04.09. nachdem wir noch E-Mail-Adressen mit unseren Campingplatznachbarn ausgetauscht haben und unsere Wäsche aus der Wäscherei geholt haben ging die Fahrt weiter nach Tula, unserem Zwischenziel. Jetzt lassen wir die Konolialstädte hinter uns und schauen uns die Ruinenstätten an. Tula ist das kulturelle Zentrum der Tolteken, hier im Tempel sieht man u.a. die Statuen toltekischer Krieger. Da diese Stätte auf dem Weg lag, hielten wir hier an. Recht interessant... nach einer Stunde hatten wir soweit alles gesehen und setzten unsere Fahrt nach Teotihuacán fort. Wir kamen am Nachmittag dort an und fuhren zum Campingplatz, der sich in der Nähe der Pyramiden befindet. Wir waren die Einzigen auf dem Platz, um uns herum große Wohnmobile aus Frankreich, Deutschland, Belgien und anderen Ländern, die hier untergestellt sind und wahrscheinlich in den nächsten Monaten abgeholt werden. Wieder einmal hatten wir den Platz für uns alleine + Besitzerin und 3 Hunden. Schräg gegenüber haben wir dann abends gut gegessen. 

05.09. bei schönem Wetter spazierten wir von unserem Camping ca. 2,5 km zu den Pyramiden von Teotihuacán, die in einem wüstenähnlichen Tal der zentralen Hochebene Mexikos, umgeben von weitläufigem Hügelland liegen.  200 v.Chr. enstand eine der imposantesten antiken Städte aller mesoamerikanischen Völker, zur Hochzeit zählte die Stadt bis zu 200.000 Menschen und dominierte mit ihren Pyramiden, Tempeln und Palästen mehrere hundert Jahre lang die gesamte Region. Zuerst einmal erklommen wir die hohen Stufen der Mondpyramide, ein schweißtreibende Angelegenheit und nichts für Leute, die nicht schwindelfrei sind, denn man muß ja auch wieder hinuntersteigen. Von hier aus hat man eine tolle Aussicht auf die ganze Anlage. 

Das Prunkstück ist die 65 m hohe Sonnenpyramide mit einer Grundfläche von 222 m auf 225 m, eine steile Treppe (ca. 250 hohe Stufen) führt auf die oberste Plattform, von der man erst einmal sieht, wie riesig die Struktur ist. Sie ist die drittgrößte Pyramide der Welt. Wir haben das ganze zwar schon einmal besichtigt, doch es lohnt sich auch, ein 2. Mal (oder ein 3. Mal für Jürgen) hierherzukommen. Anschließend gingen wir noch in das Museum und marschierten danach wieder zurück, wir legten noch einen kurzen Zwischenstop auf dem Markt ein, wo wir Gemüse kauften und eine Kleinigkeit preisgünstig aßen. Am Nachmittag fing es ordentlich an zu regnen, so daß wir in unseren Bus flüchten mußten. Abends wieder einmal mit Oropax schlafen gelegt, denn wie überall in letzter Zeit kläffen die Hunde und die Kathedrale ist auch nicht weit.

06.09.  heute ließen wir unseren Bus stehen und fuhren mit dem komfortablen Reisebus ca. 45 Minuten nach Mexiko Ciudad hinein. Als wir gerade auf dem Weg zur Bushaltestelle waren, kam der Bus uns bereits entgegen... und nahm uns sogar noch mit, das wäre in Berlin nie passiert. Für ca. € 1,80 pro Person für die einfache Fahrt ging die Reise in die Hauptstadt. Kurz vor Ende fragten wir unsere Sitznachbarn, wo wir aussteigen müßten, um zum Zócalo (Hauptplatz) zu kommen und sie sagten, daß sie ebenfalls dort hinfahren wollten. Also nahmen sie uns ins Schlepptau und wir fuhren mit ihnen weiter mit der U-Bahn (Kosten pro Person € 0,20) zum gewünschten Ziel, wieder einmal waren wir begeistert von der Hilfsbereitschaft der Mexikaner. Da wir bereits einige Male in der Stadt waren, haben wir uns nur noch die Highlights vor Ort angeschaut, wie u.a. die Kathedrale, den Zócalo, den Templo Mayor. Zu Mittag haben wir auf einer Terrasse in der 6.Etage mit Blick auf den Zócalo gegessen. Zurück ging es dann wieder problemlos mit U-Bahn und Bus.

