11.12. heute morgen fiel uns der Abschied wirklich schwer, es war sehr schön auf dem Campingplatz, die Leute dort waren wirklich alle sehr nett und wir haben uns gut unterhalten. Aber wie heißt es so schön, wenn es am schönsten ist, sollte man weiterziehen...

So fuhren wir die 4 Stunden nach Villa de Leyva, unterwegs kamen wir durch Berlin !!! (wir dachten schon, wir hätten uns verfahren), dann ging es in Serpentinen durch die Berge, dann fuhren wir die Straße, die auf der Karte weiß eingezeichnet war... was soll man sagen, teilweise übelste Schotterpisten, ein auf und ab über die ausgewaschenen Fahrspuren, zum Glück ist unser Bus höher gelegt. Wir kamen aber gut an und fuhren gleich zum Campingplatz, der mitten im Ort liegt. Dort waren wir die einzigen Camper, es war ganz nett dort. 

Wir liefen dann noch ein wenig durch den Ort, es ging über das jahrhundertalte holprige Pflaster, das absolut High-Heel-untauglich ist (aber ich hatte meine Pumps gerade mal nicht an). Die flachen Kolonialhäuser mit den schönen bunten Holzbalkonen und Ziegeldächern reihen sich um einen 120 x 120 Meter großen Platz, im Hintergrund die mächtigen Anden.

Da wir noch etwas Zeit bis zum Abendessen hatten, sind wir kurzerhand beide zum Friseur gegangen. Für ganze € 6,60 für 2 Haarschnitte inkl. Trinkgeld hatten wir diesen Programmpunkt auch wieder erledigt. Zum Essen gingen wir in ein kolumianisch-deutsches Restaurant, wo wir Currywurst aßen, war ganz ok. Nachmittags und abends wurde es schon recht frisch und wir mußten erst einmal unsere langen Hosen und Jacken heraussuchen, na gut, wir waren hier in einer Höhe von 2149 Metern. Langsam müssen wir uns von schweißtreibenden Temperaturen verabschieden, denn jetzt dürfte es demnächst etwas kühler werden.

12.12. morgens gingen wir noch einmal durch den Ort und tranken einen Kaffee mit Blick auf den großen Platz. Wir haben kurzfristig beschlossen, entgegen unserem ursprünglichen Plan, doch noch nach Bogotá hineinzufahren. Aber erst einmal hielten wir am Museum El Fósil, wo wir das 8 m lange Skelett eines 120 Millionen Jahre alten Kronosaurus bestaunten - sehr beeindruckend, weiterhin hatten sie noch eine Fossilienausstellung, die alle hier in der Gegend gefunden wurden. Danach ging es weiter in Richtung Hauptstadt, wo wir dann wie erwartet die letzten 30 Kilometer mehr oder weniger im Stau standen. Hier zeigte sich mal wieder das Phänomen, daß die Motorradfahrer links und rechts vom Auto vorbeirasen oder sich vorbeiquetschen und daß die absolut rücksichtslosen Kolumbianer es nicht einsehen, einen anderen Autofahrer (in dem Falle uns) in die Schlange hineinzulassen. So wurde die letzte Stunde so ziemlich zur Qual, vor allen Dingen für mich als Beifahrerin. Nun ja, dank Navi kamen wir gut am Hotel an, vor dessen Eingang wir auch gleich parken konnten. Wir checkten ein und gingen erst einmal, da es bereits 15.30 Uhr war in zum Restaurant Crepes and Waffles, eine Kette, die wir bereits aus Cartagena kannten und wo man gut und günstig essen kann. Im Anschluß gingen wir noch zum Goldmuseum, das wir bereits kannten, aber für € 1,50 Eintritt kann man sich das auch noch ein 2.Mal anschauen, denn hier waren wir auch bereits vor 6 Jahren. Das Wetter: recht frisch bei einer Höhe von 2640 Metern und leichtem Nieselregen. Wir liefen noch ein wenig durch die Millionenstadt (6,8 Millionen Einwohner im Stadtgebiet) und genehmigten uns abends noch eine für diese Region typische Suppe Ajiaco mit Huhn, Kartoffeln, Möhren, Kapern, Sahne, Mais, sehr lecker

