Am 27.04.2018 soll das große Abenteuer nun tatsächlich losgehen. Wir flogen über München nach Toronto und landeten dort mit 40 minütiger Verspätung. Am Zoll durften wir dann erst einmal an einer langen Schlange anstehen, es sind wohl noch ein paar Maschinen vor uns gelandet und Alle wollen nach Kanada einreisen. Auch wir durften dann nach ca. 40 Minuten Wartezeit diverse Fragen beantworten wie:

- wieso kommt Ihr nach Kanada? Habt Ihr hier Verwandte? Euer Beruf ?  wie lange bleibt Ihr?usw., nachdem wir die Fragen alle im Sinne des Beamten  beantworten konnten, bekamen wir dann auch endlich den Einreisestempel, mit dem wir jetzt 180 Tage in Kanada bleiben dürfen. 

Toronto ist eine lebendige Stadt, in der Multi-Kulti vorherrscht. 50% der Einwohner wurden nicht in Kanada geboren, d.h. viele Chinesen,

Italiener, Inder etc. haben hier eine neue Heimat gefunden. Bei einer Hop On-Hop Off-Tour konnten wir uns in einer 2 stündigen Bustour einen guten Überblick verschaffen. Den ganzen Tag sind wir dann noch bei Kälte und morgens Regen in der Stadt herumgelaufen, haben viel gesehen, u.a. das Wahrzeichen Torontos, den CN Tower, St.Lawrence Market, St. James Kathedrale uvm.

Den Tag beendeten wir bei einem Pitcher Bier in der Kneipe Betty's, wo wir auch schon am Abend zuvor waren. Als "Stammgäste" bekamen wir dann gleich schon vom Wirt 2 Whiskeys ausgegeben, so nett sind die Kanadier !!!

Am Tag 2 fuhren wir dann  bei 8 Grad und Sonnenschein mit der Fähre zur Toronto Centre Island, von wo man einen tollen Blick auf die Skyline Torontos hat. Anschließend düsten wir mit dem Aufzug auf den CN Tower, in 346m Höhe hat meinen eine gute Rundumsicht. 

Nachmittags flogen wir dann nach Halifax.

 

30.04.-02.05. - in Halifax gibt es entgegen der Aussage des Reiseführers, man könnte dort 2 volle Tage locker mit Besichtigungen zubringen, nicht viel zu sehen. Jedoch lud auch das Wetter (7 Grad und Regen) nicht dazu ein, lange durch die Straßen zu schlendern. Doch wir hatten ja in erster Linie Halifax nur ausgewählt, da dort unser  Bus anlandet. Somit haben wir uns am 1. Tag ein wenig den Ort angeschaut, den 2. Tag nutzten wir, um die Abholung des Buses zu organisieren. Also fuhren wir mit dem Taxi zuerst zum Spediteur, wo wir die notwendigen Papiere für die Übernahme des Buses und den Zoll bekamen. Danach mit dem Taxi zum Zoll, der hatte auch nichts zu meckern, somit bekamen wir auch hier den notwendigen Stempel, dies verlief  wirklich schnell und reibungslos. Das hatten wir uns komplizierter vorgestellt. 

Da wir nun endlich am 02.05.2018 (Jürgen hatte heute Geburtstag, dies war jedoch zweitrangig) unseren Bus abholen konnten, stellten wir uns für 7 Uhr den Wecker, frühstückten und standen dann pünktlich um 8 Uhr im Hafen. Dort wurden wir vom Personal zur Abholstelle gefahren, wo wir dann auch gleich unseren Bus entdeckten (er war einer von 21 Fahrzeugen, die mit diesem Schiff mitgekommen sind). Hier mußten wir noch auf Papiere warten und inspizierten in der Zwischenzeit den Bus, alles da, keine Schrammen oder Beulen, na dann kann ja nichts mehr schiefgehen......

02.05. - yippiiiii, endlich wieder im eigenen Bus sitzen, jetzt schnell zurück zu unserer Unterkunft, unsere Sachen hineinwerfen und los ging die Fahrt, Pananmericana  - wir kommen !!! Dank der App maps.me haben wir ein gut funktionierendes Navi dabei, das auch offline funktioniert. Es führte uns dann auch brav zum ersten Zwischenziel, Peggy`s Cove, ein Vorzeige-Fischerdorf, an einer zerklüfteten, zugleich glatten Felsküste, mit dem meistfotografierten Leuchtturm Kanadas. Eine  tolle rauhe Gegend dort.

