Jürgen war begeistert und ich habe es mir danach auf den Fotos angeschaut !! 

Calakmul

Becán

26.09. da es in unserem Übernachtungsort Xpujil auch noch Ruinen gab, haben wir uns diese vor unserer Abfahrt noch kurz angeschaut, nichts Spektakuläres, halt ein netter Morgenspaziergang, das einzig recht Interessante waren die 3 Türme auf einer Pyramide. Weiter ging es noch nach Kabah (lag auch auf dem Weg), dort steht unter anderem das "Brandenburger Tor" der Mayas und der Palast der Masken, mit ehemals bis zu 210 Masken, zu sehen an einem 45 m langem Gebäude. Zum Schluß fuhren wir nach Mérida, wo wir den altbekannten Parkplatz auf dem Gelände des Hostals la Ermita ansteuerten. Abends gingen wir noch essen und schauten uns die Kathedrale in der Abendbeleuchtung an. Die Nacht im Bus war stickig, trotz des Ventilators. Außerdem nervte wieder einmal ein Hahn, der um 3 Uhr meinte, er könnte die Nachbarschaft wecken.

Xpujil

Kabah

27.09. um 8 Uhr mußten wir den Bus in der VW-Werkstatt abgeben, da er eine neue Windschutzscheibe eingebaut bekommt. Mit dem Taxi ging es dann zurück ins Zentrum zum Hotel, das wir für diese Nacht gebucht hatten. Wir konnten natürlich noch nicht so früh einchecken, also Gepäck dort deponieren und los zur Stadtbesichtigung Teil II. Zuerst einmal gingen wir zur Markthalle, wo ich 2 Paar Schnürsenkel für meine Schuhe kaufte (die alten hielten genau 5 Monate), nun ja, heutzutage ist nichts für die Ewigkeit hergestellt. Danach vertrieben uns wir noch ein wenig die Zeit, indem wir uns auf die Plaza setzten und überlegten, ob wir eine Stadtrundfahrt machen sollten. Die Rundfahrt in englischer Sprache sollte im 3. Bus, der kommen sollte, starten. Es kamen einige Busse, doch unserer war nicht dabei. Nach einer Stunde Warterei - wir hatten ja sonst keine Termine - wurde es uns dann doch zu bunt und wir sind gegangen. Den Nachmittag verbrachten wir im Innenhof des Hotels. Abends gingen wir in "La Bierhaus", ein bayrisches Lokal, wo die Mexikaner in Lederhosen bedienten. Ein Augustiner für ca. € 6,00 war teuer, aber hat wunderbar gemundet, dazu gab es reichlich Würste für Jürgen und ich genehmigte mir ein Wiener Schnitzel, nach all den Burritos, Enchiladas war dies unser Highlight, da es sogar fast wie in Deutschland schmeckte. 

 

28.09. um 11.30 Uhr bekamen wir unseren Bus mit neuer Scheibe zurück, es schien alles zu passen, wunderbar, dann konnten wir unsere Reise fortsetzen. Wir fuhren in Richtung Belize, wo wir in Chetumal kurz vor der Grenze einen Campingplatz ansteuerten. Die Fahrt heute war etwas länger und wir kamen in einen kurzen Regenschauer und ach du Schreck, ein kleiner Rinnsal bildete sich im Beifahrerfußraum. Ist die Scheibe nicht dicht? Die Stimmung an dem Abend war natürlich nicht so toll, weil wir annahmen, daß die Scheibe womöglich nicht richtig abgedichtet wurde. Wir googelten dann noch direkt und fanden noch einen VW-Händler hier im Ort. Dem anderen VW-Händler in Mérida (350 km entfernt) schrieben wir eine Mail, daß wir evtl. nacharbeiten lassen müssen und die hiesige Werkstatt aufsuchen werden. Entschädigt wurden wir nur mit dem großen Campingplatz, der traumhaft direkt am Meer gelegen war. Nebenan aßen wir dann noch eine gute Ceviche (rohe Shrimps und Tintenfisch in Limettensaft "gegart"), sehr lecker und sehr frisch.

