20.12. heute war nach längerer Zeit mal wieder ein Grenzübertritt angesagt, von Kolumbien nach Ecuador. Die Fahrt bis nach Ipiales, dem Grenzort in Kolumbien, gestaltete sich sehr zäh, die 2spurige Straße wird zur 4spurigen Autobahn ausgebaut, hierzu müssen tonnenweise Felsen und Erde abgebaut werden, dies führt zu ellenlangen Baustellen mit einigen Wartezeiten, da in den Baustellen die Fahrbahn einspurig wurde. So fuhren wir von einer Baustelle zur nächsten, etwas nervig. Wir fuhren noch einen kleinen Umweg nach Ipiales wo wir die Kirche Santuario de Las Lajas besichtigten, eine Kirche aus dem 20. Jahrhundert, die auf einer zweibogigen Brücke über den Fluss gebaut wurde. Der Ort gilt als Pilgerstätte, wo so einige gesundheitliche Wunder bereits erreicht wurden (siehe Lourdes).

Dann kamen wir an der Grenze an, Hunderte von venezolanischen Flüchtlingen warteten darauf, abgefertigt zu werden. Ein trauriges Bild, wie Männer, Frauen mit teilweise kleinen Kindern mit ihren paar Habseligkeiten dort teilweise unter Zeltplanen campieren und es wahrscheinlich für sie Tage dauert, bis sie durch die Kontrolle durchgehen können. Für alle weiteren Grenzgänger wurden separate Schalter geöffnet, doch auch hier herrschte das Chaos pur. Erst wurden die Kolumbianer zur Paßkontrolle durchgelassen, die Holländer trafen wir dort auch, sie standen seit 1 Stunde in einer Schlange, die nicht weitergehen durfte, warum auch immer. Als wir dann ankamen, wurde plötzlich das Tor geöffnet und wir konnten durchgehen. So dauerte es nicht allzu lange bis wir an der Reihe waren. Die Ausreise für den Bus hatten wir dagegen recht schnell erledigt. Das Auto hatten wir auf irgendeinem uns zugewiesenen Parkplatz abgestellt, der uns nicht ganz so sicher vorkam. So waren wir froh, daß wir unser Wägelchen noch unversehrt vorfanden. Weiter ging es dann über die Grenze auf die ecuadorianische Seite. Auch dort sah man sehr viele Flüchtlinge.

Auch hier war alles superchaotisch, wir fragten die Polizisten, wo die Paßabfertigung wäre, sie konnten uns zum Glück Auskunft geben, da sichteten wir auch bereits die Holländer und stellten uns einfach hinter ihnen in die Schlange. Die Schlange war seeehhhr lang und ging einmal um das Gebäude herum. Dazu sagen muß man auch, daß wir dort zur wohlverdienten Mittagspause ankamen, hieß, daß wahrscheinlich nur die Hälfte der Schalter besetzt waren, so ging es dementsprechend langsam voran, wir unkten bereits, daß es womöglich Stunden, wenn nicht Tage dauern würde, bis wir an der Reihe sind. Doch plötzlich und unerwartet ging es zügig voran, tja, die Mittagspause war wohl beendet und man machte sich wieder an die Arbeit....Mit dem abgestempelten Paß ging es dann zum Zoll, um die temporäre Einfuhr für den Bus zu bekommen. Hier warteten wir wieder Ewigkeiten, bis jemand kam, um schon einmal die Pässe in Augen-schein zu nehmen. Es wurde festgestellt, daß bei mir die Aufenthaltsdauer von 90 Tagen  nicht eingetragen war, bei Jürgen hatte sie es jedoch gemacht. Also wieder zurück zur Bearbeiterin, die dies direkt nachtrug. Wieder zurück zum Schalter. Der Zollbeamte ging dann mit uns zum Parkplatz, um ein Foto von Auto und Fahrgestellnr. zu machen. Damit ging ich dann wieder mit ihm zu seinem Büro zurück, wo er dann das Formular ausfüllte. Nach ganzen 4 Stunden!! hatten wir um 16.15 Uhr alles erledigt. Wir beschlossen, die letzten 2 1/4 Stunden doch noch bis zur Finca Sommerwind zu fahren, wo wir die nächsten Tage verbringen. 

