04.01. ein weiteres reichhaltiges Frühstück auf der Terrasse mit Panoramablick auf  Vilcabamba. Wir hatten uns auf Anraten des Besitzers des Hotels spontan umentschieden. Es ging jetzt nicht in Richtung Küste wie ehemals geplant, sondern die 682/5N durch die Berge nach Jaén in Peru. Die wilde Fahrt konnte beginnen, die Strecke entpuppte sich als abenteuerlich und für unseren Bus und Jürgen als Fahrer bedeutete es eine Herausforderung. Der Straßenbelag wechselte von Schotter- zu Schlaglochpiste, kleine Seen mußten durchfahren werden, am abenteuerlichsten waren die ausgefahrenen Schlammpisten, die 1. sehr rutschig waren, 2. teilweise so weit aufgeworfen waren, daß wir einmal trotz der Höherlegung aufsetzten. Teilweise einspurig ging es dicht am mehrere 100 Meter tiefen Abgrund (natürlich ohne Leitplanke) voran, zum Glück kamen uns die Busse an etwas breiteren Stellen entgegen, so daß man daran vorbeifahren konnte. Sehr spannend ging es bergauf- und bergab in Serpentinen zur ecuadorianischen/peruanischen Grenze. In Ecuador saß in einem Bürochen der Zöllner für die Ausfuhr des Autos, in einem weiteren der Polizist, der die Pässe stempelte. An der Grenze La Balsa war überhaupt nichts los, so daß wir dort schnell fertig waren und der Zöllner den Schlagbaum per Hand öffnete. Weiter ging es zum peruanischen Zoll, wo wir den Einreisestempel für 60 Tage bekamen, die Einfuhr des Autos war auch schnell geregelt. In einer Rekordzeit von 45 Minuten hatten wir alle Formalitäten erledigt. Geht doch !!! Ab der Grenze war die Straße asphaltiert, dies war doch recht angenehm, nachdem wir stundenlang durchgeschüttelt wurden. Und... was stellten wir fest? in jedem Ort waren mindestens wieder 3 Bodenschwellen, unsere heißgeliebten Topes, die wir bereits aus mehreren Ländern kannten, als Hindernis vorhanden. Na toll, wir sind begeistert. Bevor wir in Jaén ankamen, fuhren wir durch eine schöne Talebene mit Reisfeldern und den Bergen ringsherum und immer am Rio Amojú entlang. In Jaén fuhren endlos viele Moppeds und Tuk Tuks herum, für die die üblichen Verkehrsregeln nicht gelten. Sie fahren ohne zu blinken, biegen einfach in die Straßen ein und sind wirklich eine Plage, tja, wie geruhsam war es dann doch noch in Ecuador. So langsam müssen wir wieder auf Chaos auf den Straßen umschalten. 

05.01. heute fuhren wir nach Cocachimba, wo der viertgrößte Wasserfall der Welt zu bewundern ist. Im Ort selber standen wir im Hinterhof eines Hostals auf dem Rasen, für ganze € 2,80 pro Nacht. Nachdem wir ein Brot gegessen haben, machten wir uns auf den Weg, um zum Fuße des Wasserfalles zu wandern. Der Gocta-Wasserfall, der 771 Meter in 2 Stufen hinunterfällt, ist wirklich imposant, obwohl man die Höhe, wenn man davor steht, nicht richtig realisieren kann. Der Weg war stellenweise richtig schlammig, so daß es rutschig war und ich ordentlich fluchte. Aber nach 1 3/4 Stunden Auf und Ab haben wir es geschafft und wir sind am Fuße angekommen, dann Fotos gemacht und wieder zurück, zurück ging es dann mehr bergauf und der Schlamm war zum Glück fast komplett abgetrocknet, so daß die Schlidderei ein Ende hatte. Zurück waren wir in 1 1/2 Stunden und sind dann am Eingang des Parkes in ein Café eingekehrt. Eine Deutsche, die seit 21 Jahren in Lima lebt, hat das Café für ein Jahr gepachtet. Dort saßen wir gemütlich in Liegestühlen mit einer Superaussicht auf den Wasserfall und aßen selbstgemachten Kuchen. Abends waren wir im Dorf essen, es gab Riesenportionen zu annehmbaren Preisen. 

