06.08. heute ist der große Tag, wir verlassen die USA und reisen nach Mexiko ein. Wir reisten nicht über Tijuana, sonder über den kleineren Übergang Tecate ein. In vielen Reiseberichten im Internet haben wir über Probleme an der Grenze gelesen, aber wie bis jetzt überall an den Grenzübergängen waren alle sehr nett und hilfsbereit und machten keinen Stress. In 1 1/2 Stunden waren wir in Mexiko. Das Prozedere ist etwas komplizierter. 

1. der Bus wurde von innen inspiziert, dies geschah aber nur sehr oberflächlich, wir dachten schon, wir müßten unseren guten Schwarzwälder Schinken aus dem Kühlschrank abgeben..

2. beim USA Zoll den Zettel, den wir bei der Einreise bekommen haben, abgeben, somit war unsere Auseise vor Ablauf der 90 Tage Aufenthaltsdauer bestätigt

3. beim mexikanischen Zöllner die Touristenkarte ausgefüllt, diese wurde abgestempelt und wir mußten zum Bankschalter, um dort pro Person $ 25,- zu zahlen. Mit dem Beleg wieder zum Zöllner, um den Einreisestempel zu bekommen. 

4. zum Bankschalter, um die Einfuhrpapiere für den Bus zu bekommen. Hierzu mußten wir erst einmal ein paar Dokumente kopieren lassen, dies wurde in einer benachbarten Apotheke in Mexiko erledigt. Mit den Kopien zum Bankschalter, um dort dann das Formular zu bekommen, jetzt können wir 10 Jahre lange mit unserem Bus ein- und ausreisen.  Das ganze kostete dann noch einmal $ 59,-

Also machen wir jetzt Mexiko unsicher. Wie wir direkt nach einigen Kilometern feststellen konnten, ist es mit der Disziplin im Straßenverkehr nicht so weit her. Es wird so schnell gefahren, was sie alte verrostete Kiste oder der LKW hergibt. Jürgen hielt sich dann doch erst einmal an die angegebene Geschwindigkeit und wurde prompt von einem dicken LKW überholt, der jedoch wegen des Gegenverkehrs abbremsen und sich hinter uns wieder einreihen mußte. Hier sind alle Möchtegern-Vettels. Weiterhin gibt es in jeder Ortschaft vor jeder Seitenstraße (auch vor Supermarktausfahrten) ein Stopschild, "Alto" und mindestens 2 ganz fiese sogenannte "Topes", 

hohe Bodenschwellen zur Verkehrsberuhigung, vor diesen echt gefährlichen Hubbeln bremsen selbst die Mexikaner ab. Wenn man eine Schwelle nicht sieht, weiß ich nicht, was mit dem Auto passiert, also aufgepaßt.

Zuerst einmal füllten wir unsere Lebensmittelvorräte auf. Das Angebot hier ist überschaubarer als in den USA, dafür ist es aber auch deutlich günstiger. Unser erster Campingplatz lag in der Nähe von Bufadora, direkt am Strand, für $ 25,- die Nacht, mit Duschen und Toilette. Jürgen kochte uns den ersten Kaffee in Mexiko... und? das Wasser aus der Leitung war Salzwasser, noch Fragen? Also Kaffee wegge-kippt und einen Strandspaziergang gemacht. Dort waren ausschließlich mexikanischen Familien, die mit Kühltaschen und Sonnenschirm bewaffnet hier picknickten. Wir waren außer einer mexikanischen Familie die Einzigen auf dem Campingplatz.

07.08. morgens nach dem Frühstück fuhren wir nach La Bufadora, einem Meeresgeysir, der bis zu 28 Meter hochspritzt. Der Ort ist sehr kommerzialisiert, mit Buden, an denen man Kleidung, gefakte Taschen kaufen oder sich gleich eine Pina Colada genehmigen kann. Danach ging es zum nächsten Campingplatz, nach Santa Maria bei San Quintin, hier waren außer uns noch 2 Camper. Der Platz war an den Dünen gelegen, die Waschhäuser hatten das Klo und die Dusche jeweils mit Duschvorhang davor, natürlich mit Salzwasser, das ganze für € 9,00, das drückt natürlich die Kosten nachdem der letzte Monat mit neuen Reifen und Ölwechsel etwas teurer war; zum Essen fuhren wir in das 14 km entfernte Hotel.

 

08.08. Fahrt nach Guerrero Negro, u.a. durch die Wüste Cativa mit seinen Cirio-Bäumen, die wie Kakteen aussehen und den bombastischen Saguaro Kakteen, die bis zu 12 m hoch werden können. Ein riesiger kilometerlanger Kakteengarten, ich konnte garnicht mehr aufhören,  zu fotografieren. Am Nachmittag kamen wir am Campingplatz an, besser gesagt, ein Parkplatz hinter einem Hotel, mit Toilette und Dusche (dieses Mal Süßwasser). Abends haben wir im Restaurant Fisch gegessen. 

09.08. Fahrt nach Mulegé, auf dem Weg dorthin wollten wir noch einen Abstecher nach San Francisco (hier in Mexiko) machen, dort gibt es Felsmalereien zu sehen. Der Weg dorthin wurde allerdings immer ruppiger und trotz der Aussage eines Mexikaners, daß die Straße zum Dorf  gut wäre, beschlossen wir oder ich, umzudrehen. Zumal wir in dem Ort selber einen Führer hätten organisieren  müssen, um in den Canyon hineingehen zu können, wo sich die Felsmalereien befinden. Zwischendurch gibt es dann die allgemeinen Militärkontrollen, wo dann je nach Lust und Laune der Herren mit Maschinenpistolen das Auto durchsucht wird und teilweise auch der Name, Automarke und Kennzeichen notiert werden. Nichts Aufregendes bis jetzt. Weiter ging es nach Santa Rosalia, wo es in einer Bäckerei angeblich leckeres Baguette geben sollte, haben wir aber nicht gesehen und somit haben wir dort ein paar süße Teilchen geholt, die wir dann irgendwo am Wasser zu Mittag gegessen haben. Wir fuhren dann noch weiter in das nette Örtchen Mulege, dort quartierten wir uns für € 9,- auf einem Campingplatz ein. Der Campingplatz ist überraschend grün, mit allen möglichen Palmen, Mangobäumen, Bananen etc., nur ist das Klima hier sehr schweißtreibend. Ca. 35 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit, nach dem Duschen ist man gleich wieder veschwitzt, ohne sich groß anstrengen zu müssen. Den Abend ließen wir auf der Dachterrasse eines Restaurants im Ort mit einer Margarita für mich, einem Corona-Bier für Jürgen und einer gemischten Platte mit Tacos, Burritos und was es sonst noch hier zu essen gibt ausklingen. 

