27.05. Frühstück bei Regen im Bus, um 8.30 Uhr Abfahrt in Richtung Denali, über Delta Junction und Paxson. Hin und wieder tauchte ein Stück der 1288 km langen Trans-Alaska-Pipeline auf. Diese Pipeline befördert Öl aus dem Norden/Prudhoe Bay zum ganzjährig eisfreien Hafen Valdez. Kurz hinter Paxson beginnt der Denali Highway, die frühere Hauptzufahrt nach Denali, ist nun ein 215 km langer Highway, der 30 km asphaltiert und sonst nur eine Schlagloch-/Schotterpiste ist. Die Strecke ist jedoch traumhaft schön, ein tolles Hochgebirgspanorama, davor noch teilweise zugefrorene Seen, Flüsse und Moore und Berge von Schnee. Im Winter ist die Strecke gesperrt. Leider wurde jedoch unsere Windschutzscheibe von einem Stein getroffen, dies passierte jedoch auf dem asphaltierten Stück Straße, jetzt haben wir ein Loch im linken Bereich, das sich im Verlauf der Holperpiste natürlich mit einem Riss weiter ausbreitete (Carglass würde sich freuen!). Mal sehen, wie es weitergeht. Jedoch war die Strecke trotzdem toll. Morgens haben wir gleich einen Weißkopfseeadler gesehen, der schön mit seiner Beute in der Sonne saß, jedoch, als er uns sah, den Abflug in die Baumwipfel machte. Wir konnten ihn aber doch noch fotografieren. Heute haben wir insgesamt einen Schwarzbären, 2 Adler und einen Elch gesehen, eine gute Ausbeute. Als wir dann hier im Denali-Park ankamen, haben wir erst einmal kurz vor Toresschluss Tickets für die morgige Bustour durch den Park geholt (es geht um 7.30 Uhr für ca. 6 Stunden los). Bericht folgt morgen. Die Campingplätze im Park waren ausgebucht, jetzt sind auf dem Grizzly Bear- Platz gelandet, nicht toll, direkt am Highway und für die Ausstattung die reine Abzocke. Aber gut, hier ist mal wieder ein langes Wochenende und alle sind, wie in Deutschland auch, unterwegs. 

28.05. heute war Aufstehen um 5.30 Uhr angesagt, kein Problem für uns, da wir sowieso immer früh wach sind, da wir auch abends meistens früh in den Schlafsack springen. Frühstücken im Bus, draußen war es bei 4 Grad und Sonne zu frisch. Um 7.30 Uhr bestiegen wir zusammen mit ca. 40 anderen Touris den so genannten Shuttle-Bus, der uns insgesamt 6 1/2 Stunden durch den Denali-Park fuhr. Der Park ist 24.500 km2 groß und sein Herzstück ist der 6190 m hohe Berg Denali, der höchste Berg Nordamerikas. Wir hatten das Glück, ihn bei  Sonne völlig wolkenfrei zu sehen. Das war aber nicht alles, die Strecke ging in teilweise engen Serpentinen auf Schotterpiste durch den Park. Die Landschaft besteht aus Tundra, Fichtenwäldern und Gletschern. In dieser Wunderwelt leben viele Tiere, heute hatten wir das Glück, einen Wolf, 3 Grizzlies, viele Karibus, ein paar Schneehühner (Nationalvogel Alaskas), Elche, Snowshoehasen und Dallschafe zu sehen. Irgendjemand aus der Gruppe hat immer etwas gesehen. So hingen dann 40 Touris mit Fotoapparat bewaffnet an den Fenstern (wir eingeschlossen) und schossen Bilder, bis die Kamera qualmte. Landschaft und Tiere waren wirklich ein Erlebnis, die 6 1/2 Stunden vergingen wie im Flug. Nachdem die Tour beendet war, beschlossen wir, noch nach Fairbanks zu fahren. Dort haben wir uns auf einem echt teuren Campingplatz eingemietet, weiß garnicht, warum das so teuer ist..... 