Weiter ging es dann nach Fredericton in der Provinz New Brunswick. Nach Ontario und Nova Scotia ist dies nun schon die dritte Provinz, durch die wir durchfahren. 

Kurz vor Fredericton stand das Wasser rechts und links des Highways bis zur Oberkante, die Straße war kurz vor der Überflutung. Überall Wasser, 1 km vor unserem Motel war dann die Straße gesperrt, da dort die Straße tatsächlich ein Stück überflutet war, der Fluß St.John trat über die Ufer, also machten wir nach einem kurzen Schwätzchen mit dem Polizisten kehrt und fuhren ein große Schleife bis zur Unterkunft.

Jetzt hieß es, den ersten größeren Einkauf zu starten, wie Klopapier, Gaspatronen für unseren Kocher, Lebensmittel... die haben uns dann erwartungsgemäß nicht begeistert, u.a. gab es Pappbrot, gezuckertes Müsli und alles fast doppelt so teuer wie in Deutschland. Danach den Bus aufgeräumt, Lebensmittel in den Kühlschrank geräumt. Der Tag endete für uns mit einem fürstlichen Geburtstagsmahl in Fredericton Downtown, Burger mit Pommes. Übrigens hatten wir morgens 7 Grad und nachmittags 29 Grad !!! 

03.05. - von Fredericton ging es dann nach Rivière-du-Loup, von wo wir mit der Fähre den St.Lorenz-Strom überquerten, in 65 Minuten fährt man eine Strecke von 27 km, teilweise dachten wir, wir würden auf dem Atlantik und nicht auf einem Fluß schippern, so breit ist der Fluß !!!  Hier ist für uns noch tiefster Winter, über liegen noch Schneereste, die Seen sind noch großflächig zugefroren. Brrrrr !!

Wir landeten in St-Siméon und fuhren dann zwischendurch noch einmal mit einer Fähre in Richtung Tadoussac, ein kleiner Ort, weltberühmt für die Walbeobachtung !!!. Es war mittlerweile 4 Uhr und wir mußten uns mal wieder um die Unterkunft kümmern, also rein in das Tourismusbüro, wo sich eine Dame sehr viel Mühe gab und uns einen Campingplatz empfahl. Wir fuhren also dort hin, um zu hören, daß die Toiletten und das warme Wasser leider nicht funktionieren. Somit also doch eine weitere Übernachtung in einem günstigen Hotel. 

Am nächsten Morgen kauften wir die Tickets für die Zodiacfahrt (Zodiac = großes Schlauchboot), zogen alle Klamotten an, die wir hatten, um dann anschließend noch in wasserfeste Latzhosen und Jacken gepackt zu werden. Um 10.15 Uhr ging die 2 1/2 stündige Tour los. Bei 4 Grad und Nebel machten wir uns auf den Weg, um im St.Lorenz-Strom Wale zu beobachten. Leider wollten die mit uns nichts zu tun haben, die Ausbeute = 0 Wale, dafür ein paar Robben auf den Felsen und ein Wasserfall. Völlig durchgefroren kamen wir wieder an Land, zum Trost gab es noch einen Becher warme Brühe !!!

04.+05.05. - mittags fuhren wir dann, nachdem wir wieder aufgetaut waren, nach Québec. Im Motel eingecheckt, dann gleich mit dem Bus (30 Minuten Fahrt) in die Altstadt gefahren. Bei Starkregen und sturmartigen Böen war uns nicht mehr danach, noch den späten Nachmittag mit einer ausgedehnten Besichtigungstour zu beenden. Also gingen wir durch das Stadttor und ein paar Meter war bereits ein ansprechendes Restaurant, nichts wie rein. Das Essen war sehr gut französisch wie alles andere auch in Québec, on parle francais !! Man fühlt sich wirklich wie in Frankreich. Die älteste Stadt Kanadas ist sehr sehenswert und es gibt viel zu besichtigen. Über alles thront das Hotel Chateau Frontenac, das tatsächlich eher wie ein Schloß aussieht, hier übernachteten u.a. auch schon die Queen und Helmut Kohl. Den 2.Tag verbrachten wir dann auch in Québec, wo wir von morgens bis abends bei schönem Wetter per pedes die Stadt erkundeten. Abends waren wir dann auch fertig!!!

