02.11. heute stand uns der Grenzübertritt von Nicaragua nach Costa Rica bevor. Irgendwie liegt vor jeder Grenze ein wenig Spannung in der Luft.... zuerst einmal legten wir noch einen Stop im Ort selber ein, wo wir in der deutschen Bäckerei Baguette und Apfelstrudel kauften (leider gab es kein Vollkornbrot !!). Dann ging es weiter in Richtung Grenze, die Etappe heute war nicht so weit, nur weiß man nie, wie lange man an der Grenze warten muß. Die letzten 5 Kilometer vor der Grenze mußten wir auf der Gegenfahrbahn an einer Schlange von LKWs vorbeifahren. Zum Glück haben sie immer Lücken gelassen, so daß man dort bei Gegenverkehr einscheren konnte.

An der Grenze in Nicaragua erst einmal das übliche Prozedere  (dieses Mal nahmen wir uns einen "Grenzhelfer", der für ein paar Euros erklärt, zu welchen Stellen man gehen muß). In diesem Falle war das recht hilfreich und sparte uns Zeit. Den Ausreisestempel in den Paß bekamen wir recht schnell. Danach mußten wir wegen des Autos zum Zoll, dies waren 4 verschiedene Stellen, auch kein Problem, es dauerte nur seine Zeit. In Costa Rica bekamen wir unseren Stempel ohne Murren und in den Paß , dann mußten wir für den Import des Autos zum Zoll, dort einige Formulare ausfüllen, Kopien besorgen, diese wieder abgeben usw. Wir bekamen einen handschriftlich ausgefüllten Zettel und dachten, den müßten wir zum Schluß bei der letzten Kontrollstelle abgeben. Da haben wir uns leider geirrt, verhört oder sonstiges. Der nette Herr schickte uns noch einmal mit dem Papierkram zu einer anderen Zollbehörde, wo die Daten in einem Computer erfaßt wurden. Vorher mußten wir aber im selben Gebäude noch die obligatorische Autoversicherung abschließen. Gesagt, getan und wir fuhren mit unserem Formular zum netten Herrn zurück, der dann noch nach einem bestimmten  Papierschnipsel fragte, ich hatte verschiedene Schnipsel, keiner war der richtige. Irgendwann habe ich doch noch den richtigen gefunden - und wir waren in Costa Rica !! Mittlerweile haben wir gelernt, das Ganze sehr gelassen zu nehmen. Don't worry, be happy !!!

Jetzt waren es nur noch wenige Kilometer bis zur Finca Canas-Castilla, die einem Schweizer Ehepaar gehört. Dort konnten wir für $ 10,00 

campen. Mitten in der Natur parkten wir den Bus, über uns die Klammeraffen in den hohen Bäumen. Die Finca ist am Sapoa River gelegen, in dem man wegen der dort schwimmenden Tierchen, den Krokos, besser kein Bad nimmt. Das "Hauskrokodil" sichteten wir dann auch schon bald, geschätzte 3 Meter lang war das prächtige Tier. Ein Hund des Hauses hat das Zusammentreffen mit dem Krokodil jedenfalls nicht überlebt, also entschieden wir uns für eine kleine Wanderung. Auf dem 68 Hektar großen Gelände kann man diverse Wanderungen unternehmen. Da es bereits 16 Uhr war, gingen wir nur den kurzen 1 1/2 stündigen Weg, auf dem man viele verschiedene Baumarten (viele mit Dornen), Affen, Vögel und Rinder sieht. Sehr interessant, jedoch mußten wir uns die letzte halbe Stunde sputen, da es bereits dämmerte. Um ca. 17.30 Uhr ist es dunkel. Für abends haben wir bei Agi, der Hausherrin, Essen bestellt. Mmmhh, lecker, endlich Salat mit Dressing und einen leckeren Fisch mit Kartoffeln ! und Gemüse. Mit ihr tranken wir dann noch die letzte Flaschen Rotwein aus dem Bus, die wir seit Kalifornien im Gepäck hatten.

03.11.  3.30: Uhr Weckruf Hahn.... 5.30 Uhr: 2. Weckruf Hahn und Brüllaffen - ohne Worte

