09.10. heute hieß es um 5.45 Uhr aufstehen, Bus zurückbauen und los nach Tikal, unserem heutigen Programmpunkt und eines unserer Highlights unserer Reise. Wir waren 2009 bereits hier und waren der Meinung, daß wir es uns auf der jetzigen Tour unbedingt noch einmal ansehen müßten. Tikal war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode und sie ist eine der am besten erforschten Maya-Städte. So gibt es zahlreiche bemerkenswerte Stufentempel, die wir auch fast alle mit Hilfe einer Holztreppe neben den Tempeln erklimmen konnten. So kamen heute bei einer jeweiligen Höhe von über 40 Metern so einige Stufen zusammen... und das bei ca. 98% Luftfeuchtigkeit. 

Von oben hatten wie eine tolle Sicht auf den dichten Regenwald, der die Tempel quasi in sich verschlingt und nur die Spitzen hier und da hinausschauen läßt. Die Anlage ist wirklich groß, auf 16 Quadratkilometern stehen ca. 3000 Gebäude, die wir natürlich nicht alle gesehen haben. Trotz allem liefen wir 5 Stunden durch den Dschungel in der typischen Geräuschkulisse, heißt Vogelstimmen und das Brüllen der Brüllaffen (daher der Name). Verschiedene Tiere sorgten auch für Unterhaltung: die Klammeraffen schwangen sich in schwindelerregenden Höhen über unseren Köpfen von Baum zu Baum, sie waren auf Beerensuche. Die Nasenbären wühlten im Boden nach Früchten, der Fuchs lief an uns vorbei, ein riesiger Schmetterling hielt für ein Foto still, die Käfer am Eingang zum Park waren handtellergroß. Es waren tolle 5 Stunden, die wir jederzeit wiederholen würden, so gut hat uns Tikal wieder einmal gefallen. Jedoch waren wir wegen der Hitze und hohen Luftfeuchtigkeit auch fertig. 

Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal an unserem gestrigen Campingplatz an, um uns dort bei Kaffee und leckerem Käsekuchen zu erholen. Weiter ging es nach San Miguel (gegenüber der Insel Flores), wo wir uns in einem günstigen Hostal eingemietet hatten.  Ein letztes Mal mußte Jürgen noch einmal schwitzen, als er den Bus rückwärts in eine enge und etwas steiler hochgehende Einfahrt einparken mußte. 

Wir hatten von unserem Balkon einen tollen Blick hinüber nach Flores, wo wir morgen mit dem Boot hinüberfahren. Abends gewitterte es wieder und es schüttete wie aus Eimern, so daß wir froh waren, im Zimmer zu sitzen. 

10.10. um 5.30 Uhr wurden wir von lauten Böllern geweckt, ist jetzt schon Silvester? Nein, im Nachbarhaus wurde ein Geburtstag eingeläutet. Erst die Böllersalve, dann 1/2 Stunde Happy Birthday-Musik, danach waren alle wach und es kehrte wieder Ruhe ein. Wir haben uns so erschrocken, daß wir auch nicht mehr einschlafen konnten. Nun ja, dieses Mal waren es nicht das Hundegebelle oder Hahngekrähe als Weckfunktion. Heute wollten wir ausschlafen, da wir einen Ruhetag eingelegt haben, um uns Flores anzuschauen und die weitere Tour zu planen. Nach dem Frühstück ließen wir uns mit einem Boot von San Miguel nach Flores fahren, in 5 Minuten sind wir angekommen. Flores hat nicht viel zu bieten, außer einer Kirche und einige nette Cafés und Restaurants. Wir setzten uns nach einem kurzen Fußweg in ein Café, um bei einer Limonade das Leben auf dem See Petén Itzá zu beobachten. Nach einiger Zeit wurde das auch langweilig und wir schlenderten noch ein wenig durch die Gassen. Bei einem Touranbieter informierten wir uns über die Straßenverhältnisse für unsere weitere Route. Wir bekamen wertvolle Infos und beschlossen daraufhin, die vorgesehene Strecke, die teilweise über schlechte unbefestigte Straßen führt, die jetzt zur Regenzeit schnell zur rutschigen Schlammpiste werden können doch  nicht zu nehmen. Wir werden jetzt eine Alternativroute fahren. Dazu dann näheres in weiteren Berichten. Sicherheit geht vor !!!