10.08. heute ist ein Faulenzertag angesagt.... nun gut, erst einmal frühstücken, Wäsche waschen und dann in den Pool, dort unterhielten wir uns mit den beiden Paaren, die einen aus Québec, die anderen aus Toulouse, die ebenfalls die Panamericana abfahren wollen. Die Kanadier haben 2 Jahre Reisezeit eingeplant, die Franzosen 1 Jahr. So hatten wir genug Gesprächsstoff. Ich nutzte die Zeit, um den Blog weiterzuschreiben. So verging der Tag wie im Flug, es ließ sich hier unter dem Mangobaum, umgeben von hohen Cannapflanzen und Bananenstauden wirklich gut aushalten. Abends gingen wir wieder in den Ort zum Essen. 

11.08. nach 2 Nächten Sauna im Bus, gefühlte Temperatur 40 Grad ohne einen Luftzug haben wir für heute ein Hotelzimmer mit Klimaanlage reserviert. Morgens fuhren wir noch zur gut erhaltenen Mision in Mulegé, um anschließend die Weiterfahrt anzutreten. Die Straße endete plötzlich an einem Fluß, gut, zum Glück war er nicht tief, so daß wir unserem Bus eine kleine Unterbodenwäsche gönnten.Es ging auf der MEX 1 durch das Bergland mit hohen Kakteen und Blick auf wirklich tolle Badebuchten, an der Playa Coyote hielten wir dann auch für eine Weile an. Dort, wo sonst im Winter etliche Amis und Kanadier mit ihren Wohnmobilen überwintern, waren jetzt nur einige mexikanische Familien anzutreffen, die dort den Samstag mit viel Essen und Trinken verbrachten. Weiter ging es nach Loreto, einem typischen kleinen mexikanischen Örtchen mit Dorfplatz und Strandpromenade. Wir schleppten uns bei 38 Grad und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 99 % durch die Gassen. Im Hafen beobachteten wir die Pelikane, die lustig anzusehen sind, wenn sie mit voller Wucht in das Wasser eintauchen, um Beute zu machen. Das Hotel war ok, das Zimmer gut klimatisiert, wunderbar !!

Im zum Hotel gehörigen Restaurant , das einem Iren und einner Mexikanerin gehört, haben wir gegessen und ein von ihnen selbstgebrautes Bier getrunken, war teuer und für unseren Geschmack ok. Hier waren schon mehr Touristen unterwegs, aber verglichen mit der Hauptsaison ist hier garnichts los. 

12.08. unser kleines inklusives Frühstück wurde uns auf unserer kleinen Terrasse serviert. So gestärkt ging die Fahrt weiter nach La Paz, die Fahrt war mit 4 Stunden angegeben. Jürgen hat die Geschwindigkeitsbegrenzung von ca. 80 km/h auf der Landstraße jetzt auch an die mexikanisch üblichen 110 km/h angehoben. Dafür riskiert man schon einmal öfter einen Blick in den Rückspiegel, ob man womöglich von einem blauen Pick-up mit so komischen bunten Lampen auf dem Dach verfolgt wird. So ging es durch die Berge gut voran. Vor uns tauchte plötzlich ein Jeep der Armee auf, ein Soldat stand auf der Laderampe, die anderen beiden saßen dort, mit dem Maschinengewehr im Anschlag. Was tun, überholen oder nicht? Der freundliche Fahrer blinkte links, heißt, wir konnten überholen. Man weiß ja nie, was die so vorhaben. Durch eine allgemeine Polizeikontrolle wurden wir dann auch durchgewunken. So kamen wir 38 Grad auf dem Campingplatz vor den Toren von La Paz an. Ein Camperlinienbus, wie ich ihn immer so schön bezeichne, aus Kalifornien stand dort und wir... eine sehr saubere gepflegte Anlage für € 16,- pro Nacht. Nachdem wir dort im Café einen Cappucchino getrunken hatten, fuhren wir nach La Paz hinein. Wir hielten bei unserem geliebten Walmart-Supermarkt, um ein paar Vorräte zu besorgen. Dann ging es weiter ins Zentrum. Wir hatten uns ein Hotel herausgesucht, das wir uns für eine 2.Nacht anschauen wollten. Wir parkten unseren Bus auf einem bewachten Parkplatz und liefen wieder durch die Hitze. Immer an der Strandpromenade entlang (Malecón), die ganz nett gestaltet ist. Im Hotel haben wir uns für übermorgen schon einmal ein Zimmer reserviert. Die nette Dame dort am Empfang sprach ganz gut Englisch und somit erkundigten wir uns auch gleich nach einer Tour, die wir machen wollten. Zusammen mit Walhaien schwimmen, doch wie wir erfuhren, ist die Saison hierfür im April zu Ende und startet wieder im Oktober. Nun ja, Pech! Man kann nicht alles haben im Leben. So schleppten wir uns noch zum Essen und fuhren zurück zum Campingplatz, holten unsere Campingstühle heraus und ich sitze hier nun und schreibe Bericht. Ein kühles Lüftchen weht, nur die Sch...mücken oder Stechfliegen, die man kaum sieht, attackieren uns wieder. 

13.08. die Nacht war kühler als gedacht, bei Tagestemperaturen von schwülen 38 Grad hat es sich tatsächlich nachts gut abgekühlt, so daß ich sogar zur Decke griff. Eine gute Überraschung. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Todos Santos, ein Künstlerort an der Baja, wo angeblich auch einige Hollywood-Größen wohnen sollen und wo das Hotel California steht, auf das sich evtl. die Eagles in ihrem Lied beziehen. Jedenfalls laden die vielen geschmackvollen Läden zum Bummeln ein. Weiter ging es nach Cabo San Lucas, die Partyhochburg hier auf der Baja California, nun gut, jetzt in der Nebensaison und um die Mittagszeit war davon nicht viel zu spüren. Aber hier stehen wirklich viele sehr Hotelbettenburgen. Der Strand ist schön, es gibt jedoch weder Liegen, Sonnenschirme noch sonst irgendwie ein schattiges Plätzchen. Also fuhren wir dann weiter nach San José del Cabo, in dem wir uns in einem kleinen Hotel auf einem Hügel gelegen eingemietet haben. Von dort hatten wir eine schöne Aussicht auf die Umgebung und den Strand. San José war als ein nettes Örtchen im spanischen Stil in unserem fast 10 Jahre alten Reiseführer beschrieben worden... das Örtchen ist ein ausgewachsener Ort ebenfalls mit vielen Bettenburgen, die Altstadt hat jedoch ihren Charme noch behalten. 

