18.04. der erste Weg führte uns zu Michelin, wo doch tatsächlich die beiden neuen Reifen eingetroffen sind und nun montiert werden konnten. Daß das so fix über die Bühne geht, hätten wir nicht gedacht, aber in Argentinien ist alles recht gut organisiert... und das auch noch 1 Tag vor Karfreitag (an dem hier alle Läden geschlossen sind). Mit 2 neuen Reifen, die vorne montiert wurden, ging es jetzt in Richtung Paraguay. Ein längere Schlange stand vor den Ausreiseschaltern auf der argentinischen Seite, jedoch ging es dann auch noch relativ schnell voran. In Paraguay wurden wir auf deutsch begrüßt, doch dann hörte es mit den Deutschkenntnissen schon auf. Um die Papiere für die Einfuhr für unseren Bus zu bekommen, ging ich mit einem (ich glaube) Auszubildenden in das Zollbüro, wo er dann versuchte, das Formular auszufüllen. Das funktionierte leider nicht so reibungslos und er mußte seinen Chef befragen, der dann auch etwas unwillig seinen Mittagstisch verließ. Man saß nämlich in trauter Runde hinter dem offiziellen Zollgebäude beim wohlverdienten Mittagsmahl, für das sie den großen Grill mit riesigen Fleischbergen angestocht haben. Mir wurde allerdings nichts angeboten. Nun gut, irgendwann wurde das Formular dann am Mittagstisch vervollständigt und ich durfte unterschreiben - dies alles ohne die erwarteten Fettflecken. Ich wünschte den Herren noch einen Guten Appetit und dann durften wir die letzten Kilometer noch zu unserem heutigen Übernachtungsplatz fahren. Wir standen luxuriös auf dem Rasen in einem Innenhof des Maitei-Hotels in Encarnación. Für ca. € 11,- hatten wir für uns ein tolles Badezimmer wie im Hotel. Hier bleiben wir dann direkt einmal 2 Nächte. Wir gingen erst einmal einkaufen und waren überrascht, wie gut die Auswahl hier im Supermarkt war - im Gegensatz zu den letzten Geschäften, in denen wir in Argentinien einkaufen waren. Geld bekamen wir auch ohne Probleme am Geldautomaten. 1,5 Millionen - yippiii (sind umgerechnet € 213,-). Wir machten uns einen Kaffee bei 30 Grad Hitze und aßen ein paar soeben erworbene Teilchen dazu. Dann ging es in Richtung Zentrum. Hier herrschte tote Hose, da am heutigen Gründonnerstag fast alle Geschäfte mittags geschlossen hatten. Jetzt merkten wir auch, daß es hier 1 Stunde früher ist, also Uhr umstellen. Wir schauten uns den Hauptplatz an, die Kathedrale und gingen anschließend zur Uferpromenade des Flusses Paraná, mit Badestrand, wo sich dann die Paraguayer mit Mate-Tee bewaffnet am Strand vergnügten. An der Promenade sahen wir einen Camper mit RA-Kennzeichen. Der dazugehörige Besitzer stellte sich als 78jähriger Düsseldorfer heraus, etwas durchgeknallt, der seit 2006 mit seinem Camper unterwegs ist. Er möchte jedenfalls noch so lange wie möglich durch die Gegend gondeln und peilt das Alter von 106 Jahren an, na, wenn das mal keine Pläne sind. Abends beim Italiener essen gewesen.

19.04. nach dem Frühstück auf unserer Sonnenterrasse fuhren wir los, um die Missionsdörfer hier in der Umgebung zu besichtigen. Wir fuhren aus Encarnación hinaus, überquerten den breiten Fluß Paraná zum wiederholten Male und fuhren weiter aufs Land, in eine schöne hügelige und grüne Landschaft. In Trinidad besuchten wir das Missionsdorf La Santísima Trinidad de Paraná, in dem unter der Anleitung spanischer Jesuiten-Padres die Ureinwohner, die Guarani-Indianer eine riesige Anlage mit Wehrtürmen, Schutzmauern, eine Kathedrale und 4000 feste Unterkünfte errichteten. Diese Jesuiten-Reduktion wurde 1706 gegründet und diente dazu, die Guaranis zu christianisieren. Den Jesuiten gelang es, daß die Guaranis ihr Leben in den Urwäldern aufgaben und in den Missionarsdörfern seßhaft zu werden. Hier waren sie in Kundhandwerk, Ackerbau und Viehzucht eingebunden. Dies funktionierte bis 1767, als die Jesuiten von den spanischen Kolonialherren vertrieben wurden. Die Indios wurden dann teilweise zur Sklavenarbeit herangezogen. Die Gebäude wurden größtenteils zerstört, doch die Überreste sind immer noch sehr beeindruckend. Bei 32 Grad schauten wir uns die Ruinen an.

 

...weiter ging es zur Mission Jesús de Tavarangüe, die nur ein paar Kilometer entfernt liegt. Das Dorf wurde bereits 1685 gegründet, aber erst 1763 ließen sich dort die Jesuiten nieder und errichteten hier eine imposante Kirche und die Wohnhäuser. Bald nach der Errichtung wurden die Jesuiten vertrieben und die Mission war verlassen. Dieses Areal ist nicht ganz so sehenswert, aber dennoch interessant. Uns war es dann aber irgendwie zu heiß und wir fuhren wieder "nach Hause", wo wir auf unserer Terrasse zu Mittag aßen. Zum Sonnenuntergang rafften wir uns noch einmal auf und gingen zur Strandpromenade. Ein Supersonnenuntergang, der Himmel leuchtete in einem unnatürlichen Rot, am Strand tummelten sich die Massen, alle wieder mit Tee und Campingstühlen ausgerüstet. Bei uns hätte man eher das wohlverdiente Osterbier getrunken.  