Gegen Mittag fuhren wir dann zurück in Richtung Hotel, weitere Planung bei einem selbstgebrauten Kaffee. Abends fuhren wir dann zeitig noch einmal mit dem Boot nach Flores, um dort leckeren Fisch zu Abend zu essen. Dicke schwarze Wolken zogen wieder auf und in der Ferne sahen wir die Blitze (ähnlich wie gestern), so daß wir  beschlossen, uns schnell noch wieder zurückbringen zu lassen, bevor der große Regen kommt. Zum Glück kam auch noch ein Boot, das ganz schön schaukelte, aber wir kamen trocken an Land. Kurz darauf fing es an zu regnen.  

11.10. Abreise über das Wasser. Um die Holperpiste nicht mehr fahren zu müssen, wird der Bus mit uns auf die Autofähre gestellt, in 10 Minuten waren wir wieder auf dem Festland in Flores. Von hier fuhren wir die kurze Strecke zur Finca Ixobel, die sehr nett gelegen ist. Dort kann man normalerweise auch auf der Wiese campieren, da es jedoch die letzten Tage heftig geregnet hat, wären wir dort mit dem Bus eingesackt und somit blieben wir vor dem Eingang stehen, war auch ok. Dort verbrachten wir dann noch den Nachmittag im Restaurant und hielten u.a. ein Schwätzchen mit 3 Leuten, die dort freiwillig arbeiteten - für Kost und Logis. Nun ja, wem es Spaß macht....

Die Finca gehört Amis, so waren die Burger abends gut und einmal eine Abwechslung. Nach dem Abendessen bekamen wir noch neben unserem Tisch Besuch von einer hübschen Tarantel. Im Bus möchte ich sie dann allerdings dann doch nicht als Gast haben!! Geschlafen haben wir recht gut.

12.10. Heute hatten wir eine längere Strecke vor uns, es ging nach Copán Ruinas in Honduras inkl. Grenzübergang. Die Straße dorthin war recht gut, jedoch reihten sich die LKWs, die alle die Haupstrecke nach Guatemala Stadt fuhren, aneinander und es war bei der teilweise kurvigen Strecke doch etwas nervig, zu überholen. Die Grenzformalitäten dauerten dieses Mal 1 1/2 Stunden, gut war es, daß die Büros von Guatemala (für die Ausreise) und Honduras (für die Einreise) in einem Gebäude waren. Wir mußten 2 Mal in einem Laden Kopien von Paß, Führerschein und einigen anderen Papierchen anfertigen lassen, da diese an diversen Stellen benötigt wurden. Zwischendurch mußte Jürgen noch bei den Grenz-Geldwechslern Geld tauschen, da eine Gebühr in Lempiras entrichtet werden mußte. Der Zuständige für die Autopapiere war dieses Mal etwas pfiffiger, hatte keine Probleme, das Formular direkt richtig auszufüllen. Dann konnten wir die Reise nach Honduras antreten. Auf Grund einer Baustelle zogen sich die restlichen 10 km noch ordentlich in die Länge. In Copán haben wir ein Hotel reserviert (Don Udo`s), wo wir unser Bus an der Straße abstellten, ist wohl sicher dort. Als ich vom Einchecken wieder zum Bus kam, war Jürgen im Gespräch mit einem Deutschen. Es war Timo, ein Hamburger, der uns von einem Restaurant aus gesehen hatte und er wohl fast den selben Bus (rot/weiß) in Hamburg stehen hat. Er mußte natürlich direkt ein Foto machen. Er ist hier auf Einkaufstour für Kaffee, hat eine Kaffeerösterei in der Speicherstadt in Hamburg. 

Wir schauten uns noch ein wenig das hübsche Örtchen Copán an und flüchteten dann erst einmal vor dem Regen in das Hotel. Später gingen wir in ein Restaurant essen, daß Jürgen gleich wiedererkannte. Hier hatte er schon 1994 gegessen.