06.05. - morgens fuhren wir nach Montreal, wo wir dann direkt vor dem Motel in den Bus zur Innenstadt einsteigen konnten. Ein Stück fuhren wir dann mit der Metro, die uns dann zur Altstadt brachte. Nachdem wir das tolle Québec gesehen haben, konnte Montréal nur noch mit seiner Basilika Nôtre Dame punkten, von außen erinnert sie an die Nôtre Dame von Paris, innen ist diese Kirche gigantisch pompös. Beeindruckend sind die 7.000-pfeifige Orgel und der in Blau und Gold gehaltene Hochaltar, so etwas haben wir noch nie gesehen. Der Abend endete mit Ribs und Pommes und ein Bier, das tatsächlich schmeckt. 

07.05. - morgens nach einem mittelmäßigen Frühstück bei Tim Hortons (so ähnlich wie McDonalds und Co.) nach Ottawa gefahren. Es ging erst einmal durch den "dicken Morgenverkehr", der jedoch nicht mit Deutschlands Staus um die Uhrzeit zu vergleichen ist. Sobald man aus dem Ort herausgefahren ist, kann man den Tempomat anschalten und sich zurücklehnen, es ist nichts los auf Kanadas Highways, dafür sind die Straßenverhältnisse auch teilweise grauselig, es müßte vieles neu asphaltiert werden. Ottawa ist als Hauptstadt sehr beschaulich, von Stress keine Spur. Hier leben auch nur ca. 950.000 Menschen, die keine Hektik an den Tag legen. Ottawa hat mit dem Parlament, das auf einem Hügel angesiedelt ist und mal wieder dem Luxushotel, Chateau Laurier, ein ganz besonderes Flair. Die Fotos sprechen für sich....

08.+09.05. - nach dem Frühstück Weiterfahrt nach Niagara Falls, dies war eine etwas weitere Strecke, aber gut zu fahren, da der Verkehr sich in Grenzen hält und man mit Tempomat die 110 km/h abspult. Nur die Gefahr des Einschlafens ist bei dieser Geschwindigkeit auf Dauer recht hoch, doch mit etwas Unterhaltung und dem örtlichen Radioprogramm läßt sich das gut umgehen. Nur um  Toronto herum hatten wir dann den ersten richtigen Stau, aber war auszuhalten. In Niagara Falls hatten wir mal wieder ein Motel (für € 35,00/Nacht), allerdings ohne Frühstück, das haben wir dann selber zubereitet und direkt vor unserer Tür im Sonnenschein genossen. Am Ankunftstag haben wir uns dann natürlich gleich auf den Weg zu den Fällen gemacht, schon sehr beeindruckend, aber nicht so toll wie die Iguazu-Fälle in Argentinien!!

Ja ich weiß, wir sind schon sehr verwöhnt !!! Am 2.Tag haben wir die Fälle und die Umgebung etwas genauer in Augenschein genommen. Zuerst fuhren wir mit dem Bus zur Niagara Schlucht, dort konnten wir bei einem Spaziergang (White Water Walk) entlang des Ufers des Niagara Rivers sehen, wo wir nicht Boot fahren wollen, Stromschnellen der höchsten Klasse 6, d.h. bis zu 5 Meter hohe Wellen. Wahnsinn, daß einige Verrückte schon einmal versucht haben, diese Stromschnellen schwimmend, per Boot oder auch in einer Tonne zu bezwingen. Mit mal mehr, aber eher weniger Erfolg. 2.Tagespunkt Journey behind the falls, hier konnte man mit Regencape bewaffnet den Horshoe Fall von hinten und der Seite von einer Plattform bestaunen (46m unterhalb der Abbruchkante), ein beeindruckendes und zugleich nasses Vergnügen. Zu guter Letzt machten wir eine Bootstour, die Hornblower Niagara Cruises, ein noch nasseres Vergnügen, wenn man sich fühlt, als ob man in einer Nussschale in die Horseshoe Fälle hineinfährt. Ein schöne Abkühlung bei ca. 29 Grad Außentemperatur. Den Tag ließen wir ausklingen, indem wir entlang des Niagara Rivers,  an Weingütern vorbei in das so genannte "prettiest Town of Canada", Niagara-on-the-Lake fuhren. Ein niedliches Örtchen, in dem man gut schlendern und Wein kaufen kann. Wir kauften 2 Flaschen von dem guten Tropfen aus dieser Gegend, Niagara ist eines der Hauptanbaugebiete für Wein in Kanada. Zum Hochzeitstag werden wir uns dann evtl. ein Fläschchen gönnen. 