14.08. heute wollten wir nach La Paz zurückfahren. In dem Ort Tropico de Cancer überquerten wir den nördlichen Wendekreis. Wir fuhren durch die Berge, bevor wir in einem kleinen Küstenstädtchen Halt machten, Los Barriles. Dort wollten wir ein wenig am Strand verweilen, jedoch sahen wir wieder weder noch Palme. Der Ort war allerdings so ansprechend, so daß wir kurzerhand beschlossen, dort einen Tag/eine Nacht zu verbringen. Wir suchten uns ein Hotel, das deutlich teurer, aber auch komfortabler als sonst war. Da heute für uns ein besonderer Tag war, gönnten wir uns nach einigem Hin und Her diese Unterkunft. Es wurde noch ein schöner Strandtag. Dort gab es zwar auch keinen Schatten, jedoch konnten wir uns, nachdem wir in das badewannenwarme Meer gesprungen sind,  unter den  Sonnenschirm am Pool verziehen. In dem relativ großen Hotel waren außer uns nur ein paar Amis, die hier zum Hochseeangeln angereist sind. Zum Abendessen gingen wir in den Ort, dort waren noch viele Restaurants geschlossen, diese öffnen erst wieder im September, wenn die Saison beginnt. Wir haben gut gegessen und unseren ersten Tequila dieser Tour getrunken. Lecker !!

15.08. Check out war um 12 Uhr, so daß wir uns noch einmal in die Fluten stürzen konnten. Zuerst fuhren wir eine Stunde zu einem Dorf namens El Triunfo, wo es angeblich gutes Brot zu kaufen gibt. Das Dorf bestand aus ein paar idyllischen Häuschen, einer Kirche und dem vielgepriesenen Café El Triunfo. Dort trafen wir auf einen Ami, der aus Kalifornien kommt und dem anscheinend der Laden gehört. Wir kauften das Brot und gönnten uns noch ein sehr leckeres Blätterteigteilchen mit einem Cappucchino, nicht billig, aber sehr lecker. Wir kamen mit dem Ami ins Gespräch und er erzählte uns, daß er mit seiner alten Harley einmal durch Europa cruisen will. Da wurde natürlich Jürgen hellhörig und ging mit ihm in einen Schuppen, wo das alte Schätzchen stand. Nach dieser schönen Pause fuhren wir nach La Paz, stellten unseren Bus an der Pension ab, um uns gleich auf den Weg zu machen; wir mußten noch Tickets für die Fähre auf das Festland besorgen. Also gingen wir zur Adresse, die wir dem 9 Jahre alten Reiseführer entnommen haben, mit dem Resultat, daß es dort nur noch ein Haus zum Verkauf gab. Nachdem wir schon eine Weile unterwegs waren, gingen wir dann lieber zur Touristeninformation, die allerdings auch nicht um die Ecke war. Dort zeigte man uns auf dem Stadtplan die neue Adresse, also wieder los. Gefühlte 8 Blocks nach Norden und 10 Blocks nach Osten, so waren wir wieder gut beschäftigt. Endlich sahen wir das "Baja Ferries"-Gebäude, nichts wie hinein.... um von der netten Dame zu erfahren, daß sie für die Buchung die Einfuhrbestätigung unseres Buses braucht. Dieses Formular hatten wir natürlich nicht dabei. Das hieß? den ganzen Weg zurück zum Hotel, wo wir dann das Formular heraussuchten. Jetzt fuhren wir allerdings mit dem Bus zum Büro zurück, genug gelaufen. Dort haben wir dann die Tickets für übermorgen bekommen. Somit haben wir noch einen Tag in La Paz. Zum Abendessen haben uns noch einen Salat gegessen, als Stärkung nach der ganzen Latscherei in der drückenden Hitze.

16.08. nach einem für mexikanische Verhältnisse reichhaltigem Frühstück im Hotel hieß es wieder alles zusammenpacken und dann zum El Tecolote Strand im Norden von La Paz fahren. Wir fuhren u.a. durch Pichilingue, dem Ort, wo unsere Fähre starten wird. Das Wasser wurde zunehmend klarer und türkiser. Ein langer Strand begrüßte uns, hier mieteten wir erst einmal 2 Liegen und Sonnenschirm, damit wir es länger als 1 Stunde dort aushalten. Gesagt, getan, mit € 12,- für den ganzen Tag hatten wir ausgesorgt. Also eincremen und ab in die Riesenbadewanne, ein Traum, ideal zum Schwimmen und Abhängen. Nach einer Weile wurden wir von einer Frau am Strand angesprochen, ob wir spanisch sprechen würden. Wir meinten, un poquito und wir kämen aus Deutschland, daraufhin antwortete sie auf Deutsch, sie ist halb deutsch/halb mexikanisch, ihr erster Mann war Deutscher und jetzt lebt sie in Mexiko mit ihrem französischen Mann. Sie hat uns noch einige gute Tips zu unserer Mexikotour gegeben. Letzendlich hat sie uns ihre Telefonnr. gegeben, wir sollen uns melden, wenn wir in San Miguel de Allende sind. Wirklich sehr nett. Natürlich haben wir es nicht den ganzen Tag am Strand ausgehalten, wir mußten auch noch einkaufen, tanken, bevor wir den altbekannten Campingplatz ansteuerten. Dort habe ich noch eine Maschine Wäsche angestellt, wer weiß, wann man das nächste Mal wieder waschen kann. Abends aßen wir im Café am Platz noch einen Salat und genehmigten uns ein Glas von dem Rum, den wir heute gekauft hatten. Dann hieß es auch schlafen gehen. 

17.08. den heutigen Tag konnten wir ruhig angehen lassen, um 11.30 Uhr mußten wir an der Fähre sein, Fahrtzeit dorthin 40 Minuten. Wir waren zu früh dort, aber auch nicht schlimm. Bis wir auf der Fähre waren, verging einige Zeit. Zuerst einmal fuhren wir auf das Hafengelände zum Zoll, dort mußten wir wieder die Einfuhrgenehmigung für den Bus vorzeigen und bestätigen, daß wir nichts zu verzollen hatten. Daraufhin ging es zum Wiegen und Vermessen. Dort mußten wir irgendwelche Gebühren zahlen. Weiter ging es zur Militärkontrolle, dort wurde der Bus inspiziert und wir versicherten, daß wir keine Drogen und Waffen im Gepäck haben. Dann ging es zur Desinfektionsstelle, wieder wurde eine Gebühr fällig. So jetzt haben wir alle Stationen durchlaufen und nun wohin... ? Wir fuhren hinter einigen Fahrzeugen hinterher, die vor uns in der Kontrolle waren. Dies aber war leider ein Fehler, sie wollten nicht auf die Fähre, sondern kamen wohl von der  Fähre hinunter. Dies wurde uns auch klar, als wir wieder vor der Einfahrt standen. Also noch einmal zum Zoll, dort wurde uns von  dem netten Zollbeamten erklärt, daß wir leider das selbe Prozedere noch einmal durchlaufen müßten, da wir das Gelände wieder verlassen hatten, also wieder die Genehmigung heraussuchen. Bei der nächsten Station hatten sie ein Einsehen mit uns und erklärten uns den richtigen Weg, somit durften wir auf direktem Weg zur Fähre fahren. Ich mußte dann bei dem Wartesaal aussteigen, da nur der Fahrer mit dem Fahrzeug an Bord fahren darf. Ok, gesagt, getan. Also fuhr Jürgen alleine los, er stand dann noch 1 Stunde in der Hitze, bis er auf die Fähre fahren durfte. Ich ging dann nach ca. 1/2 Stunde Warterei an Bord, zum Glück haben sie mich auf die Fähre gelassen, obwohl ich keinen Paß dabei hatte, der war im Auto und die Kopie auch.... 