07.09. Frühstück im Restaurant schräg gegenüber, heute wurden wir richtig ausgestopft, es gab Süßes, Eier, Obst und Brot, wir waren echt genudelt, dafür haben wir das Mittagessen ausfallen lassen. Wir fuhren durch die Serpentinen durch eine tolle Berglandschaft bis nach El Tajín, dort besichtigten wir die Ruinenstadt, die  wahrscheinlich im 1.Jahrhundert v.Chr. gegründet wurde. Bei 36 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 90% sahen wir uns die Pyramiden an, die wichtigste ist die sogenannte Nischenpyramide, sie ist 25m hoch und hat 365 Nischen, was höchstwahrscheinlich ein Sonnenjahr symbolisieren soll. So genau weiß aber niemand, wie das ganze genutzt wurde. Weiterhin ist El Tajin für sein kulturelles Ballspiel bekannt, das möglicherweise mit Menschenopferungen endete (zu sehen auf einigen in Stein gemeißelten Szenen). 

Zum Schluß sahen wir uns noch die Voladores (fliegende Menschen) an; 4 Männer rotieren an Seilen hängend um einen Mast zum Boden hinab (ähnlich wie Bungee Jumping), ein fünfter Mann sitzt auf dem Mast und spielt Trommel und Flöte.Die Voladores symbolisieren den Weg der Sonne am Firmament.

Als Übernachtungsort haben wir uns das benachbarte Papantla herausgesucht, dort haben wir ein Hostal gebucht, da es dort keine Campingplätze gibt. Erst einmal haben wir leider ein falsches Hotel in unser Navi eingegeben, das ähnlich hieß. So hatten wir schon eingecheckt und Jürgen hat den Bus auf einen sehr kompliziert zu befahrenen Parkplatz manövriert, als wir feststellten, daß wir im falschen Hotel gelandet waren. Ist uns auch noch nicht passiert. Jetzt hieß es, das andere Hotel zu finden. Gesagt, getan, nachdem ich 4 Leute befragt hatte, die uns immer wieder in eine andere Richtung schickten, irrten wir durch die Straßen. Dies fiel wohl auch einer Frau auf, die mit ihrem Auto neben uns anhielt. Sie fragte, wo wir hinfahren wollten und wir nannten ihr den Namen des Hotels. Kein Problem, sie würde vorfahren. Also hat sie uns doch tatsächlich zum Hotel gelotst. Wirklich total nett.

Abends gingen wir zum Zócalo, dem Hauptplatz, wo wir etwas aßen und die Leute beobachteten. Auf dem Platz war wie immer ordentlich was los. Die Stadt ist bekannt für ihre gute Vanille, so haben wir noch einen Vanillelikör gekauft und sind dann zurück zum Hotel gelaufen.

 

 

08.09. nach einem Frühstück auf dem Marktplatz (ich habe eine Auszeit genommen, da mein Magen ein wenig verrückt spielte- war gestern wahrscheinlich zu warm) auf dem Markt für ein paar Cents noch ein paar Bananen gekauft. Am Ortsausgang haben wir bei ATU - nein hier heißt es Autozone einen kleinen Ventilator für die kommenden "heißen Nächte" im Bus gekauft. Mal sehen, wann wir ihn ausprobieren und wie lange er hält. Heute fuhren wir nur eine kurze Strecke nach Casitas am Golf von Mexiko. Fast direkt am Strand ist ein gepflegter Campingplatz mit sehr sauberen Sanitäreinrichtungen. Zuerst waren wir die Einzigen auf dem Platz... aber als wir vom Schwimmen im Meer wiederkamen sahen wir Kanadier wieder, die wir bereits zuvor auf einem anderen Campingplatz getroffen haben. Die Welt ist klein. 

Wir haben den Nachmittag vertrödelt und dann sind wir abends im angeschlossenen Restaurant essen gegangen. Mein Magen hat sich wieder erholt.... Danach noch mit den Kanadiern zusammengesessen. 