 

13.10. nach dem Frühstück gingen wir dann gleich den 1 Kilometer durch den Ort zu den Ruinen. Am Eingang wurden wir gleich von den hier freilebenden bunten Aras begrüßt, die ein Riesengetöse veranstalteten. Wirklich sehr schön anzusehen !!!  Die Anlage liegt sehr schön in einem Tal, umgeben von bis zu 2000 Meter hohen Bergen (wo dann auch der gute Kaffee herkommt). Copán war eine Stadt der Maya während der klassischen Periode (ca. 250 - 900), im 8.Jahrhundert erlebte sie ihre Blützeit, wurde darauf aber bald verlassen und verfiel. Jetzt stehen hier vor allen Dingen viele Stelen mit wunderschönen, gut erhaltenen Steinmetzarbeiten, aber auch noch einige Tempel, die teilweise mit großen Bäumen bewachsen sind. Im sehr interessanten Museum konnte man noch u.a. einen nachgebauten Tempel bewundern, der in den Originalfarben (vor allen Dingen rot) dargestellt war.  Er wurde im Original irgendwann einmal mit einem weitern Tempel "überbaut". Als wir uns zum Mittagessen Kaffee und leckeren Kuchen im Café Welchez genehmigten, fing es an zu schütten. Da hatten wir doch mal wieder das perfekte Timing.

14.10. heute traten wir die Rückreise von Honduras nach Guatemala an. Was soll ich sagen, an der Grenze brauchten wir für die Formalitäten 1/2 Stunde, das wird wahrscheinlich der Rekord bleiben. Zu erwähnen ist noch, daß der Zuständige für die Ausreise Honduras scheinbar recht weitsichtig war, heißt, er hat sich den Paß 5 cm vor die Nase gehalten, am liebsten  hätte ich ihm meine Brille geliehen. Der Angestellte, zu dem wir wegen der Ausreise des Busses gehen mußten (war der selbe Bearbeiter wie für die Einfuhr nach Honduras) schaute sich gerade in bemerkenswerter Lautstärke ein Video auf seinem Handy an. Ausgeschaltet wurde es erst als wir wegen der lauten Musik kein Wort verstanden... nun ja, man muß sich die Zeit ja im Büro irgendwie vertreiben !! Jetzt hieß es Richtung Guatemala Stadt zu fahren. Die Autobahn zur Hauptstadt wechselte von gut ausgebauten, aspaltierten 3 Spuren bis zu Schotterpiste. Die Millionenstadt ist wohl chronisch verstopft und es kommt ab und zu im Stau auch schon einmal zu Überfällen, insofern wollten wir hier schnell durchfahren. Dies gelang uns auch ganz gut, da wir glücklicherweise sonntags unterwegs waren und dementsprechend wenig Autos und sehr wenige LKWs unterwegs waren. Nach 1 Stunde war die Fahrt durch die Stadt erledigt. Gegen frühen Nachmittag kamen wir in Antigua an, die Kopfsteinpflasterstraßen waren teilweise regelrecht überflutet, da es kurz zuvor wohl heftig geregnet hat. Am Ortsrand hatten wir ein günstiges Hotel und konnten unseren Bus im abgeschlossenen Garten parken. Nach dem Einchecken erkundeten wir ein wenig die für ihre barocke Kolonialarchitektur bekannte Stadt, sie ist ferner von 3 Vulkanen umgeben, u.a. dem aktiven Vulkan Fuego. Im Touristeninfobüro haben wir eine sehr ausführliche Beratung zu Antigua und weiteren Zielen, die wir ansteuern werden, bekommen. Wir tranken in einem Café am Hauptplatz noch einen guten guatemaltekischen Kaffee. Abends gingen wir bei einem Belgier essen, sehr lecker. In der Zeit, als wir aßen, hat es wieder geschüttet, so daß das Wasser auf dem Rückweg zum Hotel teilweise die Straßen hinunterlief. Kurz vor dem Hotel fl0ß so stark das Wasser, daß wir nur nasse Schuhe und Socken beim Überqueren hätten riskieren können. Wir standen also unschlüssig am Straßenrand als ein Tuk Tuk hielt und uns fragte, ob er uns über die Straße fahren könnte. Das war ja mal wieder eine nette Erfahrung....

 

15.10. morgens gingen wir erst einmal auf den Aussichtshügel Cerro de la Cruz, ein nettes Morgentraining. Von hier hatten wir einen schönen Blick auf Antigua und die umliegenden Vulkane. Einige Fotos gemacht, dann haben wir uns die Stadt angeschaut. Viele schöne Gebäude, aber auch viele Ruinen (Klöster und Kathedrale), die an die schweren Erdbeben erinnern. Die Stadt wurde 1773 durch ein schweres Erdbeben völlig zerstört, im Jahr 1976 folgte ein weiteres. Die Ruinen wurden nicht wieder aufgebaut, haben aber auch ihren Charme. Zahlreiche Läden mit vielen bunten Stoffen laden zum Einkauf ein. Antigua hat zudem wohl 365 Restaurants, für jeden Tag eines, das man ausprobieren kann. Um 15 Uhr, als wir gerade bei Kaffee und Kuchen saßen, fing es an zu regnen. Bis dahin haben wir aber auch schon soweit alles abgeklappert, die Lauferei auf dem holprigen Kopfsteinpflaster merkt man dann auch nach einer Weile. 