 

13.12. nach einem guten Frühstück im Hotel gingen wir zur Seilbahnstation, um dort mit der Gondel auf den 3152 Meter hohen Cerro de Monserrate zu fahren. Man kann den "Berg" auch zu Fuß erklimmen, jedoch machte uns die Höhe jetzt schon etwas zu schaffen. Dort oben steht die im 17.Jahrhundert erbaute, weiß getünchte Kirche, von der man einen tollen Blick auf die Savanne von Bogotá hat. Nachdem wir die Stadt von oben gesehen hatten fuhren wir mit der Gondel wieder hinunter, um unser Sightseeing von gestern fortzusetzen. So gingen wir erst einmal in Richtung Botero-Museum, wo wir uns die Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen des bekannten kolumbianischen Künstlers ansahen. Weiter ging es zu diversen Kirchen, dem Regierungsviertel und dem zentralen Platz, dem Plaza de Bolívar. Mittags kehrten wir in einem der Restaurants ein, wo die Angestellten der umliegenden Büro sich zur "wohlverdienten" Mittagspause einfanden. Für ca. € 2,70 gab es ein leckeres 3-Gänge-Menü mit einem Getränk. Bis 16 Uhr liefen wir noch herum, dann hatten wir beschlossen, daß wir nun alles soweit gesehen hatten und gingen zum Hotel zurück. 

Botero

14.12. heute früher Aufbruch, da wir eine lange Etappe vor uns hatten, 300 km, teilweise durch die Anden. Entgegen unserer Erwartungen kamen wir schneller aus Bogotá heraus, es folgte sogar eine 2spurige Autobahn, die gut zu fahren war. Dafür durften wir aber auch wieder ordentlich Maut bezahlen, insgesamt zahlten wir heute € 13,- (für hiesige Verhältnisse ganz schön viel Geld). Irgendwann ging dann die Andenetappe los, das übliche.... Serpentinen vom Feinsten, lange Schlangen von Autos und LKWs, die überholt werden mußten, da es sonst überhaupt nicht voran geht. Ein Mal überholte Jürgen den Sattelschlepper innen, denn der mußte weit ausholen, um um die Kurve zu kommen und fuhr somit auf die Gegenfahrbahn. Sehr abenteuerlich !! Den Fahrstil sollte man in Deutschland wohl nicht beibehalten. 

So ging es dann doch noch einigermaßen voran, bis auf eine Höhe von ca. 3600 Metern, wo es dann anfing, zu regnen. Interessant war es zu sehen, wie die Nebelschwaden aus dem Tal hinaufzogen. Nach 7 Stunden Fahrt kamen wir dann endlich in Salento an, wir waren doch recht kaputt. Wir parkten unseren Bus auf dem Rasen neben dem Hostal  La Serrana, das liegt ein wenig außerhalb des Ortes, ist aber sehr idyllisch gelegen und ruhig. Neben uns standen Holländer mit ihrem Landrover, sie sind bereits seit 3 Jahren in Südamerika unterwegs. Langsam aber sicher fühlen wir uns wie Kurzzeiturlauber mit unserem 1 Jahr Auszeit, denn alle, die wir bis jetzt getroffen haben (bis auf ein Paar aus Sachsen) sind alle bereits seit mindestens 1 1/2 Jahren unterwegs, teilweise Ende offen. 

Abends gingen wir die 20 Minuten in den Ort, wo wir zu Abend gegessen haben. Für die Strecke zurück riefen wir uns ein Taxi, nicht wegen des langen !! Spazierganges, nein, wir hörten von der Holländerin, daß es wohl auf diesem dunklen Weg zu bewaffneten Überfällen gekommen ist und das müssen wir ja nicht herausfordern.