29.05. - ein erfolgreicher Morgen:Frühstück vor dem Bus, anschließend Bus so gut es ging gewaschen, anschließend zum kanadischen Carglass, Speedy Autoglasses gefahren, die den Riss so präparierten, daß er nicht weiterlaufen kann. Somit war das Problem in 20 Minuten von den Jungs gelöst. Danach wollten wir uns die zweitgrößte Stadt Alaskas, Fairbanks, anschauen. Nun ja, erst fuhren wir zum Pioneer Park, eine Art Vergnügungspark, konnte man aber vergessen. 2.Programmpunkt war das University of Alaska Museum of the North, das sehr anschaulich die Geschichte Alaskas darstellt, recht unterhaltsam, u.a. wurden mal wieder präparierte Tiere ausgestellt. Zu guter Letzt wollten wir uns das Stadtzentrum !! anschauen, das war in 12 Minuten erledigt. Vielleicht haben wir die tollen Highlights auch übersehen...

Da wir in Fairbanks unserer Meinung nach alles gesehen haben, fuhren wir in die grobe Richtung Anchorage und blieben im Denali-Park auf dem Riley Creek-Campingplatz, der für € 20,- ein Schnäppchen war. Auf den zuvor angesteuerten Campingplätzen wollten sie uns bis zu € 50,- abknöpfen, Frechheit. Nachdem wir die Übernachtung bezahlt haben und das Büro verließen, standen dort zum Fototermin Elchmama und Baby bereit. Sie ließen sich beim Fressen nicht stören, also wieder einmal 20 Fotos gemacht. Das Kleine, das noch etwas wackelig auf den Beinen war, war einfach zu drollig, so mußten wir sie eine Weile beobachten. Zum Abendessen gab es Grillhähnchen aus dem Supermarkt, war ganz lecker.

30.05. Frühstück draußen mit je einer Scheibe Vollkornbrot, das wir uns jetzt einteilen müssen, da es das letzte ist und wir dann wieder auf das Wabbelbrot umsteigen müssen. Teils bei Regen fuhren wir dann Anchorage an, die größte Stadt Alaskas. Verkehrstechnisch gesehen ist es sehr überschaubar, nun gut, hier leben auch nur 300.000 Leute. Wir also in das Zentrum, um die Touristeninformation aufzusuchen. Erst einmal mußten wir durch die Sicherheitskontrolle (habe ich auch noch nicht erlebt). Da wir nichts zu verbergen haben, durften wir die heiligen Hallen betreten. Dort waren wieder ein paar Tiere zu sehen und die Informationen, die wir bekommen haben, waren auch ok, jedoch nicht so toll wie in Kanada. Das Zentrum haben wir dann auch sehr schnell gesehen, 2 Straßen voller Souvenirläden und ein paar Restaurants. Fazit, die Städte Alaskas sind nicht besonders interessant, dafür hat die Natur um so mehr zu bieten. 

Wir fuhren auf dem Seward Highway an der Bucht Turnagain Arm vorbei, wo man wohl auch Beluga-Wale beobachten kann, wir haben sie allerdings nicht gesichtet. Zum Übernachten sind wir dann im Skiort Girdwood gelandet. Hier gab es die Wahl zwischen Campingplatz nur mit Dixiklo für € 10,- oder eine B&B-Pension, dann haben wir doch diese vorgezogen, zumal das Wetter nicht sehr einladend ist, grauer Himmel und Nieselregen.... und abends gab es für Jürgen, der hier ständig Hunger hat, endlich mal ein ordentliches großes Steak !!

31.05. gestärkt mit einem Kaffee und Riesen-Blueberryscone fuhren wir den Seward-Highway in Richtung Seward. Die Fahrt an Bergen und Seen entlang war wieder sehr kurzweilig. Kurz vor Ortseingang fuhren wir zum Exit Glacier, ein Gletscher, der dem Harting Icefield entspringt. Traurig ist nur, daß der Gletscher sich im letzten Jahr um 100 Meter !!! zurückgezogen hat, der Klimawandel läßt grüßen.

Auch wir sind ein Teil davon...

Nach einer kurzen Wanderung erreichten wir den trotz allem noch beeindruckenden Gletscher. 