10./11.05. - nach einem selbst zubereiteten Frühstück im Motel ging die erste große Etappe nach Sault St.Marie los. Bei Regen fuhren wir los (wir hatten hier an den Niagara Fällen wirklich Glück) und nach ca. 9 Stunden inkl. einiger kurzer Pausen kamen wir in Sault Ste. Marie an. Dort kauften wir noch im Supermarkt ein, danach ins Motel und Essen. Der Ort an sich hat nicht viel zu bieten, diente nur als Zwischenstop zum Übernachten. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Thunder Bay. Wir fuhren ca. 780 km  auf dem Trans-Canada-Highway, einer der attraktivsten Abschnitte des Highways in Ontario: felsige Küsten und Sandstrände prägen seinen Verlauf. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Mit Eisschollen bedeckte Seen an jeder Ecke, man hätte alle 20 km ein Foto machen können. Hinzu kam das tolle Wetter Sonnenschein und 5 Grad Außentemperatur. Die Fahrt war wirklich sehr kurzweilig. Bei unserer Mittagspause kamen die ersten Europäer, die wir gesehen haben, mit ihrem Wohnmobil auf den Picknickplatz gefahren. 2 Rentner mit Hund, die ihren Sohn in Dawson besuchen wollen, mit ihnen haben wir dann noch ein längeres Schwätzchen gehalten. Kaum zu glauben, daß man einen ganzen Tag an einer Seite eines Sees fahren kann. Der See heißt Lake Superior und ist der größte der fünf Großen Seen Nordamerikas sowie das nach dem Kaspischen Meer flächenmäßig zweitgrößte Binnengewässer der Erde und damit der flächenmäßig größte Süßwassersee. Durch den Oberen See verläuft die Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Einfach unglaublich. Und plötzlich sahen wir erst den ersten Elch, ein Riesenvieh, der aber leider nicht auf das Foto kommen wollte, dafür haben wir dann noch 3 weitere Prachtexemplare gesehen. Tolle Tiere !!

Somit gab es die ganze Zeit gute Unterhaltung, auch wenn wir wieder ca. 9 Stunden unterwegs waren. 

12.05. - nach einem schnellen Kaffee im Motel, zum Frühstücken war es uns in der Bude zu kalt, sind wir dann in Richtung Winnipeg gefahren. Wir haben eine 80 km längere Fahrtstrecke gewählt, die schöner sein soll. Und so war es auch, der Umweg hat sich wirklich sehr gelohnt. Wieder fuhren wir lange Zeit durch schroffe Felslandschaften und tolle Seenlandschaften - und wir haben mal wieder 2 Elche gesehen, dieses Mal haben sie schön für ein Foto stillgehalten. Wir kamen nun in die Provinz Manitoba - wieder eine andere Zeitzone. 

Nachdem wir im Motel eingecheckt haben, sind wir noch nach Winnipeg Downtown gefahren. Eine nicht sehr schöne Stadt mit vielen merkwürdigen Gestalten. An dem Tag wurde auch noch ein Eishockeyspiel übertragen - Winnipeg gegen Las Vegas, beim Public Viewing war richtig was los. Fazit: Winnipeg muß man nicht gesehen haben. 

13.05. - heute hieß es nur "Kilometer machen", eine über 1000 km lange Fahrt durch die kanadische Prärie, Getreidefelder bis zum Horizont. Ein absolut flaches Stück, man kann meilenweit in die Ferne sehen. Also auf den Highway, Tempomat auf 100/110 km/h und ab und zu einmal überholen. Sonst aufpassen, daß man nicht einschläft. So ein ödes Stück, wir hörten den von Deutschland mitgenommenen USB-Musikstick rauf und runter... ab und zu sahen wir einen Zug, der gefühlt kilometerlang mit endlos vielen Containern im Schlepptau durch die Einöde fuhr (zwischendrin fuhr noch eine weitere Lok, denn eine Lok schafft solch ein Gewicht wohl nicht). An der Tankstelle wurde Jürgen gefragt, ob BB (Blümchens Bus -so heißt unser neues Zuhause jetzt) ein Hippiebus wäre. Ein Erlebnis von vielen, oft verdrehen sich die Leute aus den überholenden Autos die Köpfe, so daß man denken muß, sie fahren in die nächste Leitplanke. Schon recht auffällig, so ein rot-weißer Bus mit deutschen Kennzeichen.