 

06.01. zum Frühstücken gingen wir noch einmal zur Deutschen, um dort noch einmal bei schönem blauen Himmel den Blick auf den Wasserfall zu genießen. Die heutige Fahrt ging mitten durch ein Tal, rechts und links ragten die hohen Felswände hinauf. Wir fuhren die ganze Zeit am reißenden Fluß Utcubamba entlang. Ein sehr schönes landschaftliches Erlebnis. Ziel war heute der Ort Nuevo Tingo, wo wir uns in dem Hostal EkoKuelap einquartierten. Der Bus blieb auf der Straße stehen, hier in dem ruhigen Kaff kein Problem. Da die Zimmer um 11 Uhr noch nicht fertig waren, gingen wir erst einmal die 4 Blocks zur Talstation der 2017 eröffneten Seilbahn. Wir kauften uns die Tickets und durften erst eimal wegen des Andrangs am Sonntag 1 1/2 Stunden warten, bis wir mit der Gondel 20 Minuten erst bergab und dann wieder bergauf zur Festung Kuelap fahren durften. Kuelap ist eine ehemalige Festung der Chachapoya, die an einem steilen Abhang gebaut ist, sie ist teilweise mit 21 Meter hohen Mauern befestigt. In 3 Ebenen standen 300 einzelne Rundbauten, in der obersten Ebene wohnten vermutlich die Adeligen, in der mittleren das Militär und in der untersten das gemeine "Fußvolk". Die Anlage ist wirklich toll gelegen, von dort oben hat man eine Superaussicht auf das Tingo-Tal mit seinen Dörfern.  Zurück mußten wir nur ein paar Minuten warten, bevor es mit der Gondel wieder in Richtung Dorf hinunterging. Dort angekommen, konnten wir das Zimmer beziehen. Abends haben wir im zum Hostal gehörenden "Restaurant" eine Pizza gegessen, ein Schweizer kam mit seinem T2-Bus vorgefahren, mit ihm haben wir uns noch einige Zeit unterhalten. Er konnte uns auch noch einiges zu unserer nächsten Tagesetappe erzählen.

07.01. nach dem Frühstück machten wir uns mit einer leichten Vorfreude, aber auch Spannung auf den Weg nach Cajamarca. Wir hatten schon einige Dinge über diese Andenetappe gehört, einspurig mit Schlaglöchern, teilweise wegen einer Baustelle gesperrt. Na, dann ließen wir uns doch überraschen. Wir fuhren die erste Etappe, teilweise einspurig, auf der einen Seite die hohe Felswand, auf der anderen Seite ... nichts, nur der einige 100 Meter tiefe Abgrund, natürlich ohne Leitplanken, teilweise bröckelte dort bereits der Asphalt. An gewissen Stellen gab es Ausweichstellen, die allerdings auch nicht besonders breit waren. Nun ja, die Spannung stieg von Meter zu Meter, was erwartet uns noch? Bei der Baustelle um 10.30 Uhr angekommen sagte man uns, daß sie für den Verkehr zwischen 12 und 13 Uhr freigegeben wird. Ok, dann warten wir eben 1 1/2 Stunden, kein Problem, das Warten haben wir ja mittlerweile gelernt. Um 12.10 Uhr bewegte sich leider immer noch nichts, Spekulationen bei den Autofahrern machten sich breit, bis die Nachricht kam, daß ein Bagger halb über dem Abgrund hängt und nun gesichtert werden müßte, das würde ca. 2 Stunden dauern. Die Zeit verging und verging, mittlerweile tauschten wir mit einem Autofahrer Käsebrot gegen Bananen und es passierte... nichts. Nach Stunden wurden wir gebeten, die Autos bis zu einer Ausweichstelle zurückzufahren, also gesagt, getan. Hier sahen wir, daß sie dabei waren, eine Raupe zu reparieren, die dort wohl seit längerem schon mit defekter Fahrerkabine herumstand (hatte wohl auch schon einmal einen Unfall). Das ganze zog sich hin, bis es bereits dämmerte und der Nebel aus dem Tal hochzog, dazu fing es auch noch an, zu regnen. Irgendwann haben sie es vollbracht und mit der Raupe haben sie den Bagger, der in der Zwischenzeit von 2 anderen Baufahrzeugen mit Ketten vor dem kompletten Absturz gesichert war, auf die Straße zurückbugsiert. Sie mußten noch ein wenig die Straße mit Erde auffüllen, glätten und wir konnten dann endlich um 19.15 Uhr die Fahrt fortsetzen. Mittlerweile war es allerdings dunkel und nebelig, aber wir beschlossen, wenigstens noch durch die Baustelle zu fahren, da wir sonst wieder bis 12 Uhr am folgenden Tag hätten warten müssen. Zu allem Unglück mußten wir auch noch im Dunkeln das gefühlt schlechteste Stück Straße hinter uns bringen, d.h. mit Schlaglöchern, superengen Passagen, Senken, durch die das Wasser bergab schoß. Zum Glück fuhr ein anderes Fahrzeug vor uns her, so daß wir ihm gut folgen konnten. Nach  15 Kilometern kam wie gerufen in einem Dorf ein Sportplatz und wir beschlossen, diese wilde Fahrt nicht mehr fortzusetzen und uns dort für die Nacht häuslich niederzulassen. So konnten wir in Ruhe unser Nachtlager aufschlagen. Das war ein toller Tag, an dem wir doch sage und schreibe 94 Kilometer zurückgelegt haben.