Auf dem Boot suchte ich dann meinen reservierten Sitz auf und wartete auf Jürgen, der kam und kam nicht, ich wurde langsam ungeduldig. Dachte, wenn er jetzt nicht auf das Schiff fährt, habe ich weder Geld noch Papiere, superschlau !!! wird mir auch nicht noch einmal passieren. Kurz vor Ablegen der Fähre wurde ich dann ausgerufen, ich sollte mich zur Info begeben, dort wartete Jürgen auf mich, der mich überall gesucht hat, nur nicht dort, wo wir die reservierten Plätze hatten. Na, dann konnte die Fahrt ja starten. Nachdem wir 3 Stunden !! vor Abfahrt dort sein mußten, ging es mit 15 Minuten Verspätung um 14.45 Uhr los, wir kamen um 22 Uhr in Topolobampo an, nach einer etwas langweiligen Fahrt, nur der Sonnenuntergang war noch einmal ein Highlight. Als es darum ging, wieder von Bord zu fahren, hat Jürgen die Dame an der Info bequatscht, daß wir auf Grund der fehlenden Sprachkenntnisse bitte zusammen zum Auto gehen dürften, da wir uns sonst evtl. verpassen würden. So durften wir entgegen der Regeln zusammen zum Auto gehen. Jürgen mußte dann rückwärts vom Schiff hinunterfahren. Unser Hotel war zum Glück nur 3 km von der Anlegestelle entfernt, so daß wir in der Dunkelheit nicht mehr weit fahren mußten. 

18.08. Frühstück im Hotel, dauerte eine halbe Ewigkeit. Die Zeit nutzte ich, um mir eine typische mexikanische Familie im Pool anzuschauen. Die meisten hier sind klein und ziiiiieeeemlich untersetzt. Nicht, daß mir die Enchiladas, Burritos etc. auch so zusetzen....

Zum Frühstück gibt es Eier, Maisfladen (Tortillas) und rote Bohnenpampe, die ich ab jetzt immer schon abbestelle, da sie uns nicht schmeckt. Die Fahrt ging wieder einmal über die typischen mexikanischen Straßen dem vollen Programm, Schlaglöcher, Bodenschwellen und andere Unwegsamkeiten. Als Fahrer darf man niemals die Straße aus den Augen lassen, es könnte böse enden. Auch der Beifahrer ist gefordert, indem er die Straße mit beobachtet. So kamen wir dann gegen späten Mittag im Hotel in El Fuerte an. Wir erkundigten uns erst einmal nach Abfahrtzeit und Preisen bezüglich unserer geplanten Zugfahrt. Als wir alle Infos zusammen hatten, gingen wir los, um Bargeld abzuholen, denn im Zug kann man nur mit Barem bezahlen. Wir schauten uns El Fuerte an, das mit Plaza, Park, Bogengängen und Häusern im Kolonialstil einiges zu bieten hat, aber durch die geringe Größe immer noch sehr beschaulich ist. 

19.08. Heute begann das Abenteuer Fahrt mit dem so genannten CHEPE (eine Kurzform für den bekannten Chihuahua-Pazifik), ein Zug, der täglich 652 km durch die gigantische Kupferschlucht zurücklegt. Wir haben uns für die wohl spektakulärste Teilstrecke von El Fuerte nach Creel entschieden. Am Vortag wurde uns gesagt, daß wir die Tickets in El Fuerte nur im Zug bekommen und diese pro Person ca. € 100,- kosten würden. Auf der Hinfahrt muß man auf der rechten Seite sitzen. Als wir auf dem Bahnsteig standen, kamen immer mehr Leute und ich bezweifelte, ob wir überhaupt mitgenommen werden. Doch alles war dann ganz einfach. Mit 1/4 Stunde Verspätung kam die mächtige Diesellok mit gelb-grünen Waggons in den Bahnhof gerollt und wir folgten der Masse, diese hatten jedoch die erste Klasse gebucht und wir wurden in die andere Richtung, zur 2.Klasse dirigiert. Dort bekamen wir dann die gewünschten Plätze auf der rechten Seite. Als wir bezahlen mußten, kam die 2. Überraschung, wir mußten für beide Tickets zusammen € 80,- bezahlen, deutlich günstiger als erwartet.... im Schneckentempo (der Spruch "während der Fahrt keine Blumen pflücken" traf  hier tatsächlich zu) ging die Fahrt zuerst einmal durch die üppig grüne Landschaft, das ist der Vorteil, in unserem Sommer hier zu sein, dann ist es hier noch alles grün, weil es öfter regnet. Das Beste kam dann schließlich noch, die Lok schnaufte durch ein Labyrinth von Schluchten, der Kupercanyon ist viermal so groß wie der Grand Canyon in den USA und darüberhinaus mit toller Vegetation bewachsen. Uns hielt jetzt nichts mehr auf unseren Sesseln, mit Kamera bewaffnet stellten wir uns zwischen die Waggons, wo man eine freie Sicht auf die wundervolle Landschaft hat. Jeder zurückgelegte Kilometer auf der Schiene ein Erlebnis. Über  drei Ebenen von Brücken und Tunneln schraubt sich der Zug 2100 Höhenmeter nach oben. In Divisadero wird ein 15minütiger Fotostop eingelegt. Dort angekommen erwarteten uns schon etliche Eßstände und Verkaufsbuden, durch die man sich hindurchschlängeln mußte, um zum Aussichtspunkt zu kommen. Dies ist der einzige Punkt auf der Strecke, von dem man einen guten Blick in die Schlucht selber hat. Sehr beeindruckend. Fotos gemacht, schnell zum Imbiss, dort gab es u.a. gefüllte Paprikas in Teig gebacken und andere Leckereien und das alles für ein paar Euros. Weiter ging es zu unserem Endziel Creel, das wir einigermaßen pünktlich nach 8 Stunden kurzweiliger Fahrt erreichten. Creel an sich war eher eine Enttäuschung, das gebuchte Hotel machte keinen verdrauenserweckenden Eindruck, so daß wir uns etwas anderes suchten. Ca. 30 streunende Hunde liefen durch die Straßen und man hatte Mühe, nicht die Tretminen zu treffen. Gut, am nächsten Tag sollte die Fahrt zurückgehen, so daß wir dort noch ein wenig die Zeit totgeschlagen haben. Beim Abendessen sprach uns dann ein Paar auf deutsch an, daraus entwickelte sich ein wirklich interessantes Gespräch, die Beiden, Regina und Matthias sind seit 6 Jahren !! mit ihrem Segelboot von Hamburg unterwegs und kein Ende in Sicht. Es war schön, mal wieder Deutsche zu treffen, die dann auch noch so viel Spannendes zu berichten hatten. Wir dagegen mit unserem Kurzurlaub.... 