Encarnación

20.04. vor dem Frühstücken Einkaufen, um 9 Uhr hatten wir Beide einen Friseurtermin. Für € 11,- für uns Beide wurden wir wieder etwas aufgehübscht. In aller Ruhe fuhren wir dann zum nächsten Ziel - Altos. Die Straßen waren wegen des Osterverkehrs ganz schön voll, doch wir kamen trotz allem ganz gut voran. In Yagurón legten wir eine Pause ein, um die bekannte Kirche Templo de San Buenaventura zu besichtigen, außen eher schlicht, konnten wir im Inneren den geschnitzten Holzaltar und die bunt bemalten Balken bewundern. Weiter ging es nach San Bernadino, ein Ausflugsort am Lago Ypacaraí, wo es eine deutsche Bäckerei geben soll. Die Panaderia Alemana hatte jedoch nicht wie gehofft das schöne Vollkornbrot, aber ein paar Berliner hatten sie dort die wir dann auch mitnahmen, die gab es dann nachmittags zum Kaffee, waren ok. Wir fuhren in Altos, dem Nachbarort, zum bei den Overlandern bekannten Campingplatz Hasta la Pasta, der 2 Schweizern gehört. Als wir dort ankamen, war das Tor geschlossen und es hing dort ein Schild "zu verkaufen". Oh je, gibt es ihn nicht mehr, müssen wir uns jetzt etwas anderes suchen? Nein, ich klingelte und es wurde von Marion geöffnet. Wir wurden herzlich begrüßt und zu einem Bier eingeladen, Schweizer Gastfreundschaft in Paraguay. Nach einem Schwätzchen deckten wir uns mit Brot, Grillwürstchen aus der TK und frischen Eiern ein. Wir suchten uns einen Stellplatz und stellten fest, daß wir nicht die Einzigen hier waren. Tatsächlich standen dort mit uns zusammen 9 mehr oder weniger große Wohnmobile, da gab es natürlich wieder einiges zu erzählen. Abends legten wir die Würstchen auf das Lagerfeuer und saßen noch mit einem fränkischen Paar zusammen und philosophierten über das Overlander-Leben. Die Beiden hatten eine spannende Geschichte zu erzählen, sie wurden von einem Tapir, ein sonst friedliches Tier, mehrmals gebissen. Gisi wollte abends ein Handtuch hereinholen, da es regnete, sie begegnete dabei jedoch dem Tapir, der vor dem LKW lag und überrascht zubiß. Dabei wurde der Knöchel ziemlich ramponiert, Klaus ging dazwischen und wurde auch mehrmals gebissen. Tja, das kann man alles kaum glauben. 

21.04. Ostersonntag und der Himmel weinte, das Gewitter ging schon in der Nacht los und zog sich bis zum Morgen hin. Der Tag war grau und teilweise regnerisch. Viel ist nicht passiert... abends aßen wir zusammen mit Gisi und Klaus ein sehr leckeres Originalkäsefondue - natürlich gab es eine Flasche Weißwein dazu (man könnte auch - wie schon mal in der Schweiz - Pfefferminztee dazu trinken...).

 

22.04. heute war das Wetter besser und wir beschlossen, nach Asunción zu fahren. 1 Stunde fuhren wir dorthin, bekamen zum Glück auch einen Parkplatz in einem Parkhaus. Die Stadt an sich ist nicht besonders sehenswert, aber da wir hier schon einmal in der Nähe waren, wollten wir uns wenigstens den Platz, das Rathaus und einige andere noch recht sehenswerte Gebäude anschauen. Mittags gab es für uns Beide noch ein Steak und wir fuhren über das Töpferdorf Areguá, das am Lago Ypacaraí gelegen ist, zurück zum Campingplatz. Abends trifft man sich dann auf der Sundowner-Terrasse mit einem Getränk, um sich den Sonnenuntergang über dem See anzuschauen - falls man ihn dann auch sieht. 

23.04. relativ früh sind wir heute aufgestanden, da wir in Richtung Brasilien aufbrechen wollten. Als wir uns nochmals ringsherum umschauten, beschlossen wir, daß es hier so schön ist, so daß wir noch einen Tag länger bleiben - so geht es wohl vielen Reisenden, die hier teilweise anstatt 2 Tage 2 Wochen blieben. Wir haben uns dann auch noch spontan zum abendlichen Käsefondue angemeldet, denn das war so gut, daß man es auch 2 Mal essen kann. So nutzten wir dann auch noch den Tag, um Wäsche zu waschen, hier gibt es eine Waschmaschine, die ausnahmsweise auch einmal mit 60 Grad wäscht!, welch ein Luxus. 

Abends Käsfondue mit 2 netten Hamburgern, mit denen wir dann auch noch bei Wein und Gitarre + Gesang bis Mitternacht zusammens,aßen.

 

24.04. heute hieß es Abschied nehmen vom schönen Hasta la Pasta. Man wollte uns zwar überreden, noch zu bleiben, doch irgendwann muß es weitergehen. Heute ging die Fahrt zur paraguayischen Grenze, nach Juan Pedro Caballero, wo wir erst einmal zum Einkaufen fuhren, denn wir hörten, daß die Lebensmittel hier günstiger als in Brasilien seien. Also Kühlschrank aufgefüllt, bei Burger King gegessen und zurück zu unserer heutigen Übernachtungsstelle, einer Tankstelle. Wir standen dort mit nur 2 anderen LKWs und es war recht ruhig.