Irgendwann hatte auch diese Fahrt ein Ende, wir landeten in Medecine Hat, ein Kaff nur zum Übernachten. 3 Provinzen an einem Tag, wir starteten in Manitoba, durchfuhren Saskatchewan und kamen in Alberta an.

14.05. - zurück in die Zivilisation, die Fahrt ging heute morgen nach Calgary, das uns mit seiner Hochhaussilhouette vor den Rocky Mountains begrüßte, diese Millionenstadt hat wirklich eine tolle Lage... und wenn man die Rockies so sieht, will man sich gleich die Ski unterschnallen !!! vielleicht beim nächsten Mal...  Wieder einmal wurde uns klar, wie klein unser Wägelchen ist, normalerweise sind die sogenannten "Motorhomes" mindesten doppelt/dreifach so lang, als weitere Ergänzung hängen die Kanadier gleich noch ihr Auto hintendran, hier noch mit einer Harley auf dem Pick-up (siehe Bild unten)

Mittags schlenderten wir bei sonnigen 26 Grad durch die Stadt, die nett anzuschauen ist, aber sonst außer Hochhäusern, ein paar älteren Gebäuden und dem Aussichtsturm nicht ganz so viel zu bieten hat, weltweites Interesse zog Calgary durch die Olympischen Winterspiele 1988 auf sich, u.a. mit Eddie, the eagle, dem Skispringer. Bereichert wird das allgemeine Bild zur Stadt noch durch die zahlreichen Gänse, eine stand mitten auf dem Weg stehen und fauchte uns an, aggressives Viech !!! nicht die Bären sind gefährlich...

15.05. - 18.05.2018 - raus aus der Stadt und Fahrt in die Natur, es ging nach Banff, einer der angesagten Skiorte in den Rocky Mountains. Auf dem Highway fuhren wir den Rockies entgegen, ein tolles Bild. Banff ist der Anfang des wunderschönen Icefield Parkway-Nationalparks, kostet Eintritt, aber ist jeden Dollar wert. Endlich starten wir unsere Campingaktivitäten. Wir fanden noch einen Platz auf einem Campingplatz, die Stellplätze waren mitten im Wald gelegen. Das war sehr nett, denn man hatte etwas Privatspähre; und wir hatten Glück, noch einen Platz ergattert zu haben, da die Kanadier alle an einem bevorstehenden langen Wochenende ihre Wohnmobile/- anhänger ausführen. Am Montag ist Victoriaday. Nun ja, wir mit unserem Minibus (im Vergleich zu den meterlangen Wohnanhängern der Kanadier) haben immer noch eher eine Chance auf ein kleines Plätzchen am Rande. 

Banff ist schon ein sehr überlaufenes Städtchen, vergleichbar mit Ischgl und St.Moritz mit vielen Restaurants und Geschäften und vielen Reisebussen mit lärmenden Indern und Chinesen, die dort ihr Geld in zahlreichen Souvenirläden ausgeben. 

Wir verbrachten die Zeit u.a. mit einer Wanderung hinauf zur Endstation der Gondel (auf den Mount Sulphur), heißt in 1 1/2 Stunden 5,8 km und 655 Höhenmeter überwunden,eine nette Wanderung nach dem Frühstück.  Die letzten Meter des Wanderweges waren noch mit Eis und Schnee bedeckt.Oben wurden wir mit einer tollen Aussicht auf die umliegenden Berge und das Städtchen Banff belohnt. Hinunter fuhren wir dann mit der Gondel, ist für Wanderer umsonst. Auf Wanderungen muß man mit Dickhornschafen und Bären rechnen. Es wir geraten, ordentlich Krach zu machen und Bärenspray (ähnlich wie Pfefferspray) für den Ernstfall mitzunehmen. Ob das dann den Bären tatsächlich beeindruckt, ist fraglich. Wir begegneten zumindest bis jetzt weder auf dem Campingplatz noch auf diversen Wanderungen einem Teddy. Am letzten Tag in Banff regnete es und wir gingen erst einmal einkaufen. Im Supermarkt trafen wir einem Paar aus Minden, die ebenfalls mit ihrem Bus unterwegs sind. Erst einmal mußten wir uns gegenseitig die Busse vorführen, wie so jeder seine Zeit beim Reisen verbringt. Danach verquatschten wir noch ein wenig die Zeit bei einem Kaffee in dem beliebten Tim Hortons. Das es mittlerweile nur noch leicht regnete, beschlossen wir, doch nicht nur den Tag zu vertrödeln, sondern zum Johnston Canyon zu fahren, wo wir eine schöne Wanderung zu den Lower und Upper Wasserfällen des Parks machten. Eine wunderschöne Wanderung im Canyon mit tollen Wasserfällen. Auf dem Rückweg sahen wir unseren ersten Schwarzbären im Wald (vom Auto aus),  ein tolles Erlebnis !!! 