20.08. morgens frühstückten wir in einem Restaurant und siehe da, die Hamburger kamen auch hinein. Wir setzten uns zusammen, jedoch mußten sie nach 1/2 Stunde los, weil sie für diesen Tag eine Tour gebucht hatten. Unser Zug sollte um ca. 11.30 Uhr starten, jedoch ging es dann doch erst um 12.15 Uhr los. Wie auf der Hinfahrt hatten wir keine Probleme, einen Platz auf der jetzt linken Seite zu bekommen. Los ging die Fahrt, wieder hielten wir in Divisadero an, um noch einen Blick in den Canyon zu erhaschen. Die Fahrt war genauso schön, jedoch dauerte sie dieses Mal 2 Stunden länger. Also waren wir 10 Stunden unterwegs, im Dunklen kamen wir in El Fuerte an. Im Zug lernten wir noch einen Mexikaner mit seiner Freudin kennen, sie wollten ebenfalls mit dem Taxi in den Ort fahren, als nahmen wir uns gemeinsam ein Taxi, was dann auch noch günstiger war. Da es mittlerweile schon spät war, hatten wir schon Sorge, nicht mehr ins Hotel zu kommen, doch der Nachtwächter wußte Bescheid und gab uns den Schlüssel zu unserem Zimmer. In der selben Straße fanden wir noch einen Hot Dog-Stand und genehmigten uns noch jeder 2 Hot Dogs, die wir zusammen mit einem Papagei, der auf dem einen Stuhl saß, auf dem Bürgersteig auf der "Außenterrasse" aßen. Bier gab es im Kiosk gegenüber zu kaufen. Alles ohne Probleme. 

 

21.08. Frühstück im Ort, war recht gut, befremdlich war nur, daß eine Weihnachts-CD lief, ich glaube, die Mexikaner waren sich dessen nicht bewußt, also hörten wir bereits 4 Monate im voraus bereits u.a. "Oh Tannenbaum".... die Fahrt ging heute in Richtung Mazatlán. Dort hatten wir uns den Campingplatz Tres Amigos herausgesucht, der auf der Halbinsel Isla de la Piedra gelegen ist. Dorthin sind wir eine große Schleife gefahren, um vor Ort vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Ich habe dann erst einmal das Tor geöffnet, um zu sehen, ob dahinter irgendein Office zu finden war. Zu sehen waren nur 3 große Wohnmobile bzw. wieder die altbekannten Linienbusse. Vor einem stand ein Quad und 2 Stühle, ich klopfte und tatsächlich war jemand zu Hause. Kyle, ein Ami stieg aus und war so freundlich, mich telefonisch mit dem Besitzer des Campingplatzes zu verbinden. Somit habe ich dann gleich für 2 Nächte gebucht, wir konnten uns hinstellen, wo wir wollten und somit wählten wir die erste Reihe mit Blick auf  Strand und Pazifik. Wunderschön. Der Hausmeister kam wenig später und öffnete uns den Duschraum. Es stellte sich heraus, daß wir und Kyle (ein Dauercamper, der hier wohnt und sein Homeoffice hat)  die Einzigen auf dem Platz waren. Ab November füllt sich der Platz jedes Jahr mit kanadischen Rentnern, die hier in der Wärme überwintern. Wir richteten uns häuslich ein und gingen erst einmal im warmen Pazifik schwimmen. Dann nutzte ich das schnelle Internet, um Bericht zu schreiben. Abends gingen wir noch ein Häppchen essen, eine Bude hatte noch offen. Da die Saison noch nicht gestartet ist, ist es schwierig, überhaupt ein Restaurant in dem Dorf zu finden, das offen hat... und dann auch noch nach 18 Uhr. Abends erlebten wir ein heftiges Gewitter mit Starkregen, so daß es uns irgendwann unter dem Strohdach zu naß wurde (der Campingplatz stand trotz Schotters unter Wasser) und wir in den Bus flüchteten. Irgendwann gab es einen Riesenknall direkt über uns, so etwas haben wir zuvor noch nie erlebt. Wir konnten dann doch irgendwie einschlafen, obwohl es unheimlich warm im Bus war. 

 

22.08. nach dem Frühstück sahen wir die Bescherung... der Blitz ist doch tatsächlich in eine Palme eingeschlagen und hat den dort angebrachten Router und den Stromverteilerkasten, der an einer anderen Palme befestigt war völlig zerfetzt. Übrig geblieben sind nur ein paar verkohlte Drähte. Internet ade. Unser Nachbar war weniger begeistert, denn er braucht das Internet für seine Arbeit. Mittags gingen wir mit ihm am Strand essen, es gab Shrimps aus der Gegend, die richtig lecker und günstig waren. Das Bier gemischt mit Tomatensaft war dann weniger unser Geschmack. Nachmittags zeigte uns Kyle noch die Anlegestelle, von wo aus wir das Boot nach Mazatlán nehmen können. In einer 3/4 Stunde haben wir die Insel dann auch zu Fuß umrundet, alles sehr beschaulich und übersichtlich. Heute konnten wir uns dann nicht mehr aufraffen, noch nach Mazatlán hinüberzufahren. Also ließen wir den Abend mit Kyle und Marco mit einigen Kaltgetränken ausklingen und schauten uns die Blitze an, die etwas weiter entfernt über dem Pazifik hinuntergingen. Marco kommt jeden Nachmittag um 17 Uhr mit Fahrrad und Hängematte, in der er es sich gemütlich macht. Er ist 79 Jahre alt, fit wie ein Turnschuh und dreht dann abends bis um Mitternacht als Nachtwächter seine Runde auf unserem und dem zweiten dazugehörigen Campingplatz ein paar Meter weiter. Er quatscht die Leute die ganze Zeit in spanisch voll, obwohl wir nicht viel verstanden und somit auch nur bedingt antworten konnten. Die Nacht im Bus war wieder unerträglich heiß. 