In Seward fuhren wir, na wohin?, zur Touristeninfo. Dort holten wir wieder einmal ein paar Infos ab. Im Ort selber steuerten wir den Campingplatz an, und was sollen wir sagen, für $10,-/Nacht hatten wir einen Stellplatz direkt an der Uferpromenade der Resurrection Bay, zwar wieder nur mit Plumpsklo, aber dafür eine sagenhafte Aussicht direkt aus unserem Bus. Nachmittags buchten wir dann noch die 6 stündige Schiffstour für den nächsten Tag. Als wir aus dem Büro herauskamen, schwammen die Seeotter unter uns im Wasser. Die sind ja zu süß, tauchen erst ab, um nach See igeln und anderem Getier zu suchen, dann wird die Beute rückenschwimmenderweise zu sich genommen. Da könnte man stundenlang zusehen.Abends haben wir uns dann noch ein wenig den sehr überschaubaren Ort angeschaut und dort Fisch gegessen. Leider wieder frittiert und mit Pommes und auch noch einen Salat. Unsere Busnachbarn, Tom und Angie und noch ein Paar aus Anchorage gaben uns noch ein Kostprobe von ihrem am Nachmittag selbst geangelten Lachs, sehr lecker!!!! Nach einem Schwätzchen mit ihnen und einem tollen Blick auf die rosaroten Spitzen der Berge (Alpenglühen) gingen wir dann selig in unseren Bus. 

01.06. um 11.30 Uhr startetet die große Bootstour, wir enterten den Katamaran und saßen erst einmal bequem in unseren Sesseln, 6 spannende Stunden sollten nun beginnen. Los ging die Fahrt bei strahlendblauem Himmel (dies war laut der Sewarder der erste sonnige Tag nach einem total verregneten Mai), allerdings recht frischem Wind. Nach ca. 10 Minuten begrüßte uns der erste Grauwal, das ist schon ein Spektakel, auch wenn nur Rücken- und beim Untertauchen die Schwanzflosse zu sehen sind. Die Fahrt war einmalig, die Landschaft war toll, wir sahen Wale, Seelöwen, Seeadler, Puffin-Vögel, Tümmler, die teilweise das Boot begleiteten. Es ging weiter zum 8 km langen  Holgate-Gletscher, wir standen mit unserem kleinen Boot vor einer riesigen Eiswand, die in allen Blautönen strahlte. Alles in allem war die Fahrt sehr kurzweilig, da es immer wieder neue Ecken zu entdecken gab. Ein super Erlebnis, daß man einmal mitgemacht haben muß.

 

02.06. bis um 8.30 Uhr im Bus geschlafen, neuer Rekord. Nach der allgemeinen Arbeitsabfolge Waschen, Bett machen, Frühstück vorbereiten, saßen wir auf der Picknickbank in der ersten Reihe an der Promenade und schauten auf das Wasser und was sahen wir, ein Wal, der mit seinem Kopf auftauchte, das haben wir noch nicht einmal so gut am Vortag gesehen. Dies ging eine ganze Weile so, bis wir unsere Kameras holten, dann war das Spektakel auch schon vorbei. Nun ja, man kann auch einmal etwas im Kopf und nicht nur auf der SD-Karte abspeichern. Vorbei kam erst ein Paar aus Belgien, die sich für den Bus interessierten, also gaben wir ihnen die Adresse in Langenhagen mit. Daraufhin kam ein älterer Herr aus Aachen, der uns von seinem "Wohnmobil" erzählte, wir schauten uns diese Unterkunft an, und was sollen wir sagen, auf 12m-Länge befand sich ein kleines Appartment mit Bad/Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Waschmaschine und Trockner. Meine Güte, so geht es auch. Nur ein wenig unhandlich. Um 12 Uhr ging es dann endlich in Richtung Homer, zuerst war die Landschaft sehr abwechslungsreich, danach wurde es recht öde. Wir haben uns auf dem Weg noch die als so toll beschriebene orthodoxe Kirche in Ninilchick angeschaut. Das einzig Interessante war der Seeadler, der im Baum saß.

Homer ist ein nettes Städtchen, mit einer 7km langen Landzunge, auf der sich die Restaurants und kleine Läden aneinanderreihen. Aktuell finden Heilbutt-Angelwettbewerbe statt....