zum sehr reichhaltigen Frühstück wurde u.a. ein knuspriges selbstgemachtes Brot gereicht, ach wie gut... zu uns gesellte sich noch Roland, ein Schweizer und Freund der Familie. Er hatte einiges zu erzählen, so auch von seiner 1 Jahre dauernden Amazonasexpedition. So unterhielten wir uns einige Zeit und schnell wurde es 11 Uhr und wir beschlossen, daß wir dann doch einmal in Richtung Strand aufbrechen sollten. Die Fahrt ging über gute Straßen zum Playa Tamarindo, wo wir mangels Campingplatz ein Hotel gebucht haben. Wild campen oder am Strand parken sollte man hier lieber bleiben lassen, denn die Gefahr, daß das Auto aufgebrochen wird, ist extrem hoch, das zum Thema sicheres Reiseland Costa Rica. Wir erkundigten uns bei Victor, dem Hotelchef nach einer Tour zu den Schildkröten und er empfohl uns eine Tour zum Ostional-Strand, wo zur Zeit Tausende von Oliv-Bastardschildkröten zur Eiablage an den Strand kommen. Die Tour ging um 15 Uhr los, es war mittlerweile 14.20 Uhr. Also schnell etwas essen, Sachen zusammenpacken und um Punkt 15 Uhr wurden wir abgeholt. Die Tour kostete $ 90,00/Person, willkommen in Costa Rica, wo alles schw...teuer ist. Wir wurden zu einem anderen Ort gebracht, wo die 1 1/2 stündige Fahrt mit weiteren 15 Personen in Richtung Ziel losging. Die Fahrt wurde kurzfristig unterbrochen, da der Fahrer einen Brüllaffen in den Bäumen gesichtet hatte. Also sprangen alle bis auf uns (hatten schon einige Affen gesehen) und einem anderen Paar aus Costa Rica aus dem Bus, um die Affen zu fotografieren. Es wurde später und später und als wir am Ziel ankamen, fing es ordentlich an zu regnen. Also warteten wir den heftigsten Regen ab, bis wir dann endlich zum Strand gingen.Es fing schon langsam an zu dämmern, als wir dann die ersten Schildkröten sichteten. Es wurden dann immer mehr und mehr, einige kamen aus dem Wasser, andere waren noch dabei, ihre bis zu 90 Eier in das zuvor gebuddelte Loch abzulegen, andere waren schon wieder auf dem Rückweg in Richtung Meer. Es war ein tolles Spektakel, leider hatten wir nur 45 Minuten vor Ort bevor es richtig dunkel wurde. Alles in allem war die Tour reine Abzocke, dies haben wir dann später auch Victor erzählt. Um 20 Uhr waren wir wieder zurück am Hotel, aßen noch eine Pizza nebenan. Auch hier waren die Preise deutlich höher als die in den letzten Wochen gewohnten...

04.+05.11. das Hotel in the Shade ist wirklich nett, gehört einem Paar aus Tschechien/Kroatien, die sich hier ihren Traum erfüllen. Das Frühstück ist ein gute Abwechslung, mal etwas Gesundes. Der 1.Strandtag ist leider recht verregnet, nach ca. 1/2 Stunde am Strand fängt es an zu regnen und hört auch den ganzen Tag nicht mehr so richtig auf. Nun ja, dann gingen wir eben durch den Ort, schauten uns die Läden an und gingen Mittag essen. Danach zurück zum Hotel, wo wir ein wenig im Internet wegen unserer weiteren Tour u.a.nach Panama  recherchierten. So verging der Tag auch. Am nächsten Tag war das Wetter besser und wir gingen zum Strand. Mittags mußten wir in ein anderes nagelneues Zimmer ziehen. Danach wieder Strand.  Am Strand kann man witzigerweise ein Krokodil beobachten, das im Fluß/Süßwasser vor sich hin dümpelt. Ein schönes Fotomotiv. 

06.11. heute hieß es Abschied nehmen vom Strandleben. Wir fuhren am Golfo de Nicoya vorbei zur Laguna de Arenal. Es ging durch die  Landschaft mit saftiggrün bewachsenen Hügeln hinab zur Lagune. Von oben konnte man schön auf die Lagune mit dem gleichnamigen Vulkan sehen, der sich ausnahmsweise fast wolkenfrei zeigte. Weiter ging es am See vorbei zu unserem heutigen Ziel, Los Héroes. Auf dem Weg dorthin wurde alle paar Kilometer eine German bakery angekündigt... als wir davorstanden, die Enttäuschung, sie war geschlossen. Wieder nichts mit deutschem Vollkornbrot. Los Héroes wurde vom Besitzer als ein Schweizer Dorf nachgebaut, mit Kuhstall, Kapelle, Bergbahn, die zu einem Aussichtsrestaurant fährt. Wir konnten hier kostenfrei stehen, haben dafür abends leckeres Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti gegessen. Die ganze Gegend rund um den See erinnert an eine Schweizer Gegend, nur die Berge sind nicht ganz so hoch... bis auf den Vulkan Arenal (1670 m hoch), einer der aktivsten Vulkane der Welt. 

07.11. nach einem Bircher Müsli, das eher einem Fruchtsalat glich, fuhren wir weiter entlang der Laguna de Arenal, dabei konnten wir den Vulkan Arenal fast wolkenfrei bestaunen. Eine Wanderung über diverse Hängebrücken für ganze $ 60,-/Person + Führer für $ 40,- hatten wir bereits ad acta gelegt, man muß den Leuten ja nicht noch das Geld hinterherwerfen, aber so sind halt die Preise hier. Also entschieden wir uns für den Besuch des Frog's Heaven, ein von einer Familie großzügig angelegter Garten mit vielen exotischen Pflanzen und Bäumen, in dem viele der in Costa Rica zu findenden Frösche ihr Zuhause gefunden haben. Viele Frösche kann man am besten in der Nacht bei Regen bewundern. Tja, jetzt waren wir am Tage da, trotzdem hat es sich gelohnt. Die teils daumennagelgroßen Frösche hätten wir nie im Leben gesehen. Wir sahen Pfeilgiftfrösche, einen Glasfrosch, einen Baumfrosch, das absolute Highlight war ein Rotaugenlaubfrosch. Er saß giftgrün zusammengekauert in seiner Ruhehaltung auf einer Blattunterseite, man konnte ihn kaum vom Blatt unterscheiden. Dann nahmeder Guide den Frosch vom Blatt und schon entfaltete er sich zu seiner vollsten Schönheit, er leuchtete in den buntesten Farben, die Augen strahlten, wie der Name schon sagt, in leuchtendem Rot. Das war schon sehr interessant. Nach Ende des Rundganges sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite noch 2 Tukan in der Palme beim Mittagessen. Die Früchte dort waren wohl für sie eine Delikatesse.