 

23.08. wir beschlossen, noch eine Nacht hier zu verbringen, noch ein weiterer Tag am Strand und Ausflug nach Mazatlán. Bis mittags hatten wir wieder gut zu tun, Bus innen sauber machen, Wäsche waschen und was noch zu tun ist, das bißchen Haushalt.... mittags gingen wir die 1/4 Stunde zur Anlegestelle und es ging nach Mazatlán hinüber, die Fahrt dauert so ca. 10 Minuten mit einem kleinen Boot. Nach 20 Minuten Fußmarsch in der Hitze kamen wir im Zentrum an. Wir schauten uns die Kathedrale von außen an, gingen über den Plazuela Machado, schlenderten durch die Gassen mit den Häusern im Kolonialstil, die in den buntesten Farben angestrichen waren. Wir reservierten einen Tisch im El Presidio, ein Restaurant, das sehr gut sein soll. Weiter ging es zur Uferpromenade, die zu der Zeit auch wie ausgestorben war. Das Leben beginnt überall erst um 18 Uhr, wenn es etwas kühler wird... anstatt 36 vielleicht 33 Grad !! Wir gingen noch einmal zurück zur Kathedrale, die nun offen war, innen war sie sehr schön. Wir hatten für 18 Uhr den Tisch bestellt, also blieb noch etwas Zeit, die wir dann kurzerhand für einen Friseurbesuch nutzten, erst war ich an der Reihe, dann Jürgen. Für zusammen € 14,00 waren wir wieder frisch gestylt. Tja, bei den Preisen könnte man öfter zum Friseur gehen. Der schwule Friseur Antonio erzählte uns, daß er in den USA Jura studiert hätte, er dann doch auf Friseur umgeschwenkt ist. Er meinte, ein Anwalt würde in der Gegend, wo das Sinaloa-Drogenkartell besonders aktiv ist, nicht lange leben und als Friseur hat er dann wohl nichts zu befürchten... es sein denn, dem Drogenboss gefällt der Haarschnitt nicht. Das Essen im El Presidion war wirklich richtig gut und es war einmal etwas anderes. Man saß in einem sehr schön urig gestalteten Innenhof. Nach dem Essen waren die Gebäude alle angestrahlt und auch der Hauptplatz war jetzt belebt. Ringsherum hatten die Restaurants Tische hinausgestellt. Zurück zur Anlegestelle nahmen wir uns ein Openair-Taxi für ein paar Euros, wir hatten keine Lust mehr, den ganzen Weg zurückzulaufen. Das Boot fuhr dann auch direkt los und wir waren recht flott wieder auf dem Campingplatz. Noch ein Bier mit unseren Campingkumpels und eine weitere heiße Nacht sollte folgen. 

 

24.08. der Besitzer hatte uns eine kostenfreie Nacht zugesagt und da wir sowieso überlegt hatten, noch einen Tag am Strand zu verbringen, haben wir nicht lange gefackelt und blieben noch. Der Tag wurde vertrödelt und wir sahen, wie sich der in den letzten Tagen menschenleere Strand mit Mexikanern füllte, die den Freitagnachmittag damit verbrachten, mit Quads und Motorrädern den Strand hinauf- und hinunterzufahren. 

25.08. nach ein paar Tagen Strandleben und den stickigen Nächten im Bus war es nun an der Zeit, weiterzureisen. Das Lotterleben hat ein Ende, jetzt ist wieder Kultur angesagt. Heute hieß das Ziel Durango, eine Stadt mit herrlicher Kolonialarchitektur, einer tollen Plaza und es ist 1912 m hoch gelegen, das heißt, es wird angenehmer und kühler. Die Fahrt führte uns über die neue, mautpflichtige Autobahn, die supercarreterra von Mazatlán nach Durango, die Straße führt durch das Gebirge über 115 Brücken und durch 63 Tunnel, eine atemberaubende Landschaft, fast noch besser als die Zugfahrt durch den Kupfercanyon. Am frühen Nachmittag kamen wir dann nach einer kurzweiligen Fahrt in Durango an, wo wir für die kommende Nacht ein günstiges Hotel gefunden haben. Der Bus wurde auf einem abgeschlossenen Parkplatz abgestellt und wir suchten uns erst einmal ein Café, wo wir Kaffee und Kuchen in einem schönen Innenhof genossen. Wir schauten uns auch dort wieder die Kathedrale an und gingen anschließend zum Plaza, wo einiges los war. An diesem Wochenende gab es einige Musik- und Tanzaufführungen der  ansässigen Universität. Es war ganz nett, der mexikanischen Musik zu lauschen, bis dann die dicken Regentropfen den Spaß ein wenig verwässerten. Wir gingen dann weiter in Richtung Markthalle und Fußgängerzone, die uns zu weiteren Plätzen führte. Ein Ort, in dem man gut einen Nachmittag abhängen kann. Zum Abendessen gingen wir dann noch 1,8 km, um dort ein Steak zu essen, die Gegend ist wohl bekannt für Fleisch, es war ganz ok, aber nicht mit dem guten argentinischen Steak zu vergleichen. Während des Essens schüttete es schon wieder und es regnete so langsam durch das mit Palmwedeln bedeckte Dach. Als wir zum Hotel zurückgingen, wateten wir durch Wasser, das zentimeterhoch auf Straßen und Bürgersteigen stand. Gut, daß wir unsere Trekkingsandalen anhatten, da läuft das Wasser von vorne bis hinten einfach nur durch. 

26.08. die Fahrt ging heute nach Zacatecas, wir hatten ein Hotel mitten in der Stadt, 100 m von der Kathedrale entfernt (das Hotel liegt in einem umgebauten Kloster aus dem 17. Jh.). Die Stadt war verstopft, am Sonntag Nachmittag war hier die Hölle los. Wir konnten vor dem Hotel zum  Glück zum Ausladen parken, dann fuhren wir mit dem netten Mexikaner vom Hotel um gefühlte 10 Ecken bergrauf und bergrunter. Hier gibt es ähnlich wie in San Francisco ganz schön steile Straßen. Kein Wunder, denn die Stadt liegt auf 2440 m Höhe und geht bis zum höchsten Punkt auf 2850 m Höhe. Die dünne Luft merkt man auch ganz schön, wenn man die Berge hier hochkraxelt. Da wir den Bus in einem kleinen Parkhaus einige Straßen oberhalb des Hotels geparkt haben, hatten wir gleich auf dem Rückweg zu Fuß einen Blick auf eine wunderschöne Stadt. Zacatecas ist die berühmteste und reichste der mexikanischen Silberstädte (gegründet 1546!). Die Stadt ist auch für ihre koloniale Architektur bekannt, jedoch kommen nur sehr wenige Ausländer in die Stadt, um sich die Schönheiten anzuschauen. Als wir durch die Straßen gingen kamen wir aus dem Staunen und Fotografieren garnicht mehr heraus. An jeder Ecke wartet ein weiteres Highlight. Abends werden die Gebäude alle angestrahlt, eine tolle Atmosphäre!! Das Abendessen war leider weniger gut....