Ein weiterer Ausflug von Banff aus ging zum Lake Louise, der mit den  Worten beschrieben war, ein Bergsee mit tollem türkisen Wasser. Was sahen wir, Berge von Schnee am Wegesrand und einen fast noch komplett vereisten See, aber auch der war toll anzusehen. 

 

18.05. - 20.05.2018 - weiter ging es dann auf dem Icefield Parkway nach Jasper, 230 km grandiose Straße durch die Berge, an tollen Gebirgsseen, Gletschern und Wasserfällen vorbei. Alle ca. 30 km gab es ein weiteres Hightlight, das man sich anschauen konnte, obwohl noch einiges wegen Lawinengefahr oder Eis geschlossen war. Auf dem Weg sahen wir Dickhornschafe (mit denen man sich auch nicht unbedingt anlegen sollte) und als Höhepunkt des Tages eine Bärenmama mit 2 Kleinen. Wir wollten uns eigentlich einen Wasserfall am Wegesrand anschauen, als ich die Bären sichtete, dann war der Wasserfall natürlich zweitranging. Es wurde ordentlich fotografiert, um uns herum bildeten sich natürlich Trauben von Menschen, die ebenfalls wie wild fotografierten. Jedoch sollte man doch einen gebührenden Abstand halten....

Am späten Nachmittag steuerten wir den nächsten Campingplatz an, der ebenfalls schön im Wald gelegen war. Wir bekamen erst einmal einen Platz für eine Nacht. Am Abend wollten wir dann zum Essen in den Ort fahren, als uns ein weiterer  VW-Bus entgegenkam, dieses Mal ein Paar aus Heidelberg, das auch die Panamericana evtl. bis zum Ende fahren möchte. Also auch noch ein Schwätzchen gehalten und Telefonnr. ausgetauscht. Alles in allem wird man wohl tatsächlich immer auch auf die selben Leute treffen.....

Am letzten Tag haben wir uns noch die "Programmpunkte" im Park vorgenommen, die wir am Vortag wegen der Zeit nicht mehr geschafft haben. Wir haben uns die Athabasca-Wasserfälle angeschaut, fußläufig erreichbar und wieder sehr beeindruckend. Das Wasser rauschte durch den Canyon in die Tiefe. Auf dem Rückweg wollten wir uns noch ein wenig die Beine vertreten. 4,5 km-Rundweg um 5 Seen herum. Wir haben schon die verkürzte Form ausgewählt, haben ordentlich Wasser am Bus getrunken und los ging es. Es war jedoch kein ebener Sonntagsspazierung mal eben um den See herum, nein, es ging bergauf- und bergab über Steine und Baumwurzeln. Ein wunderschöner Weg, der uns an 2 türkisfarbenen Bergseen vorbeiführte. Wir rechneten so für 4,5 km mit einer Stunde laufen, jedoch wurden aus den 4,5 km sicherlich fast 10 km und 2 Stunden Laufzeit... und das ohne Wasser. Schön blöd, wir als "erfahrene" Wandersleute hätten es eigentlich besser wissen müssen. Man muß immer Wasser dabei haben. Beim nächsten Mal sind wir schlauer.