09.09. morgens habe ich im schönen Pool erst einmal meine Bahnen gezogen, danach haben wir uns das Frühstücksbuffet zum Sonntag für € 5,50/Person geleistet. Nach der Verabschiedung von den Kanadiern (wir werden sie sicherlich noch einmal irgendwo auf unserer Route treffen) ging es an der Küste entlang nach Xalapa. Hier zeigt das eines der interessantesten Museen Mexikos,  das Mueso de Antropología, die umfangreichste Sammlung zum Kulturbereich der Olmeken. Ausgestellt werden 29000 eindrucksvolle Artefakte (gefunden im Bundesstaat Veracruz), besonders beeindruckend waren die sieben olmekischen Kolossalköpfe, die bis zu 3000 Jahre alt sind. Der größte Olmekenkopf ist 2,70 m hoch.

Anschließend fuhren wir in das Zentrum hinein, wo wir uns im Hotel eingemietet haben. Xalapa hat nicht ganz so viel zu bieten, außer der Kathedrale, dem Zócalo und dem Regierungsgebäude. Wir sind ein wenig herumgelaufen, als ein starkes Gewitter mit Starkregen losging. Da wir kein Mittagessen hatten, gönnten wir uns Kaffee und Schokoladenkuchen. Ein mächtiges Stück, das ganz schön stopfte. Bei dem Regen hatten wir keine große Lust mehr, noch lange durch den Ort zu laufen und gingen zurück zum Hotel. Abends aßen wir noch ein paar Häppchen auf dem Platz - sehr lecker und extrem preisgünstig.

 

10.09. für unsere Verhältnisse haben wir früh gefrühstückt, um möglichst schnell loszufahren, da wir heute ein Stück zu fahren hatten. Wir wechselten uns mit dem Fahren ab, obwohl Jürgen meistens fährt und ich in der Zwischenzeit "Anweisungen aus der Regie" gebe oder über den nächsten Ort, den wir ansteuern, aus dem Reiseführer vorlese. Das hat sich ganz gut eingespielt. Die Fahrt heute lief erst einmal problemlos bis vor uns eine Schlange von LKWs und PKWs auftauchte. Wir dachten erst, daß wir wieder an einer Mautstelle angekommen sind, aber weit gefehlt. Man sagte uns, daß hier eine Straßenblockade eingerichtet wurde und es hier nicht mehr weitergeht. Straßenblockaden in Mexiko werden in Mexiko gerne errichtet, um zu demonstrieren; man weiß auch nie, wann diese wieder aufgehoben werden. Der Kleinlaster vor uns wendete bereits und wir fragten ihn, ob er einen anderen Weg nach Oaxaca, unserem heutigen Ziel, kennen würde. Ja, er würde dorthin fahren, wir also hinterher. Zum Glück war die Abfahrt zur Alternativstrecke nicht weit entfernt. Also zockelten wir hinter einigen LKWs und unserem "Reiseführer" hinterher, es ging durch die Berge, landschaftlich sicher die schönere, aber auch langsamere Strecke. Nun ja, irgendwann kamen wir wieder auf die Autobahn und es waren noch ca. 30 km zu fahren.... als die Straße erneut blockiert war. Ich fragte also erneut, ob es eine Alternativroute gäbe, man machte mir wenig Hoffnung, also versuchten wir unser Glück alleine und fuhren irgendwelche Nebenstraßen, um wieder vor der Blockade zu enden. Hier stand ein Demonstrant und zeigte auf eine Auffahrt.  Na toll, das war die Zufahrt zur Autobahn, die in die entgegengesetzte Richtung, aus der wir gekommen sind, führte. Also 30 km bis zur nächsten Abfahrt, wo uns der Angestellte der Mautstelle auch wenig Hoffnung machte, er meinte wir sollten kurz vor der Blockade einen Taxifahrer fragen, um ihn nach dem Weg zu fragen. Den Ratschlag haben wir beherzigt und wir fanden ein Taxi, das uns über Holperpisten und unter einer Brücke, durch die sonst ein Fluß fließt (jetzt zum Glück nur ein Bächlein) zur Hauptstraße führte. Dies hatte natürlich seinen Preis, aber diesen Schleichweg hätten wir nie gefunden... und das Navi war auch mit seinem Latein am Ende. Nun gut, mit gut 2 1/2 Stunden Verspätung sind wir am Hotel angekommen. Wir hoffen, daß dies die einzige Straßenblockade bleibt, aber man weiß hier nie...