 

29.09. am Morgen wurden wir mit einem tollen Sonnenaufgang geweckt. Gefrühstückt haben wir dann bei Meeresrauschen unter Palmen, wo hat man das schon... VW Mérida hatte zwischenzeitlich auch geantwortet, daß der VW-Händler hier sich dann zwecks Abstimmung mit ihm in Verbindung setzen soll. Also führte uns dann der direkte Weg nach VW, wo sich die freundlichen Herren dem Problem annahmen. Die Windschutzscheibe wurde ca. 1/2 Stunde mit einem Hochdruckwasserstrahl unter Wasser gesetzt, aber es drang kein Wasser ein, nur ein wenig durch die Öffnung für die Klimaanlage, Fazit: es wurde nichts festgestellt, ein Vorführeffekt? Jetzt gehen wir erst einmal davon aus, daß die Scheibe dicht ist. Die VW-Mitarbeiter waren alle völlig aus dem Häuschen, weil sie den Bus nur als Tranporter kennen und nicht noch in der Campingausführung mit Aufstelldach. So kamen sie aus allen Richtungen und mußten erst einmal fotografieren. Es wurde gefachsimpelt und alle waren glücklich - wir mehr oder weniger  - auch. Jetzt heißt es weiterbeobachten und vielleicht fahren wir ja noch durch einen Proberegenschauer bevor wir in Richtung Belize weiterfahren. 

Nach diesem Intermezzo fuhren wir in Richtung Fähranleger, wo wir mit dem Wassertaxi nach Belize fahren wollten. Am Vortag war der Schalter geschlossen, aber heute haben wir zum Glück noch Tickets bekommen. Wir parkten den Bus auf einem bewachten Parkplatz, wo er dann bis zum 03.10. auf uns wartet. Jetzt hieß es erst einmal beim Zoll in Mexiko ausreisen, dann wurden von einem Drogenhund alle Gepäckstücke untersucht. Und - er wurde fündig, ein Herr in Jürgens Alter wurde herausgewunken und ward erst einmal nicht mehr gesehen. Dann kam das Handgepäck an die Reihe, wieder kratzte der Hund an einem Rucksack herum und wem gehörte das gute Stück - auch wieder dem Herrn im mittleren Alter (Marke Öko-Althippie). Die Geschichte endete damit, daß er mitfahren durfte. 

Die Fahrt ging erst einmal 90 Minuten zur Insel San Pedro, wo wir alle mit Sack und Pack an Land gehen mußten. Hier mußten wir zum Zoll von Belize, leider war der Zollbeamte noch nicht eingetroffen... obwohl das Boot schon mit 1/2 Stunde Verspätung ankam. Nun ja, es war Samstag, da hat man wahrscheinlich auch etwas anderes zu tun, als die doofen Touris abzufertigen. Nach einer Weile kam dann doch noch Leben in das Zollgebäude und wir durften uns den Stempel in den Paß abholen und eine Gebühr bezahlen. Als alle abgefertigt waren, ging es weiter nach Caye Caulker, unser eigentliches Ziel. Wir kamen im Dunkeln an und der erste Eindruck war sehr nett. Die Koralleninsel ist ca. 8 km lang und 2 km breit, also recht überschaubar. Auf der Insel fahren vorwiegend Fahrräder und Golfcaddys herum. Da unser Hotel nur 700 m entfernt war, gingen wir die paar Schritte zu Fuß. So lernten wir direkt das "Zentrum" mit zahlreichen Bars und Restaurants kennen. Die Hotelbesitzerin (Hotel Tree Tops)ist Doris, eine Österreicherin, die seit 28 Jahren hier lebt. Wir bekamen ein schönes Zimmer und gingen dann noch schnell einen Happen essen, die Uhr haben wir hier eine Stunde zurückgestellt, somit war es erst 18.30 anstatt 19.30 Uhr. 

weiterer Bericht siehe Belize