 

08.01. wir hatten uns den Wecker für 5.45 Uhr gestellt, da wir doch nicht länger als nötig dort auf dem Fußballfeld campieren wollten. Schnell ein Müsli gegessen und weiter ging die wilde Fahrt. Es ging in Serpentinen bergab, wir fuhren wieder auf der einspurigen Straße, die vom Belag besser wurde, aber trotz allem sehr schmal war. Wir fuhren durch eine atemberaubende Berglandschaft, die teilweise rosafarbenen Felsen wurden von der Sonne angestrahlt. Bis auf eine Situation, an der wir an einem Auto vorbeifahren mußten, gingen die Ausweichmanöver teilweise mit LKWs gut. An dem einen Auto kamen wir nur zentimeterweise vorbei, mit angeklappten Spiegeln und immer den Abgrund im Blick, der Adrenalinspiegel stieg. Irgendwann sind wir dann auch im Tal angekommen und haben uns in Celendin erst einmal einen Kaffee bestellt. Wir schauten wohl sehr verwundert aus der Wäsche, als die Dame uns 2 Tassen heißes Wasser und eine Karaffe mit einer braunen Flüssigkeit hinstellte. Woraufhin sie uns erklärte, so würde man den Kaffee hier trinken. Das heiße Wasser wird mit dem sehr stark gebrühten Kaffee aus der Karaffe je nach Geschmack aufgefüllt. In dem Ort Celendin und den umgebenden Dörfern tragen die Frauen hohe Hüte, das sah recht witzig aus, wie die kleinen, doch eher rundlichen Frauen mit dieser außergewöhnlichen Kopfbeckung durch die Gegend liefen. Teilweise sah man sie, während sie liefen, die Wolle mit einer kleinen Spindel spinnen oder sie strickten. Faszinierend. 