Als wir ankamen, wurde es bereits dunkel, aber wir bekamen noch einen Platz auf dem großen Gelände. Dort standen bereits einige andere Overlander z.B. aus D-Heinsberg und Wuppertal, der Schweiz, Argentinien, Frankreich. Hans, der den Campingplatz seit 8 Jahren betreibt, begrüßte uns sehr nett und wir bekamen von ihm sogar noch eine Currywurst mit Pommes serviert, dazu gab es ein gut gekühltes Hofbräu.

Somit war die Welt wieder in Ordnung. Wie sich herausstellte, kommt Hans aus Bergisch Gladbach, so hatte man sich noch einiges zu erzählen. Er backt auch Brot, somit haben wir noch eins für morgen früh abgestaubt. Dann sind wir doch recht früh ins Bett gegangen.

21.12. Finca Sommerwind - Tag 2: zum Frühstück gab es Hans leckeres selbstgebackenes Brot, sonst hat sich nicht viel ereignet. Wäsche waschen, Auto von innen putzen, also Haushaltstag.... wir beschlossen, hier auch noch Heiligabend zu verbringen, da es doch netter ist, mit einigen anderen Reisenden zu feiern. So hatten wir abends mit Hans noch eine Besprechung wegen des "Menüs", heißt Grillfleisch und Salate, jeder trägt etwas dazu bei. Weiterhin muß jeder ein Geschenk zum Wichteln besorgen.

 

22.12. morgens um 9 Uhr fuhren wir zu Viert mit dem Taxi nach Ibarra zum Supermarkt, um die Weihnachtseinkäufe zu erledigen, mittags waren wir mit vielen Taschen bepackt wieder zurück auf dem Campingplatz. Da heute (Samstag) der große Markt in Otavalo stattfand, beschlossen wir, mit Anja und Michaela mit dem Bus dorthin zu fahren. Für € 0,85 pro Person fuhren wir zuerst nach Ibarra, um dort vom Busterminal einen bequemen Reisebus nach Otavalo zu nehmen, dies dauerte fast 2 Stunden, aber für den Preis war es ok. Wir schlenderten 2 1/2 Stunden über den Markt, haben einiges gekauft und waren erstaunt, wieviel wir doch dort vor 6 Jahren schon eingekauft hatten. Märkte sind immer wieder faszinierend, zumal man dort auch schön die Einheimischen beobachten kann. Wir sahen uns zum Schluß noch den Hauptplatz und die Kirche im Ort an und nahmen dann den Bus zurück nach Ibarra. Von dort nahmen wir ein Taxi zur Finca zurück, kostete auch nur ca. € 4,50 für eine längere Fahrt. 

Am Abend wurden wir von Franz, einem gebürtigen Österreicher, der in der Schweiz jahrelang ein Bergrestaurant betrieben hat, zum "Capuns-Essen", einer Graubündener Spezialität, eingeladen. Er hatte diese eigentlich für Jan zubereiten wollen, der ihm mit seinen Fenstern geholfen hat, jedoch sind es so viele geworden, daß wir zu neunt noch davon essen konnten. Anschließend saßen wir noch am Lagerfeuer. Ein schöner Abend.

23.12. 1 Tag auf dem Campingplatz, Jürgen hat zusammen mit Jan das Rollo repariert, jetzt funktioniert es wieder. Ein bißchen an der Lagune spazieren gegangen, mit den anderen Overlandern gequatscht und sonst nichts gemacht. Auch gut...