16.10. wir verließen Antigua und wollten die relativ kurze Strecke an den Lago Atitlán in ca. 2 1/2 Stunden erreichen. Wir fuhren aus Antigua heraus, die Serpentinen hinauf und plötzlich... Stau. Wir sahen bereits, wie einige Autos drehten und uns entgegenkamen. Jürgen beschloß, wie einige andere Autofahrer auch, an der Schlange vorbeizufahren, in der Hoffnung, noch irgendwo abbiegen zu können. Doch weit gefehlt. Wir fuhren bis an die Straßenblockade heran, die erfahrungsgemäß dauern kann. Wir fragten einen anderen Fahrer, was los sei und er bestätigte, daß die Guatemalteken gegen den Bau einer neuen Autobahn demonstrieren, hierzu blockierten sie die Panamericana, auf die wir auch ein paar Meter weiter abbiegen mußten. Er gab uns den Tip, eine andere Strecke zu fahren, also drehen, die Serpentinen wieder hinunterfahren, die Alternativstraße nehmen. Hier zockelte erst einmal ein mit Sand beladener Kleinlaster mit 10 km/h vor uns den Berg hinauf, Jürgen konnte ihn jedoch zum Glück überholen. So ging es einige Zeit ganz gut voran... bis zum nächsten Stau. Wir ahnten Böses, denn auch hier stießen wir auf die Panamericana, die an dieser Stelle ebenfalls blockiert wurde. Wir fragten den Autofahrer vor uns, was denn los war und er erklärte, jetzt müßte man wohl warten, denn eine Alternativstrecke gibt es nicht wirklich und das kann dauern. Nun ja, was soll ich sagen, nach 4 1/2 Stunden Warterei ging es doch tatsächlich weiter. Wir hatten schon befürchtet, daß wir die letzten 78 Kilometer im Dunkeln fahren müßten. Dann ging es erst einmal im dichten Nebel los, der sich dann jedoch lichtete. Die Straße, die jetzt folgte, bestand aus Platten, die teilweise stark abgesackt waren, um nicht einen Achsenbruch o.ä. zu riskieren, mußte man ganz schön aufpassen. In Serpentinen ging es munter hinauf und hinunter, wie gesagt bei sehr schlechten Straßenverhältnissen. Nur die bunten Überlandbusse stört das alles nicht. Sie rasen wie die Verrückten die Serpentinen hinunter, wer bremst, ist feige. Jürgen konnte und wollte nicht hinten dran bleiben. Ein Vettel hätte wohl auch seine Probleme. Zum Glück saßen wir nicht in diesen Bussen. 

Die Fahrt führte dann letzendlich durch Sololá, ein Ort, von dem man einen schönen Blick auf den See hat. Die Straßen dort waren seeehr steil und schlecht. Laut Navi sollten wir in eine Kopfsteinpflasterstraße einbiegen, die allerdings nur aus megagroßen Schlaglöchern bestand, also nahmen wir dann lieber die nächste Querstraße. Das letzte Stück Richtung Panajachel ging in recht steilen Serpentinen hinunter. In der Dämmerung kamen wir dann endlich im Hotel an. Abends gingen wir dann noch bei einem vor vielen Jahren ausgewanderten Deutschen ein richtig gutes Schnitzel essen. Ja, Ihr müßt denken, wir essen nur noch deutsch...