 

27.08. wie erwartet wurden wir natürlich von dem Glockenläuten der Kathedrale geweckt, jedoch erst um 7 Uhr. Frühstück gab es in der benachbarten Bäckerei, die belegten Baguettes waren für hiesige Verhältnisse sogar recht kross. Unser erster Anlaufpunkt war heute die Schwebeseilbahn hoch auf den 2600 m hohen Berg Cerro de la Bufa, von dem man einen tollen Panoramablick hat. Die Seilbahn kommt übrigens aus der Schweiz. Der Blick bei guter Sicht war toll. Auf dem Berg kann man sich noch eine Kapelle und die großen Reiterstatuen ansehen bevor es wieder in das Tal geht. Einige Meter weiter haben wir dann die Mina El Edén besichtigt, eine Mine, in der bis vor 14 Jahren unter härtesten Bedingungen Silber, Gold, Eisen, Kupfer und Zink ausgegraben wurde. An manchen Tagen starben dort bis zu 5 Menschen an Tuberkolose oder Quarzstaublunge. Eine 1 stündige Führung ging durch die 4. von 7 Ebenen, dort bekamen wir einen guten Einblick in das harte Lebens eines Minenarbeiters. Danach gingen wir zum Aquädukt, zur Kirche El Fatima, in der Markthalle tranken wir einen leckeren Smoothie, aßen einen leckeren "Berliner Ballen" ohne Marmelade und tranken noch einen Café direkt an der Kathedrale, wir mußten uns ein wenig von der Lauferei in der dünnen Luft erholen. Zuletzt gingen wir noch zum Museum Rafael Coronel. In dem ehemaligen San Francisco-Kloster werden in einem schönen Ambiente Werke und Sammlerstücke des Künstlers Coronel, u.a. 2000 Masken aus aller Welt ausgestellt. Abends aßen wir zur Abwechslung einmal eine Pizza, war ok.

28.08. heute ging es nach Guadalajara, die zweitgrößte Stadt Mexikos. Als wir die Stadt verlassen und alle Schlaglöcher einigermaßen umfahren hatten, sahen wir plötzlich... ein Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen PIR..., wir überholten und fuhren rechts heran. Sie stoppten zum Glück auch und wir stiegen aus, um uns erst einmal zu unterhalten. Schön, nach längerer Zeit ein deutsches Auto zu treffen. Kerstin und Thomas aus der Nähe von Dresden wollen ebenfalls bis nach Feuerland fahren. Wir haben die Adressen ausgetauscht und bleiben in Kontakt; da sie schneller unterwegs sind als wir, werden wir sie wahrscheinlich nicht wiedertreffen. Aber wer weiß.

In Guadalajara ging es quer durch die Stadt durch das Verkehrsgewusel zum zentral gelegenen Hotel, zum Glück mit Tiefgarage. Das Hotel war dieses Mal modern, mit allem Komfort, für knapp € 30,00 pro Nacht. Den Nachmittag nutzten wir, um uns die Stadt anzusehen. Sie gefiel mir persönlich nicht so, weil sie sehr groß ist, mit großen Plätzen. Trotz allem steht dort wieder eine beeindruckende Kathedrale, viele imposante Gebäude, teilweise mit Wandmalereien im Inneren. Aus Guadalajara kommt der Tequila und die Mariachi-Musik, die wir uns auf dem Hauptplatz anhörten. Dort spielte ein Ensemble von mindestens 15 Musikanten. Auch so wird man auf Schritt und Tritt in Mexiko mit mehr oder weniger wohlklingenden Gesängen und Klängen begleitet. Abends gab es u.a. mit recht geschmacksneutralem Käse gefüllte Paprikas, die man hier ganz gut essen kann.  

29.08. nach dem bisher besten Frühstück unserer Tour, ein Buffet mit allem Drum und Dran für € 6,00 pro Person fuhren wir vollgefuttert nach Morelia, eine der meistbesuchten Städte Mexikos. Dies kann man verstehen, wenn man sich die Gebäude aus der Kolonialzeit und die Kathedrale anschaut. Die Altstadt gehört seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Heute gewannen wir schon einmal den ersten Eindruck, indem wir die Haupstraße auf- und ab liefen, u.a. bis zum Aquädukt, das aus 253 Bögen besteht. Leider fing es am späteren Nachmittag an zu regnen, aber mit Schirm ist dies auch kein Problem. Abends war es dann auch zu frisch, um draußen zu sitzen und zu essen. Am Abend mußten wir noch unseren Bus in eine Parkgarage bringen, anschließend hielten wir bei uns im Hotel Casa del Anticuario bei einem Corona in dem tollen Innenhof im Kolonialstil noch ein Schwätzchen in Spanisch/Englisch mit dem Nachtportier, ein netter Kerl, der uns einiges über Mexiko und Morelia erzählte.

 

30.08. auch den heutigen Tag verbrachten wir noch in Morelia. Auch wenn wir uns schon vieles am gestrigen Tag angesehen haben, gab es immer noch etwas Neues zu entdecken. So schauten wir uns morgens noch einiges an, ab Mittag vertrödelten wir ein wenig die Zeit mit Essen, auf dem Plaza sitzen, sich die Leute anschauen, Kaffee trinken, Bericht schreiben, Fotos sortieren etc. Beim Mittagessen unterhielten wir uns noch mit einem Mexikaner, der mit 51 Jahren als Lehrer in Rente ging und uns auch noch einiges über Mexiko erzählte. Man muß schon sagen, daß die Mexikaner wirklich sehr nett sind und sie sich freuen, daß man ihr Land besucht. 

