21.10. erste Aktion, den Bus wieder aus der engen Einfahrt ausparken. War zwar auch etwas komplizierter, aber nicht mit dem Einparken zu vergleichen. Das Navi führte uns dann erst wieder über unmögliche Straßen, teilweise eine kleine Seenlandschaft durch Antigua zur Hauptstraße. Heute ging es nach El Salvador, nicht über Guatemala Stadt, sondern über Escuintla, die Gegend, wo am 03.06.2018 der Volcán de Fuego ausgebrochen war und Gerölllawinen und Schlammströme Häuser und Menschen unter sich begrub. 114 Menschen kamen ums Leben, die Suche nach 197 vermissten Menschen wurde mittlerweile eingestellt. Dies war der schwerste Ausbruch seit 40 Jahren. Noch jetzt sieht man das Ausmaß der Zerstörung, die teilweise weggerrissenen Häuser und Straßen.  Nach und nach wird die Infrastruktur wieder aufgebaut, ein gruseliges Bild.... weiter ging es auf der CA2, die schlimmste Schlaglochpiste, die wir bis jetzt erlebt hatten, kombiniert mit fiesen Bodenschwellen (die hier in Guatemala übrigens Túmulos heißen) in den Ortschaften. So holperten wir in Richtung El Salvador. Ein kurzes Intermezzo war mal wieder ein Stau, an dem Jürgen wieder bis zum Anfang vorbeigefahren ist. Wir ahnten wieder Böses, eine weitere Straßenblockade? Nein, dieses Mal war die Straße für 2 Stunden wegen der Bauarbeiten gesperrt, aber der zuständige Herr der Baustelle erklärte uns, wir könnten diese umfahren. Wunderbar, gesagt, getan, nach einem Umweg von ca. 2 Kilometern konnten wir hinter der Baustelle weiterfahren. Noch einmal Glück gehabt. An der Grenze stehen normalerweise kilometerlang LKWs und warten auf die Abfertigung, heute, am Sonntag, war alles frei und wir konnten uns direkt um die Einreiseformalitäten kümmern. Als wir an der Grenze ankamen, wurden wir erst einmal von einigen Geldwechslern und "Grenzhelfern" umzingelt; die Grenzhelfer erklären den Touris, zu welchen Stellen sie gehen müssen, natürlich gegen Bares. Da dies nicht unsere erste Grenze war, beschlossen wir, daß wir dies auch alleine bewerkstelligen können. So bekamen wir von Guatemala einen Ausreisestempel in den Paß und für das Auto eine vorübergehende Ausfuhrerlaubnis (man weiß ja nie, ob wir nicht noch einmal nach Guatemala einreisen müssen, warum auch immer). Zwischendurch mußten wir wieder diverse Kopien von allen möglichen Unterlagen anfertigen lassen, aber auch das kennen wir schon. In El Salvador hatten wir unsere Papiere für den Bus auch recht schnell bekommen, einen Stempel in den Paß gibt es hier nicht. Das ganze dauerte 1 1/4 Stunden.

Unsere erste Anlaufstelle in El Salvador war das Hotel in Ahuachapán, wo wir ein Hotelzimmer reserviert hatten. Der Ort hat nicht viel zu bieten, so waren wir mit der Besichtigung recht schnell fertig und gönnten uns einen salvadorianischen Kaffee, schmeckte wirklich gut !! Abends aßen wir Pupusas, dies sind gefüllte kleine Maisfladen, meistens gefüllt mit Käse und weiteren Zutaten wie Hähnchen, Chorizo, krossen Schweinescharten und anderes. Diese werden dann mit einer Tomatensoße und sauer eingelegtem Kohl gegessen. Sehr lecker und

mit 2 Stck. für je € 0,70 supergünstig und sättigend. Abschließend schauten wir uns das abendliche Treiben auf dem Hauptplatz an, hier war Alt und Jung unterwegs.  

22.10. Frühstück bei blauem !! Himmel auf der Dachterrasse des Hotels (typisches Frühstück Rühreier mit Tomate/Zwiebel, dazu Bohnenmus und gebratene Kochbananen mit Creme). Wir fuhren die sogenannte Blumenroute (Ruta de las Flores). Blumen haben wir weniger gesehen, dafür ging es durch das Kaffeeanbaugebiet El Salvadors die Berge hinauf und hinunter. 3 Örtchen liegen idyllisch gelegen auf der Route. Erst hielten wir in Ataco, ein Dorf, in dem viele Häuserfassaden mit bunten Wandbildern bemalt sind, die nicht nur farbenfroh sind, sondern auch einen sozialkritischen Hintergrund haben. Weiter ging es nach Apaneca, das nicht ganz so interessant war. Die letzte Station war Juayúa, ein Dörfchen voller Leben, der Platz war sehr belebt, Jung und Alt treffen sich dort, Hunde trinken aus dem Brunnen, wir essen unser Obst, das wir für $ 1,oo auf dem Markt gekauft haben. Ja, richtig gelesen, hier wird alles in Dollars bezahlt. 