 

17.10. leider wachen wir bei grauem regnerischen Himmel auf. Nach dem Frühstück gehen wir erst einmal an den See, um das Panorama zu genießen. Leider sind die Vulkane teilweise nebelverhangen. Zum Atitlán-See: das Panorama des Sees ist einmalig in der Welt, auf ca. 1500 Metern gelegen wird er von 3 Vulkanen, dem San Pedro (3000 m), dem Tolimán (3085 m) und dem Atitlán (3480 m). Rings um den See reihen sich viele hübsche Dörfer, die wir noch erkunden werden. Heute hatten wir beschlossen in Panajachel zu bleiben, um uns hier in den Läden umzuschauen. Ein Friseurbesuch stand auch noch auf der Agenda, Jürgen hat sich getraut, mit gutem Ergebnis, mir war der Laden nicht ganz so geheuer, also habe ich meinen Termin auf später, evtl. in Antigua aufgeschoben. Leider klärte es sich den ganzen Tag nicht auf und es regnete immer wieder. Schade, so konnte ich das Panorama des Sees und der Vulkane  nicht so genießen wie es Jürgen vor 24 Jahren erlebte. Wir sind ja noch ein paar Tage vor Ort.... mal schauen, denn die Regenzeit müßte jetzt eigentlich jeden Tag zu Ende gehen!!!

18.10. für 8 Uhr hatten wir einen Shuttle zum Markt nach Chichicastenango bestellt, wie Jürgen es schon prophezeite, kam der Kleinbus natürlich erst um 8.25 Uhr. Wir waren die einzigen in dem Bus, der uns dann allerdings zum nächsten Bus fuhr, wo in der Mitte der Sitzreihen noch ein paar Notklappsitze auf uns warteten. Nun ja, man saß einigermaßen. Wir hatten unseren Bus heute stehen lassen, da wir befürchteten, daß wir in dem kleinen Ort bei dem Marktgeschehen wohl kaum durch die engen Straßen kommen, geschweige denn einen Parkplatz dort bekommen würden. Das war dann auch so. Wir hatten für hiesige Verhältnisse einen sehr umsichtigen Fahrer, der die Serpentinen eher zu langsam als zu schnell fuhr. Das war uns aber auch lieber, als wir sahen, wie uns die schönen bunten Busse überholten und regelrecht durch die Kurven schossen. Das ist nur etwas für starke Nerven. Um 10 Uhr waren wir vor Ort und hatten 4 Stunden Aufenthalt, der Himmel zeigte sich blau-grau. Jeweils donnerstags und sonntags verwandelt sich der kleine Ort in einen großen Marktplatz. Von allen umliegenden Dörfern kommen die Menschen bereits am Vortag hierhin, um ihre Ware teilweise zu Fuß hierhinzubringen. Man kann ein geschäftiges Treiben beobachten. Einheimische in bunter Tracht verkaufen Obst, Gemüse, Hühnchen, ihre Trachten, sowie bunte Masken und Webarbeiten meistens für die zahlreichen Touristen, die sich das Schauspiel nicht entgehen lassen. Die Qualität der Souvenirs ist aber schlechter als die angebotene Ware z.B. in Panajachel oder Antigua. Auf den Stufen der Kirche Santo Tomás, die mitten im Marktgeschehen steht, werden von den Quiché (größte indigene Volksgruppe in Guatemala) Blumen niedergelegt, die Schamanen entzünden Kerzen und Weihrauch. Die Treppe hat 18 Stufen, die den 18 Monaten des Mayakalenders entsprechen. Nachdem wir in der Markthalle waren, in der es wunderbar nach Tomaten, Zwiebeln und anderem roch, bekamen wir Hunger. Wir gingen in ein Restaurant, wo wir uns dann auch gleich eine Tomatensuppe bestellten, die ganz frisch zubereitet war und herrlich schmeckte.... keine wässrigen Hollandtomaten!! Um 14 Uhr ging die Fahrt zurück. Leider waren die Vulkane am Atitlán-See wieder wolkenverhangen, so daß wir vom Aussichtspunkt aus nicht wie gewünscht das Bilderbuchpanorama präsentiert bekamen. Wir gönnten uns noch einen Kaffee in Panajachel, als eine ältere Dame (war sie 70 oder 80?)mit ihren Waren an unseren Tisch kamen. Sie tat uns echt leid, wie sie sich gerade so mit ihren Tüchern auf dem Kopf balancierend die hohe Treppenstufe hinaufquälte. Wir kauften ein Haarband und handelten dieses Mal nicht. Sonst kann man die Preise eigentlich um mindestens 50 % herunterhandeln (dies wird dann natürlich vorab von den Verkäufern draufgeschlagen). Somit ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende....