 

24.12. irgendwann morgens alles  für den Salat geschnippelt, gequatscht, Käsekuchen von Hans gegessen und gewartet, daß das Feuer für den Grill entfacht wurde. Hierzu mußten wir noch ein paar Brettchen, die auf dem Gelände zusammengesucht wurden, zerkleinern. Die Hitze am Feuer konnte man natürlich nur mit einem Fläschchen ecuardorianischem Pilsener ertragen. Die Hähnchen wurden über die 2 Büchsen Bier gestülpt, das Roastbeef danebengelegt, Deckel darüber und 2 Stunden gewartet, bis es fertig gegart war. In der Zwischenzeit kamen alle mit ihren Salaten, Soßen, Nachtisch und das Büffet wurde aufgebaut. Auf einem weiteren Tisch stapelten sich die Wichtelgeschenke. An einer langen Tafel nahmen wir mit 24 Leuten Platz und stürmten anschließend das köstliche Buffet, Anja hatte u.a. deutschen Kartoffelsalat gemacht, der Franzose steuerte Crepes bei, der Österreicher hatte leckere ... (habe den unaussprechlichen Namen schon wieder vergessen) gemacht, alles sehr schmackhaft und wir waren alle gut zufrieden. Nach dem Essen haben wir einige Runden gewichtelt, besonders lustig auch mit unserem kleinen lustigen Franzosen, der auf Grund seiner "Größe" (geschätzte 1,55 m) auch Pepito genannt wurde. Vollgefuttert gingen wir dann um 0.15 Uhr ins Bett.

25.12. heute hieß es Abschied nehmen, wir sagten Allen Tschüß und vielleicht trifft man doch noch einmal Jemanden von den Overlandern irgendwo auf der weiteren Tour wieder. Bei Nieselregen fuhren wir ab in Richtung Quito, wobei wir die Äquatorlinie überquerten, es ging von der Nordhalbkugel auf die Südhalbkugel, genau um 11.11 Uhr. Wie es der Name schon sagt, der Äquator verläuft mitten durch Ecuador, Ecuador ist das einzige Gebiet in Südamerika, in dem der Äquator an festen, natürlichen Orientierungspunkten verläuft: an den Gipfeln der Anden. Ein Mitarbeiter gab uns noch einige interessante Erläuterungen. Danach fuhren wir in die Großstadt Quito, am heutigen 1. Weihnachtstag, der hier auch Feiertag ist, war auf der Straße nicht viel los, so daß wir schnell am Hostal Zentrum ankamen. Ein Hostal, das von dem Deutschen Gerd, einem 87jährigen, geführt wird. Hier konnten wir auf dem Parkplatz stehen und das dortige Bad nutzen.

26.12. nach einem guten Frühstück bei Gerd fuhren wir für € 0,25 mit dem Bus 10 Minuten bis zum Zentrum. Wir liefen zum Plaza Grande, von dem eine Straße abzweigt, an der 7 von den insgesamt 30 katholischen Kirchen von Quito stehen. Quito liegt 2850 Meter hoch, doch die Höhe machte uns nichts aus. Um 10.30 Uhr startete eine Free Walking Tour (jetzt bereits unsere 3.Tour an verschiedenen Standorten). Diese war auch wieder sehr unterhaltsam und lehrreich. Wir klapperten einige Plätze und Kirchen ab, lernten in der Markthalle einiges über Heil-kräuter und die verschiedenen Obstsorten, die wir zum größten Teil bereits kannten oder vor kurzem probiert hatten. In den 2 1/2 Stunden haben wir einen großen Teil der Altstadt kennengelernt. Anschließend ließen wir uns mit dem Taxi zur Talstation der TelefériQo bringen, einer Seilbahn, mit der man von 3050 auf 4100 Metern Höhe auf die Ostseite des Vulkans Pichincha fahren kann. Dort oben kann man dann noch bis auf 4680 Meter hochwandern, das haben wir dann doch gelassen, natürlich nur wegen der fehlenden Akklimatisierung.... ha ha ha