20.05. - 23.05. Fahrt von Jasper über Dawson Creek (der Ort, in dem bei Mile Zero der Alaska Highway beginnt), weiter nach Fort Nelson und Watson Lake, alles unscheinbare Orte, die man eigentlich durchfährt, wenn man dort nicht eine Zwischenübernachtung einlegen muß. In jedem Ort rechts und links nur Tankstellen, Motels, Fast Food-Läden und Campgrounds, die wir dann ansteuerten, der eine besser, der andere schlechter, die günstigste Übernachtung hatten wir auf einem staatlichen Platz, mit ca. 8 EUR für die Nacht inkl. Plumpsklo, sonst auch nichts...aber duschen wird ja auch überbewertet und außerdem haben wir unser Wasser inkl. Waschbecken im Bus, das muß auch einmal benutzt werden. Watson Lake ist u.a. dafür bekannt, daß Touris ihre Ortseingangsschilder aufhängen, ob legal oder illegal mitgenommen, nun ja, auch egal.... wir hatten leider keins dabei. Die Strecke von Fort Nelson nach Watson Lake war das schönste Stück, es ging die Serpentinen hinauf und hinunter, am Lake Muncho vorbei, der sich durch seine jadegrüne Färbung des Wasser auszeichnet (durch Kupferoxide). Natürlich sahen wir auf dem Weg auch wieder unsere Kuschelbären, die mit Vorliebe den Löwenzahn am Straßenrand fressen. 

Hier eine Auswahl unseres kleinen "Streichelzoos", Tiere, die wir bis jetzt gesehen haben, sehr beeindruckend, welche Tiere hier in freier Laufbahn leben. Gut, den Moschusochsen haben wir in einem Wildlifereservat gesehen....

23.05. von Watson Lake ging es nach Carcross, ein kleines Örtchen auf dem Weg nach Skagway in den USA, wo wir eigentlich noch am nächsten Tag hinfahren wollten, den Plan jedoch mit der Wettervorhersage Dauerregen verworfen haben. Carcross mit 800 Einwohnern ist sehr beschaulich, einige alte Gebäude, u.a. der älteste Tante-Emma-Laden Kanadas, einige Souvenirläden, der See Bennett mit Sandstrand (Problem ist, daß die Wassertemperatur nie über 3 Grad steigt). Begeistert waren wir (wie auch in Watson Lake) über die Informationen, die wir von Dagmar, einer Deutschen, die schon Ewigkeiten in dem Dörfchen lebt und in der Touristeninfo arbeitet, bekommen haben. Sehr ausführlich, darüber hinaus konnte sie auch noch viele Tips zu weiteren Regionen geben. So eine tolle Beratung haben wir noch nie erlebt. 

Nachmittags gab es einen wirklich mal guten Kaffee und ein Stück Apfelkuchen deutscher Art, der auch sehr lecker war. Gestärkt fuhren wir zum Emeraldsee, der wunderschön in den verschiedensten Türkis-/Grünfarben leuchtete. Wir kletterten auf den gegenüberliegenden Hügel, um zu fotografieren. Auf dem Parkplatz wurden wir von 2 Kanadierinnen angesprochen, die mit einem geliehenen 35 Jahre alten Westfalia unterwegs waren. Haben uns nett unterhalten. An diesem Tag waren wir auch noch in einem Museum, wo fast alle Tiere Kanadas (ausgestopft) zu sehen waren, toll gemacht, obwohl uns sonst ausgestopfte Tiere nicht besonders beeindrucken. Hier wurde u.a. der größte Eisbär, den man gefunden hat, ausgestellt.Im Endeffekt waren wir erstaunt, wie gut man in solch einem kleinen Kaff die Zeit verbringen kann. 

24.05. morgens hatten wir keine Lust, unser Frühstück im Bus selber zuzubereiten und wir frühstückten im Café des Campingplatzes. Wir verquatschten 1 1/2 Stunden mit dem Sohn des Hauses, so erfuhren wir auch, daß die Leute dort im Winter mit durchschnittlich  4 Stunden 

Licht pro Tag und bis zu -40 Grad schon einmal in die Winterdepression verfallen, nicht verwunderlich, oder? Nachdem wir umdisponiert haben, ging es nach Whitehorse, wo wir uns erst einmal den alten Schaufelraddampfer SS Klondike, der früher Fracht und auch zahlungskräftige Passagiere den Yukon hinunterschipperte, ansahen. Bei der Besichtigung wurde man schon in alte Zeiten hineineversetzt.