 

Eingecheckt, Bus 500 m entfernt auf einem bewachten Parkplatz untergebracht, dann konnten wir uns hier ein wenig umschauen. 

Oaxaca hatten wir bereits 2009 besucht und waren von der Atmosphäre damals total begeistert, so wollten wir uns dies noch einmal anschauen. Auch dieses Mal hat uns das Städtchen mit der pompösen Kathedrale, dem immer sehr belebten Zócalo, den Kolonialbauten sehr beeindruckt. Zum Abendessen suchten wir uns ein Restaurant mit Blick auf den Zócalo, um gut zu essen und das bunte Treiben dort auf dem Platz zu beobachten. Ich bestellte eine Margarita und bekam zu meinem Erstaunen 2 Stck. (ich habe nicht gesehen, daß sie Happy Hour hatten), aber auch gut. Zu essen hatten wir Hähnchen  mit Mole, eine Spezialität des Ortes, eine Soße basierend auf  verschiedensten Kräutern und dunkler Schokolade - sehr lecker. 

11.09. da wir gestern erst um 17.30 Uhr im Hotel waren, beschlossen wir, heute auch noch zu bleiben und verlängerten um eine Nacht im Hotel. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg, die Stadt noch einmal zu erkunden. An einiges konnten wir uns noch erinnern, u.a. an die prachtvolle Kirche Santo Domingo, die mit ihrem Prunk (der aber nicht kitschig wirkt) im Inneren beeindruckt. Wir schauten uns weitere Kirchen an, gingen durch die Straßen, ich sah mir die bestickten Blusen an (hatte aber schon eine gekauft), kauften auf dem Markt Kaffee und Mezcal (Agavenschnaps), aßen leckere Mango. Die gerösteten Heuschrecken, ein beliebter Imbiss hier, probierten wir allerdings nicht (soll ja gesund sein...). 

Alltag in Oaxaca

12.09. heute hatten wir nur eine kurze Fahrt - zuerst ging es zum 10 km entfernten Monte Albán, das religiöse Zentrum der Zapoteken, es liegt in 2000 m Höhe auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe. Seine Blütezeit hatte die Siedlung zwischen 300 und 900 n.Chr.

Wir besichtigten die zum Teil noch gut erhaltenen Reste von Wohn- und Kultbauten und diverse Steinmetzarbeiten. Es ist schon ein großes Gelände und sehr schön gelegen. 

Anschließend ging es nach Santa Maria del Tule, wo wir den Overlander Oasis Campingplatz ansteuerten, ein kleiner übersichtlicher Platz mit sehr netten kanadischen Gastgebern, Jeanne und Calvin. Calvin ist u.a. ein passionierter Schrauber, so daß er gleich eine Lösung für die Befestigung unseres Campingtisches hatte (ein Plastikteil war abgebrochen und wurde jetzt mit Hilfe von einem Stück Alu und einer Schraube repariert). Wir hatten Glück, es war für eine Nacht noch ein Platz für uns frei. Hinter uns stand ein Paar aus den USA, die ihren Sprinter reparieren müssen und nun schon länger auf Ersatzteile warten. 

Im Ort selber gibt es genau eine Sehenswürdigkeit, ein etwas 1400-1600 Jahre alter Baum, eine Sumpfzypresse mit einem Stammdurch-messer von 14,05 Metern, somit ist er der dickste Baum der Welt !! Abends saßen wir noch bei Tequila und Bier mit Calvin zusammen.

13.09. heute mußten wir eine lange Strecke fahren, von El Tule nach Tuxtla Guttiérez, 530 km in 7 1/2 Stunden. In Serpentinen die Berge hinauf und hinunter, durch die Ortschaften über gefühlte 1000 Topes (unsere geliebten Bodenschwellen) gehoppelt, rechts und links Agavenfelder für die Produktion des Mezcals. Eine tolle, vielfältige Landschaft, aber die Fahrerei war doch recht anstrengend. Übernachtet haben wir in einem günstigen Hotel am Rande der Stadt, die nicht viel zu bieten hat. Abends bei Domino's Pizza essen gegangen und ab ins Hotel. 