Den nächsten Stop legten wir in dem kleinen Dorf Polloc ein, wo sich eine tolle Kirche befindet, die rundherum mit Mosaiken versehen ist. Die Tür zu dem schönsten Innenhof war leider verschlossen, so daß wir die Pracht nur durch die gedrechselten Holzstäbe bewundern konnten. Am frühen Nachmittag kamen wir an unserem heutigen Ziel, Cajamarca, an. Als wir auf den Campingplatz fuhren, sahen wir dort ein Wohnmobil aus Heidelberg stehen, die Leute waren aber nicht da. Ricardo, dem die Wiese gehörte, war nicht da, so daß wir beschlossen, erst einmal in der Ort hineinzufahren. Hierzu fuhren wir mit einem Minibus zu einem Spottpreis in das Zentrum. Jürgen zählte 25 Fahrgäste, die stehend, sitzend in dem Bus in der Größe unseres VW-Buses Platz fanden. Der Ort selber entpuppte sich als recht sehenswert. Wir liefen dort 2 Stunden herum, leider nieselte etwas. Zu Abend aßen wir Hähnchen und tranken unseren ersten Pisco Sour, das typische Mixgetränk Perus und anderer Länder, bestehend aus Traubenschnaps, Limette, Zucker und geschlagenem Eiweiß - superlecker. Zurück nahmen wir uns ein Taxi, daß auch supergünstig war. Wir hielten noch ein Schwätzchen mit den Heidelbergern und Ricardo. 

Überquerung Cordillera Central

Cajamarca

09.01. die nächste Etappe ging in Richtung Trujillo, ein Ort, den man meiden sollte, da er nicht ganz so sicher sein soll (sagten uns ein paar Peruaner). Die Fahrt wurde zum Ende hin wurde richtig öde, viel Sand in der Ebene, am Straßenrand türmte sich der Müll. Leider ist Peru bis jetzt das dreckigste Land auf unserer gesamten Route. Das heißt nicht, daß die Leute dreckig wären, geschweige denn die Restaurants, jedoch haben sie noch nicht das Umweltbewußtsein wie z.B. Costa Rica. Hier wird der Müll während der Fahrt einfach aus dem Fenster geworfen, teilweise haben wir gesehen, wie sie den Müll aus dem Haus brachten und 3 Meter vor der Haustür entsorgten. Dies scheint sie nicht zu stören. Auf dem Weg zu unserem finalen Ziel, Huanchaco, einem Badeort (besonders beliebt bei Surfern) am Pazifik, legten wir einen Stop in Chan Chan ein, ehemalige um 1300 erbaute Haupstadt des präkolumbischen Chimú-Reiches, die sich über 28 km2 erstreckt. Bis zu 60.000 Menschen lebten in der aus Lehm gebauten Stadt. In 45 Minuten liefen wir durch die teilweise reich mit Verzierungen versehenen Festsäle und durch den Komplex, der noch halbwegs gut erhalten war. Anschließend fuhren wir nach Huanchaco zu einem Campingplatz, der leider voll war, somit mußten wir die teurere Alternative wählen, die 2 Straßen weiter lag. Es war ok, aber zu teuer für das, was sie angeboten wurde. Abends haben wir dann noch eine leckere Ceviche gegessen, schließlich muß man an der Küste doch Fisch essen. 

Chan Chan

Huanchaco

10.01. morgens fuhren wir erst einmal nach Trujillo hinein, um dort unsere Vorräte in einem recht teuren Supermarkt wieder aufzufüllen. 