15.12. für € 10,- pro Übernachtung bekamen wir sogar noch ein Frühstück, na, das ist doch mal wieder recht günstig. Um 8 Uhr gingen wir die 20 Minuten in den Ort zum Hauptplatz, wo die Jeeptaxen, Willy genannt, starten. Perfektes Timing, wir bekamen die letzten Sitzplätze, 4 weitere Passagiere mußten auf dem hinteren Trittbrett stehen. Eine halbstündige Fahrt ging in das Valle de Cocora, ein Tal, in dem der Nationalbaum Kolumbiens wächst, die Quindio-Wachspalme (sie erreicht ein Höhe von bis zu 50 - 60 Metern). Wir spazierten die Hügel hinauf und hinunter und immer wieder eröffneten sich neue interessante Blicke auf die langen, dürren Palmen. Sehr spaßig, die Palmen von unten zu fotografieren. Nach 2 Stunden beschlossen wir, daß wir den Willy zurück in den Ort nehmen, denn das Tal zog sich langsam mit Wolken zu. In Salento angekommen, schlenderten wir durch den 1895 Meter hohen Ort, bewunderten die Häuser mit ihren bunten Türen und Balkonen, wir waren hier mitten in der Kaffeeregion. Zum Mittagessen gab es Trucha, die für diese Region typische Forelle, schmeckte sehr gut. Anschließend gingen wir einkaufen und wieder zurück zu unserem Bus. Wir hatten ja schließlich wieder zu tun, Bilder sortieren, Blog schreiben etc..... 

Valle de Cocora

Salento

16.12. heute fuhren wir nach Popayan, für € 15,- Mautgebühr hatten wir recht gute Straßen und kamen flott voran. Ein tödlich endender Unfall mit einem Roller (wir sahen nur noch die beiden mit Tüchern abgedeckten Fahrer) trübte doch die Stimmung, daß wir hier nicht noch mehr Unfälle sehen bei der Fahrweise ist ein Wunder. Nach 6 Stunden haben wir unser Ziel erreicht, Jürgen mußte den Bus durch eine enge Einfahrt manövrieren. Wir konnten hier im Hof des Hostals El Soleil campieren, ziemlich zentral gelegen und nicht teuer. Bei einem Kaffee schauten wir uns unsere weitere Route an; eigentlich wollten wir nach San Agustin fahren, haben diesen Plan jedoch wegen sehr schlechter Straßenkonditionen (40 km Schlaglochpiste) auf dem Hinweg und der Weiterfahrt von dort aufgegeben, zumal wir diese Region vor 6 Jahren bereits besucht haben. Stattdessen werden wir wohl in den NP Purecé fahren, ein Tip, den wir vom Hostal bekamen. Wir gingen anschließend noch in den Ort hinein, um dort zu Abend zu essen. Schwierig, ein Restaurant zu finden, fast alle waren sonntags geschlossen.

 

17.12. zum Frühstück gab es nach langer Zeit mal wieder Müsli, ein nette Abwechslung. Um 10 Uhr ging der kostenlose Spaziergang von der Touri-Info los. 2 1/2 Stunden gingen wir mit einem englischsprachigen Guide durch die Straßen von Popayán, das auf Grund der meist weiß angestrichenen Kolonialbauten auch Ciudad blanca = die weiße Stadt genannt wird. Wir besichtigten viele Gebäude mit schönen Innenhöfen, die nun meistens kleine Hörsäle der hiesigen Universität beherbergen. Im Restaurant MoraCastilla probierten wir so einige Spezialitäten von Popayán, sehr lecker. Gegen Mittag verabschiedeten wir uns von unserem Guide und gingen für € 3,- ein Drei-Gänge-Menü inkl. Getränk essen. Den Nachmittag vertrödelten wir auf der Plaza und bei einem Kaffee, wir hatten auch irgendwie alles gesehen. Die Museen waren wie immer montags geschlossen, s0 daß wir in der Richtung auch nichts mehr unternehmen konnten.