 

14.09. zuerst ging es heute zum Canón del Sumidero, ein tiefer Canyon mit bis zu teils über 1.000 m hoch aufragenden Felswänden. Auf der Fahrt dorthin sah Jürgen plötzlich die Polizei im Rückspiegel, Rot- und Blaulicht blinkten auf. Das hieß dann wohl, daß wir gemeint waren. Also fuhr Jürgen rechts ran und wartete darauf, daß der Onkel von der Polizei zu unserem Auto kam. Er war sehr nett, fragte nur, woher das Auto stammt, hieß er wollte die Fahrzeugpapiere sehen. Kein Problem, haben wir ja alles bei der Hand. Er war damit zufrieden, obwohl ich glaube, daß er mit den Papieren nicht viel anfangen konnte. Aber egal, er wünschte uns eine gute Fahrt und weiter ging es. 

Im Ort angekommen buchten wir eine Tour mit einem Motorboot, das zu unserem Glück 5 Minuten nach unserer Ankunft losfuhr. Es ging es in schneller Fahrt durch die hohen Felswände des Canyons,  wir sahen 2 Krokodile, die sich auf den Sandbänken sonnten. In den Bäumen sprangen die Affen von Ast zu Ast, Pelikane ruhten sich ebenfalls abseits der Touristenboote in den Bäumen aus. Eine Idylle, wenn nicht im Wasser überall der Plastikmüll herumschwimmen würde, der mit dem Fluß Grijalva u.a. von Tuxtla Guttiérez in der Regenzeit in den Canyon gespült wird. Die kurzweilige Fahrt dauerte 2 Stunden, ein schönes Intermezzo bevor es das letzte Stück durch die Berge von 520 auf 2100 m Höhe nach San Cristobal de Las Casas ging. Im Ort selber waren wir froh, daß wir "nur" mit einem VW-Bus und keinem der größeren Wohnmobile unterwegs sind, denn die Gassen waren wieder seeeeehr eng. Zum Glück lag unsere Pension in einer ruhigen Nebenstraße mit einer guten Zufahrt zum Parkplatz im Innenhof.

Jürgen war vor 25 Jahren bereits in diesem Örtchen, damals war es noch ein idyllisches Dorf, wo abends die Bürgersteige hochgeklappt wurden. Jetzt ist der Ort immer noch toll mit seinen niedrigen, bunten Häuschen, dem belebten Hauptplatz und vielen Frauen der indigenen Bevölkerung Tztotziles aus den umliegenden Dörfern, die hier ihre bunten Blusen und Tücher verkaufen. Sie tragen ihre Tracht bestehend aus einer bunten Bluse und einem "Flokati" als Rock. Hinzukommen die vielen ewig gestrigen Althippies und Ökos, die sich hier mit dem Verkauf von Kettchen und Ohrringen über Wasser halten. Manche sind, glaube ich, auch schon vor 25 Jahren hier gestrandet... Abends ist hier richtig was los, die Restaurants und Bars sind gut besucht. Abends haben wir uns in dem Restaurant "El Argentino" ein leckeres Steak gegönnt.

 

15.09. heute stand noch einmal die Besichtigung des Örtchens auf dem Programm, erst gingen wir die endlosen Stufen zu 2 verschiedenen Kirchen/Aussichtspunkten hinauf, um San Cristobal von oben zu sehen. Anschließend drehten wir noch einmal die Runde von gestern, die uns durch die Gassen und über diverse Märkte führte. Alles ist bunt und sehr ansprechend. Zu Mittag haben wir dann auf dem Platz gegessen, wo sie meterlange Tische mit Garküchen aufgebaut hatten. Die Köchinnen, wahrscheinlich Hausfrauen, die ihre Töpfe und Lebensmittel hierhergebracht haben, hatten alle blütenweiße Schürzen an, sauberer kann es in der eigenen Küche auch nicht zugehen. Wir haben dort für zusammen € 4,- pro Person gut gegessen, inkl. einem leckeren Puddingteilchen zum Nachtisch. Es muß nicht immer das Restaurant sein... der Nachmittagskaffee rundete das Ganze ab und wir gingen erst einmal zu unserer Pension, wo wir die Zeit nutzten, Bericht zu schreiben und die zahlreichen Fotos zu sortieren. Hier seht Ihr das Resultat.