Weiter ging es zu unserer heutigen Station, dem Mirador de Quetzales, wo wir bei der sehr netten Jenny unseren Bus abstellen konnten. Zu unserer Freude standen dort auch Schweizer mit ihrem Landcruiser. Sie kamen aus der südlichen Richtung der Panamericana, das hieß, wir konnten schön Informationen zu den jeweils bereits bereisten Ländern austauschen. Zum Beispiel konnten wir ihnen bestätigen, daß Nicaragua entgegen vieler anderer Nachrichten zur Zeit gut zu bereisen ist. Irgendwann wurde es draußen in der Höhe von über 2000 Metern doch ungewöhnlich frisch (Nachttemperatur ca. 10 Grad) und wir zogen uns in den Bus zurück. Nach langer Zeit konnten wir für die Nacht wieder unsere dicken Schlafsäcke auspacken.

08.11. mit viel Glück kann man auf dem Campingplatz den seltenen, wunderschön bunten Vogel Quetzal beobachten, der versteckte sich jedoch heute. Nach unserem Müslifrühstück unterhielten wir uns noch eine ganze Weile mit den Schweizern, so daß wir dann erst um 9.30 Uhr zu unserem heutigen ersten Etappenziel, dem Vulkan Irazu, aufbrachen. In endlosen Serpentinen ging es hoch hinauf zum höchsten Vulkan Costa Ricas, mit 3432 Metern. Er brach im Jahre 1994 das letzte Mal aus und gehört zu denjenigen, die in ihrem Kratersee einen durch Regen gespeisten Säuresee beherbergen. Er leuchtet türkis-grün. Praktisch ist, daß man fast bis an den Kraterrand fahren kann, so hat man sich eine endlose Kletterei gespart. Wir gingen noch einen Weg hinauf, um ein bessere Sicht von oben zu bekommen, da merkte man schon die dünne Luft, ein wenig mußten wir schon japsen.

Nach einer Mittagsjause mit Blick auf das Tal fuhren wir in endlosen Serpentinen den Berg hinunter. Leider hatten wir zu unserem Pech für lange Zeit einen Sattelschlepper vor uns, den wir absolut nicht überholen konnten. Nun ja, so konnte man die Landschaft genießen. Vor der Hafenstadt Limon staute es sich dann noch einmal, hier stehen Tausende von Containern, die von den LKWs dort abgeholt werden. U.a. werden hier wohl auch die so gern gegessenen Chiquita und Dole-Bananen ausgeliefert, diese hingen teilweise (geschützt mit blauen Plastikbeuteln gegen Kratzer durch die harten Blätter des Baumes) noch an den Pflanzen. Gegen Nachmittag kamen wir in Cahuita an, ein Dorf an der Karibikküste. Hier stehen wir auf Marias Camping, direkt am Meer gelegen. Die Temperatur hat sich jetzt wieder auf 32 Grad hochreguliert, also Schlafsäcke wieder eingepackt. 

09.11. das Wetter sah wirklich gut aus, also machten wir uns am Morgen auf den Weg zum Cahuita National Park, den wir nach 2 Kilometer Wanderung von unserem Campingplatz erreichten. Der Park geht entlang der Karibikküste auf einem 8 km langen Küstenpfad durch den Dschungel. Im Dschungel sahen wir Faultiere, Kapuziner- und Brüllaffen, große Krebse, Nasenbären, sicherlich gab es Tausende von kleinen bis großen Tiere, die wir mit unseren ungeschulten Touri-Augen nicht gesichtet haben. Zwischendurch konnte man immer wieder an den langen Stränden Rast machen. Ausnahmsweise mußte man für diesen Park keinen Eintritt zahlen, man konnte nach eigenem Ermessen eine Spende leisten. Wir waren einige Stunden unterwegs und hatten nicht das Gefühl, 12 Kilometer gelaufen zu sein, da es immer wieder interessante Dinge zu entdecken gab. Zum Ende hin stürzten wir uns noch am Playa Negra in die Fluten. 

Am Abend gingen wir wieder Fisch essen und anschließend gab es in der benachbarten Open-Air-Bar Live-Calypso-Musik. Eine tolle Stimmung, die wir bei kaltem Bier genossen. Andere wiederum, wie mal wieder ein paar Althippies und auch Jüngere ließen den Joint kreisen. Karibik pur... oder so

10.11. heute hieß es Abschied nehmen von Costa Rica

siehe weiterer Reisebericht Panama