 

19.10. das Hotel ist zwar ruhig gelegen, wenn dann nicht der Hahn nebenan wohnen würde... Jeden Morgen um 5 Uhr meint er, er müßte uns wecken. Gut, daß wir solch ein Vieh zuhause nicht in der Nachbarschaft wohnen haben. Also waren wir recht früh wach... und es regnete. Wir beschlossen trotzdem, noch eine Nacht hierzubleiben und uns die umliegenden Dörfer des Sees anzuschauen. So fuhren wir mit dem allgemeinen Taxiboot bei hellgrauem Himmel (und ohne Regen) zuerst zum Örtchen San Pedro, das relativ groß ist. Auf dem Boot saßen Kanadier, 2 Frauen, die hier seit einiger Zeit leben mit der Verwandschaft aus Calgary, die extra hierhin gekommen sind, um sich die Zähne sanieren zu lassen, scheint hier wohl deutlich günstiger als in Kanada zu sein. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen, aber man lernt nie aus.... also kommt das nächste Implantat (das ich hoffentlich nicht benötige) aus Guatemala. In Guatemala fuhren wir mit dem Tuk Tuk erst einmal den Berg zum Aussichtspunkt hinauf. Hier hatte man eine schöne Aussicht auf den Lago Atitlán, dem Ort San Pedro und auf die Indian Nose, ein Berg, der von seiner Form aussieht wie ein dort liegender Maya (im Vergleich hierzu Jürgen auf dem Foto). Im Ort selber war Markt, wir liefen ein wenig durch die Gassen. Von San Pedro fuhren wir mit dem Tuk Tuk weiter nach San Juan, wo wir einige Kooperativen besuchten, u.a. Weberinnen und eine Imkerei. Zurück ging es dann auf direktem Wege bei Regen. Auf dem Boot unterhielten wir uns mit einem Salvadorianer und seiner Frau, die in Panajachel wohnen. Er erzählte uns einige Geschichten über den korrupten Staat Guatemala, aber er war auch der Meinung, daß alle Länder Mittel-und Südamerikas mit Ausnahme von Chile korrupt seien. Weiterhin war ein Thema der Flüchtlingsstrom von ca. 2000 Hondurianern, die sich zu Fuß auf den Weg in Richtung USA gemacht haben. Grund sind Armut und Gewalt. 

20.10. es heißt Abschied nehmen vom Lago Atitlán, heute zeigen sich die Vulkane in ihrer ganzen Pracht, leider ohne Sonne, aber auch ohne Wolken. Die Strecke nach Antigua lief dieses Mal ohne Straßenblockaden, so daß wir wirklich gut durchkamen. Gegen Mittag waren wir an unserem Hotel und es hieß, den Bus rückwärts in eine wirklich sehr enge Einfahrt zu fahren. Also Spiegel eingeklappt und mit mehrmaligem Hin und Her stand er dann wie angegossen im Innenhof. Als Jürgen später noch einmal etwas aus dem Bus holen wollte, fragten sie ihn, ob sie den Schlüssel haben könnten, da noch ein Auto vom Chef hinter uns eingeparkt werden sollte. Nicht mit uns... und Jürgen wollte diese Prozedur mit Heraus- und wieder Hineinfahren auch nicht noch einmal ausprobieren. Somit hatte sich die Sache dann irgendwann von selber geklärt. Später kam noch eine salvadorianische Familie mit dem Auto an, die wir direkt nach El Salvador befragten, unser nächstes Ziel. Der Junior konnte sehr gut englisch und hat uns bereitwillig Infos zu Sehenswürdigkeiten und der Sicherheitslage (vor allem in San Salvador) gegeben. Alles kein Problem, wenn man die Gebiete nördlich von San Salvador meidet. Ok, wir werden es sehen. 

Um 3.30 Uhr hatte ich ein Friseurtermin, lustigerweise war der Salon schräg gegenüber von unserem Hotel. Eine Kanadierin schnitt mir für guatemaltekische Verhältnisse teure € 35,00 die Haare, jedoch ist es wenigstens ein guter Haarschnitt, es reicht ja, wenn Jürgen nur € 3,00 für seinen Friseurbesuch ausgegeben hat. Den Rest des Tages trödelten wir ein wenig durch Antigua, wir hatten ja schon alles gesehen. Abends gingen wir zum Abschied noch einmal in ein guatemaltekisches Restaurant. Es war sehr gut. Morgen fahren wir nach El Salvador und das Fazit zu Guatemala: die Schwärmereien von Jürgen zu Guatemala kann ich nur bestätigen. Wir hatten eine sehr schöne Zeit hier, mit schönen Erlebnissen, sehr freundlichen Menschen und einer tollen Landschaft. 

nächster Reisebericht siehe El Salvador....