Impressionen

16.09. morgens trafen wir beim Frühstück ein französisches Paar, die seit 2015 unterwegs sind, u.a. in Südostasien, Australien, Neuseeland usw. und jetzt sind sie mit einem Leihwagen in Mexiko unterwegs. Wir erzählten, wo wir jetzt hinfahren würden und sie informierten uns, daß die Straße 199 (berüchtigt) von San Cristobal nach Palenque, welches der direkte Weg ist, voll von Wegelagerern ist, die die Leute abzocken. Kinder spannen Seile über die Straße, so daß man anhalten und zahlen muß. Weiterhin gibt es Erwachsene, die Nagelbretter auslegen, s0 daß man dort auch stoppen muß. Sie wollen zur Weiterfahrt um die € 25,00 kassieren, hiermit wollen sie sich in dem Bundesstaat Chiapas finanzieren, da sie sich von der Regierung vernachlässigt fühlen und auf diese Weise eine Einnahmequelle sehen. Sie schauen  dann wohl auch noch in die Autos, was es dort noch zu holen gibt. Also haben wir unsere heutigen Pläne geändert und nahmen die längere Strecke, die 2  Stunden länger dauerte, in Kauf. Wir fuhren somit über Villahermosa, um uns den Ärger zu ersparen. 

Nachmittags kamen wir dann in Palenque auf dem Campingplatz Maya Belle an.  Wir hatten einen großen Campingplatz ganz für uns alleine, um den Platz herum standen noch einige Hütten, die vermietet werden, aber auch hier war nicht viel los. Angeschlossen war ein gutes Restaurant und ein großer Pool. Um uns herum Urwald, die Brüllaffen brüllen um die Wette... auch in der Nacht.

 

17.09. am Morgen fuhren wir mit dem Minibus nach Palenque,  vom Tieflanddschungel umgebene Ruinen einer ehemaligen Mayametropole.Bisher wurden erst ca. 5% der Bauten freigelegt, der Rest ist noch vom Dschungel überwachsen. Eine tolle Anlage, die wir bei einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 100% bei 32 Grad durchwanderten, natürlich stiegen wir auch einige der sehr hohen Treppenstufen hinauf - nichts für Leute mit kurzen Beinen (wie z.B. bei den Mexikanern). Zurück war es nicht mehr weit zu unserem Platz, so daß wir zurückliefen, gegen Mittag waren wir wieder bei unserem Bus und stärkten uns erst einmal im Restaurant (Jürgen hat jetzt leichte Magenprobleme), aber auch das wird wieder vergehen. Nachmittags gingen wir in den Pool, vertrieben uns dort die Zeit.  

18.09. heute fuhren wir um 8.30 Uhr los, denn wir wollten uns noch weitere Ruinen anschauen und dann nach Campeche weiterfahren. Die Ruinen von Yaxchilan haben wir von unserem Programm gestrichen, da das Gebiet Chiapas doch recht unsicher ist und wir auch noch viele andere, nicht weniger interessante Stätten sehen werden. Somit war unser erster Halt die Maya-Stätte Edzná, eine wenig besuchte Stätte, das sah man daran, daß wir mit sehr vielen Moskitos und zahlreichen Leguanen und wenig anderen Touristen zusammen das Areal besichtigten. Die Ruinen waren teilweise noch recht gut erhalten, vor allen Dingen die sogenannte "Große Akropolis", die fünfstöckige Palastpyramide war sehr imposant. Überall tummelten sich die Leguane, ein großer Spielplatz für sie und ein gutes Fotomotiv für uns.