31.08. hinaus aus Morelia und ab nach Guanajuato, unsere nächste Station. Nach einer recht kurzen Fahrt kamen wir gegen Mittag in Guanajuato an. Die Einfahrt führte uns durch ein ausgeklügeltes unterirdisches Tunnelsystem, teilweise mit Ausfahrten. Unser Navi führte uns zu einem Platz, wo es dann bis zum Hotel keine Straße mehr gab. Der wunderschöne Ort hat sehr viele idyllische Plätze, die sich mit gepflasterten Straßen und Gassen verbinden, die sich am Berghang auf- und abschlängeln. Autofahren in den engen Straßen ist wirklich eine Herausforderung, hierzu mehr später im Bericht. Nachdem wir den Bus im Parkverbot abgestellt hatten, machte ich mich auf die Suche nach dem Limon Hotelito, wo wir ein Zimmer reserviert hatten. Mit Hilfe des Navis und der Aussage eines Polizisten lief ich die Gassen ab, stand in der richtigen Gasse, fand jedoch kein Hotel. Also wieder zurück zum Polizisten, hier erbarmte sich dann eine nette Dame, mit mir mitzugehen. Sie zeigte auf einen Treppenaufgang mit grüner Tür, hier war weder ein Schild noch eine Klingel, also polterte ich gegen die Tür, nichts passierte, nur daß ich die Nachbarn dort kennengelernt hatte, die gleich aus ihren Häusern kamen. Also zurück zum Bus, dort stand der Sohn der Touriinfodame und bot uns an, in dem Hotel anzurufen. Ja, hieß es, jemand kommt in 1/4 Stunde, um uns zum Parkplatz zu geleiten.... nach einer halben Stunde immer noch nichts !!! Dann kam die Dame schließlich und fuhr mit ihrem Auto vor. Wir hinterher, es  ging links und rechts durch die engen Gassen, so daß schon bald eine Frau auf dem Bürgersteig von unserem Seitenspiegel erschlagen wurde, so eng war es!!! Jürgen schwitze schon ein wenig, dann fuhr die gute Frau in die reservierte Parkgarage, es ging rechts einen Hügel hinunter, doch auf dem ersten Blick war die Einfahrt nicht gerade sehr hoch. So war es dann auch, Jürgen fuhr zur Probe ein Stück in die Garage, als wir feststellen mußten, daß zwischen Dach und Sturz ein gefühlter guter Zentimeter Platz war. Ok, Aktion abbrechen und den Bus rückwärts wieder den Hügel hinauffahren. In der Zwischenzeit standen natürlich hinter ihm weitere Autos, die auch dort parken wollten. Jürgen war dann doch verständlicherweise reichlich genervt. So fuhren wir dann mit der Dame des Hotels zu einem anderen Parkhaus und hier paßte es. So haben wir locker 1 1/2 Stunden gebraucht, um überhaupt im Hotel anzukommen. Das Zimmer erwies sich als sehr spartanisch, es sah ein wenig wie Rohbau aus, eine Tür zum Badezimmer gab es auch nicht. Nun ja.... dafür ist es zentral gelegen. Jetzt machten wir uns erst einmal auf die Socken, um diese faszinierende Stadt zu besichtigen. Vorbei an dem tollen Juarez Theater gingen wir zur Bergbahn, mit der wir den steilen Berg hinauffuhren. In der Nähe des Pípila-Denkmals sieht man, wie die Häuser sich in allen Farben um die Hänge der Hügel herumwinden. Guanajuato liegt auf einer Höhe von ca. 2000 m in einem engen Gebirgstal. In 1558 wurde hier eine der reichsten Silberadern gefunden, auch heute noch ist die Mine in Betrieb. 

Es gibt hier ebenfalls wie in allen zuvor besuchten Städten in Mexiko unendlich viele Kirchen, die meistens sehr pompös ausstaffiert  und sehr gut besucht sind. Wir beschlossen, daß wir noch einen Tag länger bleiben, um dies alles genießen zu können. Eine traumhafte Stadt, die nie schläft, die Plätze sind bevölkert, überall wird Musik gespielt, es ist unglaublich. 

 

01.09. nach einem guten und günstigen Frühstück in einem Restaurant liefen wir mit der Kamera bewaffnet noch einmal durch die Gassen und klapperten auch die Ecken ab, die wir noch nicht gesehen haben, u.a. die Markthalle, in der ich mir einen wirklich leckeren Erdbeermilchshake und Jürgen einen gesunden Karottensaft zum 2. Frühstück genehmigten. Es war interessant, die Leute, die hier einkauften und aßen, zu beobachten. Weiter ging es in der Nähe zur sogenannten Kussgasse, wo sich die Balkone der gegenüberliegenden Häuser fast berühren, hierzu eine Geschichte, sie ich hier jetzt aber nicht wiedergebe. Um die Mittagszeit gingen wir noch einmal zum Markt, um dieses Mal einen leckeren Meeresfrüchtesalat für wenig Geld zu essen. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, von den Stufen des Theaters oder im Park die Leute zu beobachten. Hier gibt es dann durch die Nähe zu Mexiko Stadt doch wieder mehr Touristen. 

 

 

02.09. heute fuhren wir nach San Miguel, ein Ort, den uns einige Mexikaner als besonders schön beschrieben haben. Also nichts wie hin.

Wir kamen gegen Nachmittag am Campingplatz an, nachdem wir zwei Mal ums Karree gefahren sind, um ihn zu finden. Auf dem Platz standen bereits ein deutscher MAN-LKW und ein Schweizer Landcruiser und dazugehörigen Reisenden saßen auch gleich dort vor Ort. 

So hatten wir gleich viel zu erzählen. Das Ehepaar aus Deutschland ist schon eine halbe Ewigkeit hier auf dem Platz, die Schweizerin, eine 74jährige!! Dame reist alleine durch die Weltgeschichte, sie kam aus Südamerika hier hochgefahren und hatte so einiges über die Länder, die wir noch bereisen wollen, zu berichten. Das war wirklich sehr interessant. So verquatschten wir den Nachmittag. Um 17.15 Uhr sind wir dann zu unserer Verabredung hier im Ort losgelaufen. Wir waren von der Mexikanerin zu sich nach Hause eingeladen, die wir in La Paz am Strand getroffen haben. Es ging steil die Berge hinauf, ich schätze einmal 20% Steigung waren es schon. So waren wir nach 40 Minuten laufen auf Betriebstemperatur. Wir wurden gut bekocht und hatten einen schönen Abend inmitten einer größeren Gesellschaft. Mit dem Taxi ging es dann zurück zu unserem Bus. Dort saßen noch unsere Nachbarn und wir haben noch einen Wein zusammen getrunken. Dies war noch ein schöner Abend. Natürlich haben Reisende immer viel zu erzählen.

 

03.09. endlich gab es mal wieder Müsli vor dem Bus. Anschließend einkaufen und dann schafften wir es doch tatsächlich, einen weiteren tollen Ort, San Miguel gehört seit 2008 zum Unesco-Weltkulturerbe, zu besichtigen. Er ist kleiner und beschaulicher als z.B. Guanajuato, es gibt tolle Häuser in allen möglichen Farben, einige schöne Kirchen und jede Menge Amis, die hier in ihrer Rentenzeit eine gute, günstige Zeit verbringen. Am Abend waren wir dann mit unserer Campingnachbarin Yvonne, der Schweizerin im Restaurant "Berlin" essen. Das Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat war zwar nicht ganz wie in Deutschland, aber es war eine nette Abwechslung zu Tacos, Burritos und Co.

Am Abend saßen wir noch auf dem Platz bei Wein und Tequila mit den anderen zusammen. Es fing dann auch wieder heftig an zu regnen.

San Miguel de Allende ist auch bekannt für die schönen Türen....