03.06. nachdem wir uns gegen die Tour Bärenbeobachtung im Katmai-Nationalpark entschieden haben, gingen wir erst einmal schön frühstücken. Die Tour wurde für schlappe $ 650,- pro Person angeboten und enthielt einen Flug über die Gletscher inkl. der nicht zu 100 % sicheren Bärenbeobachtung, Dauer 5 Stunden. Das sprengt dann nun doch den Rahmen und sicherlich werden wir den Teddies vielleicht noch an einem anderen Ort begegnen. Somit fuhren wir eben einen Tag eher nach Whittier, die Fahrt war teilweise sehr schön, die Straßen waren aber auch recht voll, da wir anscheinend in den Rückreiseverkehr geraten sind. Das letzte Stück geht durch einen Tunnel, der einspurig ist und jeweils eine halbe Stunde in jeder Richtung geöffnet ist. Whittier an sich hat garnichts zu bieten, wir hatten einen recht günstigen Campingplatz, wo wir dann auf  Susan und Michael (gebürtig Schwede) aus Kansas City trafen, mit denen wir uns ganz nett unterhalten haben. Sie schliefen in einem Zelt, das auf dem Autodach befestigt ist. Die nicht ganz so komfortable Lösung. Nach dem Abendessen im Ort schauten wir zu, wie die Bootsbesitzer ihre Boote für den Sommer aus dem Wasser holten. Ein nettes Unterhaltungsprogramm. 

04.06. morgens um 9 Uhr noch ein Ticket für die Fahrt mit der Fähre von Whittier nach Valdez bei einer etwas mürrisch auftretenden Dame  gekauft, vielleicht hat sie schlecht geschlafen.... Um 13.30 Uhr ging die Fahrt los, wir fuhren den Bus auf die Fähre und gingen dann anschließend in die Lounge, wo wir in erster Reihe saßen und den besten Blick hatten. Die 5 3/4 stündige Fahrt ging durch den Prince William Sound, vorbei an Gletschern, toller Berglandschaft und vielen grölenden Seehunden, die scheinbar über-und untereinander auf den Felsen lagen, tja, auch dort ist der Wohnraum knapp. Wir trafen dort Susan und Michael wieder, mit denen wir uns eine ganze Weile  unterhielten. Die Fahrt ging wirklich schnell vorbei, da es immer wieder neue Eindrücke gab und der Himmel wie bestellt aufriss. 

Valdez an sich ist vielleicht noch ein Begriff, 1989 lief der Supertanker Exxon Valdez auf ein Riff, 41 Mio Liter Rohöl ergossen sich in den Prince William Sound. Valdez an sich hat auch nicht soviel zu bieten, es gab einen vernünftigen Campingplatz und guten Fisch zu essen. 

05.06. bei trübem Wetter, die Berge waren nicht mehr zu sehen, machten wir uns auf den Weg nach Tok. Kurz hinter Valdez kamen wir an den beeindruckenden Wasserfällen Horsetail und Bridal Veil Falls vorbei, das Wasser rauschte ordentlich den Berg hinunter. Jürgen faszinierte eher das Auto mit deutschem Kennzeichen, ein Paar aus Süddeutschland, die seit 5 Jahren (immer für ca. 1/2 Jahr im deutschen Winter) die Panamericana abfahren. Natürlich hielten wir einen Plausch und hörten auch einiges über die aktuelle Lage z.B. in El Salvador und Honduras, die wohl relativ entspannt ist. Immer gut, wenn man Leute trifft, die vor kurzem die Länder bereisten. Weiter fuhren wir über den Thompson Pass (855m hoch), die schneereichste Gegend Alaskas, so war es dann auch, es lag ringsherum noch ordentlich Schnee, die Straßen waren natürlich frei! Wir hielten an dem Worthington Gletscher an, der Fußweg dorthin war noch schneebedeckt. Das Wetter war auch nicht so einladend, daß wir eine große Wanderung starten wollten. 

Am Nachmittag kamen wir in Tok an und fuhren wieder auf den altbekannten Campingplatz, wo wir dann die Aachener mit ihrem Appartment auf Rädern wiedertrafen. Wir verabredeten uns für das Abendessen und wurden anschließend noch von ihnen auf Bier und einen Hurricane in ihr "Wohnzimmer" eingeladen. Vielen Dank noch einmal dafür, Karin und Herbert ! Um 0.30 Uhr lagen wir dann im Bus, für uns schon sehr spät. Weiter Berichte siehe Kanada Teil II....