18.12. da wir San Agustin von unserer Liste gestrichen haben, fuhren wir 1 Stunde zum nahegelegenen Puracé Nationalpark. Die Fahrt dorthin führte uns wieder durch die tolle Landschaft der Anden, es ging von 1700 auf 3200 Meter hoch. Zuerst war die Straße recht gut, doch dann wurde es im Ort die reinste Holperpiste, diese setzte sich im Park fort. Am Eingang des Parkes mußten wir pro Person € 11,- bezahlen, hinzu kamen dann noch € 10,- für einen Guide, ohne den man den Nationalpark nicht befahren durfte. So bekamen wir einen Führer in das Auto gesetzt, mit dem wir zur ersten Station fuhren, wo man Kondore beobachten kann. Wir kletterten auf eine Erhöhung, von der wir auch den 4700 m hohen Vulkan Puracé sehen konnten. Der Guide legte ein paar Fleischbrocken auf den Felsen... und siehe da, nach 5 Minuten kam das Kondormännchen angeflogen. Der Andenkondor ist ein mächtiger Vogel, in schwarz/weiß mit weißer Halskrause und einem wulstigen Kamm auf der Kopfoberseite. Er kann bis zu 15 kg schwer werden, die Spannweite kann bis zu 3 m betragen. Ein tolles Schauspiel, ihn dahingleiten zu sehen. 

Weiter ging es dann durch die für hier typische Landschaft u.a. mit seinen Rosettenstauden (diese wachsen pro Jahr 1 Zentimeter) zur Lagune, die ganz nett anzusehen war. Hier drehten wir jedoch um, da wir bereits genug durchgeschüttelt waren. Die Thermalquellen haben wir dann nicht mehr besucht, zumal wir in Popayán noch einkaufen und den total verdreckten Bus waschen lassen wollten.

Als der eine Typ dann auf das Busdach kletterte, um es zu waschen, war uns dann doch etwas mulmig zumute, das war der Härtetest, das Dach hat standgehalten. Wir fuhren dann wieder zu unserer letzten Übernachtungsstelle, wo Jürgen wieder den Bus durch die enge Einfahrt bugsierte. Zum Sonnenuntergang kletterten wir noch auf den nahen Hausberg - Cerro El Morro, von dem man eine schöne Aussicht auf Popayán und die umliegende hügelige Landschaft hat.  

19.12. nach einem letzten Mal Ausparken aus der engen Einfahrt ging es in Richtung Pasto. Heute fuhren wir wieder ein Stück auf der Panamericana. Zuerst einmal hieß es wieder, in engen Serpentinen LKWs, Busse etc. zu überholen, nach einiger Zeit wurden die Kurven etwas weitläufiger und die Anden präsentierten sich uns in ihrer vollen Schönheit, mit spektakulären Ausblicken. Wir fuhren an Pasto vorbei zur Laguna de la Cocha, leider fing es an zu nieseln und es wurde nebelig, bei ganzen 9 Grad (morgens hatten wir zeitweise noch 30 Grad!!). Kurz vor unserem Ziel wurden wir doch tatsächlich noch von der Militärkontrolle angehalten. Wir mußten den Kofferraum öffnen und sie wollten wissen, wo wir hinfahren wollten. Die Jungs waren sehr nett, wünschten uns einen schönen Tag und wir fuhren weiter zum Chalet Guamuez, wo wir unseren Bus auf einer Wiese am Hotel abstellen konnten. Dort stand bereits ein Overlander-Truck, ein Deutscher und eine Argentinierin, die seit 15 Jahren !! auf Achse sind. Das Hotel und der Garten, der bis zum See hinunterführt, sind toll angelegt, wir gingen noch ein wenig spazieren. Abends aßen wir im Hotel Forelle und gingen dann zum Bus, wo wir nach langer Zeit mal wieder die Standheizung aktivierten. Es wird jetzt abends auf 2800 Metern Höhe doch empfindlich kühl.

20.12. Fahrt nach Ecuador - siehe Bericht Ecuador....