Anschließend ging es nach Santa Anna, wo wir in einem Hostal übernachten. Jürgen hatte wieder eine prima Einparkübung, die er großartig meisterte. Dies war wirklich die absolut engste Einfahrt bis jetzt; ca. 2 Zentimeter Luft zwischen eingeklapptem Spiegel und Tor, auf jeder Seite. Der Besitzer des Hostals Casa Vieja, Luis, war wirklich sehr nett, er erklärte uns detailliert, was wir hier in El Salvador noch unternehmen können. Santa Ana selbst hat nicht so viel zu bieten, es hat eine Plaza, um die herum sich Kathedrale, das Theater und weitere größere Gebäude gruppieren. Nach einer halben Stunde hat man alles gesehen. Wir nutzten die Gelegenheit, an einem Geldautomaten Geld zu ziehen, dies klappt hier im Land nicht überall. Wir tranken in einem gefühlt auf 5 Grad heruntergekühlten Café einen Kaffee und gingen zurück zum Hostal. Abends zogen wir noch einmal los, um am Platz etwas zu essen. Wegen der allgemeinen Sicherheitslage ist es geschickt, abends nur noch an Hauptstraßen entlangzulaufen, denn sonst könnte es schon etwas unsicherer sein. Man muß nichts herausfordern. 

Ruta de las Flores

Santa Ana

23.10. beim Frühstück hatten wir noch eine interessante Unterhaltung mit Hostalbesitzer Luis. Um 9 Uhr fuhr Jürgen dann wieder den Bus aus der "weiten" Toreinfahrt hinaus (siehe Foto oben), das war hoffentlich die letzte enge Parklücke !! Wir fuhren am wunderschönen 24,5 km2 großen Kraters.ee Coatepeque (Schlangenhügel) vorbei,  der zu den schönsten Naturseen Mittelamerikas gezählt wird. Weiter ging es zum Aussichtspunkt des Vulkans Cerro Verde; ein Weg führt hinauf an den Kraterrand, wir waren aber 1. zu faul dort hinaufzulaufen und 2. wollten wir heute noch in Richtung Pazifik fahren. Unser Ziel war heute der Campingplatz Rancho Carolina am Playa El Sunzal. Wir waren natürlich wieder die einzigen Gäste, der Platz ist direkt am schwarzsandigen Strand gelegen, der allerdings nicht zum Spaziergehen oder Schwimmen einlädt, er ist mit seinen hohen Wellen wohl in der Surferszene groß angesagt. Dann müssen wir nur noch das Surfen lernen, gut den Grundkurs Windsurfen habe ich ja schon....

Abends beim leckeren Fisch-Abendessen unterhielten wir uns noch mit dem Besitzer des Campingplatzes/Restaurants. Er erzählte uns auch, daß es in El Salvador keine Arbeit gibt, die Politiker sich die Taschen vollstopfen und bei dem Volk nichts davon ankommt. Viele Menschen leben in Armut oder haben das Glück, daß sie Verwandschaft in den USA haben, die ihnen Geld zuschickt. Er selber hat sich mit Hilfe seiner 3 Schwestern, die mit ihren Familien in den USA leben, in den USA am Magen operieren lassen - für $ 10.000,-, in El Salvador gibt es nahezu keine oder eine schlechte medizinische Versorgung.

24.10. weiter ging es zum nächsten Strand, El Esteron, wo wir uns bei Adela einquartierten. Wir haben dort einen Stellplatz bekommen, neben uns standen Neuseeländer, die sich ein Auto in den USA gekauft haben und jetzt auch auf dem Weg nach Panama waren. Die Sanitäranlagen waren wieder sehr "rustikal", dafür war der lange Strand nur einige Meter von uns entfernt und Adela war eine ganz rührige Person, sie kümmerte sich dort alleine um die ganze Anlage und kochte ein leckeres Essen zu einem sehr günstigen Preis. So gingen wir am Strand spazieren, gingen Schwimmen und wuschen die Wäsche. Beim Abendessen unterhielten wir uns mit einem Kanadier, der im Nachbarhotel wohnte. Die Gäste des Hotels kommen aber lieber bei Adela essen, weil es bei ihr besser und günstiger ist. 

 

25.10. Wir beschlossen, noch einen Tag hierzubleiben und trödelten den ganzen Tag irgendwie herum. Nachmittags  luden wir Adela zum mexikanischen Kaffee, den wir noch hatten, ein. Sie war ganz gerührt, ist ihr anscheinend noch nicht passiert. Zu Sonnenuntergang wurden am Strand ca. 500 kleine Schildkröten frei gelassen, die in einer Brutstätte geschlüpft sind und nun in die Freiheit, in den Pazifik entlassen werden. Ein tolles Schauspiel, den kleinen Kerlchen zuzuschauen, wie sie zum Meer paddeln. Natürlich überlebt nur ein kleiner Prozentsatz der  Tierchen die ersten Tage in Freiheit.

Abends aßen wir wieder leckeren Fisch und unterhielten uns dieses Mal mit einem kolumbianischen Paar, das seit 2 Jahren mit ihrem Camper unterwegs ist und in der Zwischenzeit in Mexiko auch  noch ein Kind bekommen hat, manche haben Nerven !!! Den Kanadier trafen wir auch wieder, der mit einem Engländer und einem Mädel aus Costa Rica u.a. die Biervorräte hier leertranken. Der Engländer ist mit seinem Dodge mit Schlafkabine auch auf dem Weg nach Feuerland. Somit hatten wir gute Unterhaltung. 

 

26.10. am nächsten Morgen bestellten wir das Frühstück bei Adela für 6 Uhr, so daß wir früh losfahren konnten, denn heute standen zwei Grenzübertritte auf dem Programm. Adela ließ es sich nicht nehmen, uns noch ein paar Limetten und eine Avokado mitzugeben. Sie bedankte sich noch zig Mal, daß wir bei ihr übernachtet und immer bei ihr gegessen haben. Sie ackert wirklich von morgen bis abends und es kommt nicht viel in die Kasse. Also machten wir uns auf den Weg von El Salvador über Honduras nach Nicaragua....

weitere Berichte siehe Nicaragua