Nachdem wir gut durchgeschwitzt waren, ging es weiter nach Campeche, eine Stadt am Golf von Mexiko. Wir kamen am Nachmittag dort an, genau der richtige Zeitpunkt, um sich die völlig entspannte Stadt mit ihren bunten Kolonialhäusern anzuschauen. In aller Ruhe tranken wir unseren Kaffee am Hauptplatz mit Blick auf die Kathedrale, anschließend schlenderten wir die Uferpromenade entlang. Dort trafen sich die Damen zur Zumbastunde, die Pelikane flogen über uns hinweg, ein paar Jogger rannten an uns vorbei. Der Sonnenuntergang war dann leider wegen der Wolken nicht ganz so spektakulär. Abends noch lecker Fisch gegessen. 

19.09. heute standen weitere Ruinen auf dem Programm, zuerst fuhren wir zu den Maya-Ruinen Labná, eher wieder eine kleinere Anlage, die sich nicht viele Touristen anschauen, sie lag bei unserer heutigen Tour auf dem Weg und wir hatten sie noch nicht gesehen. Teilweise sind die Gebäude noch relativ gut erhalten und weisen beachtliche Steinmetzarbeiten auf. Die Blütezeit der Stadt war vermutlich im 7. bis 9. Jahrhundert n.Chr. und man nimmt an, daß sie von etwa 2.000 Menschen bewohnt war. 

 

Weiter ging es auf abenteuerlichen Schleichwegen (gab uns die nette Dame unseres Navis vor) durch Auberginenfelder, Orangenbäumen, Palmen nach Uxmal, zu einer der meist besuchten Ruinenstätten der Maya auf der Halbinsel Yucatán. Die Ruinenstadt liegt in der leicht welligen Karstlandschaft Puuc, was den besonderen Reiz ausmacht. Wir erklommen wieder einige Stufen zusammen u.a. mit recht großen Leguanen. Der Himmel war, als wir wieder zum Bus zurückgingen pechschwarz und die Gebäude wurden noch von der Sonne angestrahlt, ein tolles Bild. Auch heute war der "Spaziergang" ein wahres heiß-feuchtes Vergnügen. Nach der Besichtigungstour fuhren wir weiter nach Mérida, zur VW-Werkstatt, in der wir für den übernächsten Tag einen Inspektionstermin vereinbart haben. Wir wollten noch einiges abklären, u.a. fragten wir, ob sie unsere Windschutzscheibe austauschen könnten, da sie genau die selben Transporter hier auch verkaufen, sie haben jedoch keine Ersatzscheiben hier in Mexiko, warum auch immer. Also fahren wir weiter mit dem Riß in unserer Scheibe herum. Alles andere haben sie auf Lager. Langsam aber sicher wurde es dämmerig, wir mußten noch bei einem Walmart einkaufen gehen und dann zur Jugendherberge fahren, die JH hat für kleine Camper auch Stellplätze im Garten. Tja, wir waren hier wohl die "Oldies" und wurden von der Kölnerin, die im Innenhof saß, gleich gesiezt. Wir aßen unser Grillhähnchen aus dem Supermarkt und gönnten uns noch ein Bier dazu.

20.09. heute schauten wir uns ganz gemütlich Mérida an, wo wir auch bereits vor 9 Jahren waren. Der Ort ist nicht so aufregend, aber man kann sich einiges anschauen, da wir ja auch 1 Tag auf den Werkstatttermin warten mußten. Als wir auf der Parkbank auf der großen Plaza saßen, sprach uns ein Mann an, der neben mir saß und empfahl uns einen Laden, der Maya-Artikel in guter Qualität verkauft, so liefen wir als nächstes dorthin, um uns umzuschauen. Dort hatten sie wirklich tolle Dinge, so daß wir schwach wurden, beide haben wir uns einen Panama-Hut gekauft. Ok, wir sind hier nicht in Panama, aber die Machart ist die selbe. Weiterhin haben wir uns noch einen bunten "Lappen" gekauft, den man als dünne Zudecke oder auch als Tischdecke nehmen kann. Danach hatten wir keine Lust mehr auf  Sightseeing und gingen eine Kleinigkeit essen, den Gutschein für je eine Margarita haben wir dann auch gleich eingelöst, man muß ja schließlich bei der Hitze viel trinken.