Weiter ging die Fahrt auf der Panamericana, ein richtig häßliches Stück, das wieder durch die öde Sandlandschaft mit tonnenweise Müll führte. Auf der teilweise zweispurigen Straße ging es recht zügig nach Chimbote, dort bogen wir ab, um dann schließlich durch die landschaftlich tolle Schlucht Canón del Pato (Entenschlucht) zu fahren. Die Schlucht zwischen den Gebirgszügen Cordillera Blanca und  Cordillera Negra ist 2000 Meter tief, 500 Meter lang und wird vom wasserreichen Rio Santa durchflossen. Es ging an hochaufragenden, in allen Farben leuchtenden Felswänden vorbei, die Straße war natürlich wieder zum größten Teil einspurig, ebenfalls in den 35 Tunneln. So hieß es vor jedem Tunnel hupen, damit der Gegenverkehr (zum Glück kamen uns kaum Autos, LKWs oder Busse entgegen) gewarnt ist. Wenn sich doch 2 Fahrzeuge im Tunnel begegnen, dann muß derjenige, der die kürzere Strecke gefahren ist, zurücksetzen. Auch dies mußten wir nicht miterleben. Jedenfalls ging es teilweise wieder sehr nahe am Abgrund entlang, wieder ein Nervenkitzel. Auf dieser Strecke sind wir dann noch 2 Deutschen begegnet, die in der anderen Richtung unterwegs fahren. Nach einem kurzen Erfahrungsautausch ging es weiter. Leider fing es an zu regnen, trotzdem genossen wir die restliche Fahrt. In Caraz fuhren wir auf den schönen Campingplatz Guadalupe, wo bereits ein T2 aus Brasilien stand. Als wir gerade Kaffee tranken, kam noch ein T3 aus Kanada auf den Platz gefahren, so hatten wir ein schönes VW-Bus-Treffen. Wir haben uns recht lange mit den T3-Fahrern, Kanadierin und Engländer unterhalten, die seit August aus Kanada unterwegs sind. Es gab natürlich wieder viel zu erzählen, dann stießen noch die Brasilianer dazu, so daß wir den gesamten Nachmittag verquatschten. Abends fuhren wir noch schnell zurück in den Ort, um in einer kleinen Bude etwas zu essen. 

11.01. nachdem wir noch den Bus von innen sauber gemacht und uns von unseren VW-Bus-Kumpels verabschiedet haben, fuhren wir die relativ kurze Etappe nach Huaraz. Als wir dort mittags ankamen, sahen wir die Reifenwerkstatt und ließen dort erst einmal die neuen Reifen vorne aufziehen. Die hinteren Reifen bleiben erst einmal drauf und die etwas ramponierten beiden Reifen von vorne werden wieder im bzw. unter dem Bus als Ersatzreifen verstaut. Danach suchten wir die reservierte Unterkunft, wir landeten im Nirgendwo, denn Google Maps kannte die Straße nicht, wo sich unser Hostal versteckte. Ich lief erst einmal die Straße hinauf, wo wir letzendlich gestrandet sind. Dort kannte niemand das Hostal, also noch einmal maps.me befragt, so kamen wir dann doch irgendwie das letzte Stück noch über eine eher holprige Piste zum Ziel. Für € 17,- hatten wir dort ein Zimmer mit Frühstück gebucht, nicht wesentlich teurer als manch ein Campingplatz - ohne Frühstück. Im Zimmer (Huaraz liegt auf  3052m Höhe) waren es gefühlte 10 Grad, nicht wärmer als draußen. Wir wärmten uns erst einmal mit einer selbstgebrühten Tasse Kaffee auf, gingen wir in den Ort, der auch wieder wenig attraktiv war. Außer dem Hauptplatz und einer Geschäftsstraße hatte die Stadt nichts zu bieten. In erster Linie ist dies der Ort, von dem Wanderungen in die Anden losgehen. Wir aßen noch etwas im italienischen Restaurant und fuhren mit dem Taxi zurück. Wir saßen mit 2 Jacken übereinander im Zimmer bis wir beschlossen, unter die 4 Decken im Bett zu schlüpfen. Es dauerte noch eine Weile, bis die Füße warm wurden, nichts für verpimpelte Europäer. 

 