Daraufhin steuerten wir die Touriinfo an, um uns wieder weitere Infos zu holen, danach gingen wir zur Alpine Bakery, einem deutschen Bäcker und was soll ich Euch sagen, wir kauften deutsches Vollkornbrot, welch eine Freude nach dem ganzen Pappbrot (obwohl wir ja erst 3 Wochen hier sind). Fehlt nur noch der Schwarzwälder Schinken, wir wollen aber mal nicht übertreiben !!! Auf dem Parkplatz der Info trafen wir ein deutsches Paar aus Bayern, die mit ihrem Mercedes-Bundeswehr-LKW seit 5 ! Jahren auf Reisen sind, sie haben die Panamericana von Südamerika aus angefangen und werden erst einmal im Oktober nach Hause fliegen, um dann bald evtl. wieder in Richtung Australien aufzubrechen. Tja, so geht es auch, aber das haben wir dann nicht vor....

Gegen Nachmittag spazierten wir noch 2 Stunden durch einen Tierpark, wo wir u.a. Karibus und Schneeziegen sahen, die wir wohl in freier Wildbahn nicht entdecken werden. Am Abende streunerte noch ein Hungerhaken-Fuchs über den Campingplatz auf der Suche nach Fresschen. 

25.05. heute wollten wir schon einmal so weit wie möglich in Richtung USA-Grenze fahren. Nach einem Frühstück am Bus in der Früh fuhren wir erst einmal in Richtung Kluane Lake (ca. 70 km lang), das interessanteste daran war, daß wir unseren ersten Grizzlybären sahen. Ein hellbraunes, noch recht junges Tier, der sich nicht scheute, immer näher an unseren Bus heranzukommen. So konnten wir ihn aus nächster Nähe betrachten und fotografieren, so stellt man sich einen richtigen Teddy vor !!! Bevor er dann in den Bus einsteigen wollte, haben wir dann doch lieber das Weite gesucht. Um uns noch ein wenig die Beine zu vertreten, sind wir den Sheep Creek-Trail abgelaufen, erst einmal 430 HM teilweise recht steil hinauf, Gesamtlänge von 10 km. Dies war eine schöne Wanderung, auf der wir eigentlich die Dallschafe beobachten wollten, diese zeigten sich auch direkt nach der ersten Kurve, je höher wir kamen, desto weniger haben wir von ihnen gesehen, jedoch war die Aussicht von oben auf See und Berge eindrucksvoll. Einem Grizzly sind wir zum Glück auf der Wanderung auch nicht begegnet, obwohl hier wohl die größte Population leben soll. Dann doch lieber im gebührenden Abstand aus dem Auto heraus....

Auf dem letzten Stück nach Beavers Creek haben wir dann noch einen braunen Schwarzbären gesehen, der auf dem Standstreifen spazieren ging. Wir leisteten uns heute ein Motel, nachdem wir 10 Nächte hintereinander im Bus geschlafen haben. Beavers Creek hat übrigens 80 Einwohner, ein Restaurant, wo wir gut gegessen haben, einen Niederländer, der mit 81 Jahren noch in der Touriinfo arbeitet und ein Schweizer, dem das Motel gehört. 

26.05. nach einem typischen Frühstück mit Eiern, Bacon, Toast und hash browns (Bratkartoffel), die wir jetzt immer abbestellen, denn wer ißt am frühen Morgen schon Kartoffeln, fuhren wir die letzten 30 km zur US-Grenze. In Kanada bekommt man komischerweise keinen Ausreisestempel. An der Grenze zu Alaska empfangen uns ein paar nette Grenzbeamte, die Prozedur gestaltete sich entgegen einiger negativer Kommentare, die wir zuvor gelesen hatten, total angenehm. Wir mußen nur ein Formular ausfüllen, unsere Fingerabdrücke abgeben und noch ein kleines Erinnerungsfoto von uns wurde hinterlegt. Weder wurde der  Bus inspiziert noch wurden wir nach Waffen oder sonstigem gefragt. Das ganze dauerte etwa 15 Minuten. Es ging weiter nach Tok, wo wir zuerst einmal, wie immer, die Touristeninfo aufsuchten. Dort war ein wenig informativer Herr im gesetzteren Alter, der uns aber wenigstens reichlich Infomaterial mitgegeben hat. Das heißt es jetzt durchzuarbeiten. Die Reiseroute werden wir jetzt gemäß der Wettervorhersage ausrichten. Dort, wo die Sonne evtl. scheint, werden wir unsere Alaskatour fortsetzen. Die Temperatur liegt zur Zeit bei ca. 15 Grad und heute regnete es. 

Alle weiteren Berichte findet Ihr jetzt unter dem Punkt "Alaska".....