12.01. nachdem wir aus dem warmen Bett geklettert sind, ging es in das kalte Badezimmer, wo sich die versprochene warme Dusche als eine weitere Abkühlung entpuppte. Das Wasser war weit von warm entfernt, so ging das Duschen im  Eiltempo. Zum Glück war der Fön warm. Das reichhaltige Frühstück wurde draußen !! im Innenhof  serviert. Nun ja, wenigstens war der Kaffee warm. Ein kleiner Vorgeschmack, wenn wir demnächst in kältere Gefilde fahren. Als wir dann unserer 7 Stunden-Etappe nach Lima starteten, wurden wir erst einmal mit einem freien Blick auf die schneebedecken Berge der Cordillera Blanca belohnt. Nach einigen Kilometern Fahrt zeigte die automatische Anzeige im  Bus Druckverlust in den Reifen an, woraufhin wir anhielten und Jürgen erst einmal den Reifendruck prüfte... und tatsächlich fehlte an dem eine Reifen 1 Bar, toll, wie die Werkstatt gearbeitet hat. Aber gut, Luft in den Reifen gepumpt und weiter ging die Fahrt. Die Anzeige hatte sich dann noch einmal gemeldet, aber das war dann alles in Ordnung. Es ging also erst einmal an schneebedeckten Bergspitzen vorbei, wir fuhren einige Zeit auf dem kargen Hochplateau auf etwas über 4000 Metern, um dann in endlosen Serpentinen in das Tal zu fahren. Nach einigen Stunden fuhren wir dann auf der gut ausgebauten Autobahn, der Panamericana weiter, dort kamen wir gut voran. Es ging durch die Wüste, Dünen rechts und links von der Autobahn. Dann kamen wir nach Lima hinein und ich schwitzte Blut und Wasser auf dem Beifahrersitz (ich bin dann lieber auf der Autobahn selber gefahren), die Autos fahren ohne Vorwarnung nach rechts oder nach links, vor allen Dingen die Busfahrer kennen dort kein Pardon. In den großen Kreisverkehren herrscht das absolute Chaos, aber irgendwie konnte man dort wieder herausfahren. Dank des Samstages war der Verkehr nicht so dick wie befürchtet und wir kamen eigentlich recht schnell an das Ziel, das Ibis-Hotel im Stadtteil Miraflores. Die dortige Tiefgarage war für Autos bis 1,90 m Höhe ausgelegt, so daß das Parken dort für uns indiskutabel war. So fanden wir um die Ecke herum einen bewachten Parkplatz, wo wir den Bus abstellen konnten. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, trafen wir auf Diana und André, Freunde aus Sachsen, die jetzt 7 Wochen mit uns mitfahren wollen. Ein großes Hallo, nach langer Zeit wieder ein paar bekannte Gesichter, das war schön. Das Wiedersehen haben wir dann oberhalb der Strandpromenade mit einer leckeren Ceviche gefeiert. Die Beiden hatten mit ihrem Jetlag zu kämpfen, wir haben sie noch bis um 23 Uhr wachgehalten, bis wir dann in unsere Zimmer verschwanden. 

 

13.01. nach einem Frühstück an der Uferpromenade fuhren wir mit dem Taxi 1/2 Stunde in das alte Zentrum von Lima. Dort liefen wir vom Plaza San Martin zum Plaza de Armas, wo u.a. die große Kathedrale und der Regierungspalast stehen. Vor dem Regierungspalast fand gerade die Wachablösung mit Aufmarsch einer Blaskapelle statt. Parallel dazu fand in der Kathedrale die Messe mit gefühlt Tausenden von Besuchern statt. Anschließend fand eine Prozession statt, bei der mindestens 8 Heiligenstatuen aus der Kathedrale getragen und in einem Umzug durch die angrenzenden Straßen getragen wurden. An dem Umzug nahmen einige Volksgruppen in bunten Kostümen teil, Blaskapellen begleiteten das Ganze, ein Spektakel, das mich ein wenig an einen Karnevalsumzug erinnerte. Als wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert haben, sind wir mit dem Taxi wieder eine Stunde quer durch die Stadt zum Goldmuseum gefahren, das war recht interessant. Anschließend mit dem Taxi zurück zum Hotel, Kaffee und Kuchen gab es gleich nebenan, zum Abendessen gab es wieder Fisch. Fazit, wenn man in Lima ist, kann man sich das alte Zentrum anschauen, jedoch ist dies an einem halben Tag erledigt. Bei uns in der Nähe des Hotels ware ein großes Einkaufszentrum, wo die Leute am heutigen Sonntag Shoppen gingen. Alle bekannten Marken, die wir in Deutschland auch haben, sind dort zu für Peru gehobenen Preisen zu finden. Eine komplett andere Welt, wenn man das ärmliche Leben der Dorfbevölkerung gesehen hat. 

Weiterer Bericht unter Peru 14.01.-

Fahrt nach Lima

Lima