So genossen wir einfach nur die tolle Aussicht auf Quito, die umliegenden, teils schneebedeckten Vulkane zeigten sich in den Wolken nur zum Teil und dann nur für kurze Zeit. Wir fuhren zusammen mit einer ecuadorianischen Familie mit der Gondel wieder den Berg hinunter und unterhielten uns ein wenig mit ihnen. Als wir dann auf der Suche nach einem Taxi den Berg hinunterliefen, kam die Familie mit ihrem Auto angefahren und lud uns ein, mit ihnen mitzufahren. Sie waren auf dem Weg nach Hause und fragten, wo wir hinfahren wollten, so fuhren sie uns doch tatsächlich in die Altstadt, obwohl dies nicht unbedingt auf ihrem direkten Weg lag, was sagt man dazu? Hätten wir das in Deutschland auch gemacht?

Wir liefen noch ein wenig durch die Altstadt und gingen in die Jesuitenkirche, La Iglesia de la Compania de Jesús. Die wohl schönste und reichste Kirche Equadors, ein Prunk und Protz, mit einem großen Mittelschiff, das reichlichst mit Blattgold und Holzschnitzereien versehen ist. Für € 5,- Eintritt durfte man noch nicht einmal fotografieren, aber nun gut, wir haben es gesehen und nur noch gestaunt.

Abends gingen wir noch im "Vista Hermosa" essen, von dessen Dachterrasse wir einen schönen Überblick über Teile Quitos hatten. Zurück zu unserem Bus fuhren wir dann mit dem Taxi, günstig und sicher.

27.12. heute ging es zum Vulkan Cotopaxi. Aus Quito kamen wir verkehrstechnisch recht schnell heraus, wahrscheinlich auch dank der Weihnachtsferien, so daß auf den Straßen weniger los war. Im Cotopaxi Nationalpark wurden die Straßen zusehend schlechter, der Bus und wir selber wurden ordentlich durchgeschüttelt. Den ersten Halt machten wir an einer Cafeteria, wo wir einen Coca-Tee tranken. Ein Kilometer weiter sahen wir uns erst einmal den Campingplatz an, ein Parkplatz mit Toilette und Waschbecken, mehr braucht man ja nicht.

Der nächste Stop war die Laguna Limpiopungo, um die wir 1 1/2 Stunden herumliefen. Sie ist 3800 Meter hoch gelegen, somit war die Luft schon wieder recht dünn. Auf dem Spaziergang sah man immer wieder den Vulkan Cotopaxi durch die Wolken hervorschauen, in voller Schönheit wollte er sich aber nur zögerlich zeigen. Am Wegesrand sah man die Wildpferde herumtollen, die kleinen Bullen waren nicht auf Angriff programmiert, sie flüchteten bei unserem Anblick. Eine nette Wanderung und weiter ging es zum Fuße des Vulkans Cotopaxi, mit 5897 m der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane der Erde. Wir fuhren bis auf eine Höhe von 4200 Metern hoch, der Bus zeigte in der Höhe keine Ausfallerscheinungen, eher wir, als wir noch einige Meter weiter den Berg hinaufliefen. Wir ließen den Bus dort stehen, da die Straße immer holpriger wurde und die Fahrerei dort keinen  Spaß mehr machte. Die Wolken rissen auf und wir konnten den Cotopaxi in voller Schönheit bewundern. Irgendwann fuhren wir dann doch wieder in Richtung Lagune, wo wir auf den Sonnenuntergang warten wollten, doch jetzt zogen die Wolken wieder auf und wir suchten unseren Schlafplatz für diese Nacht auf. Außer uns standen noch 2 Autos auf dem Parkplatz. Am späteren Abend tauchten plötzlich 2 Typen mit Taschenlampen an unserem Bus auf und versuchten, in das Auto zu leuchten. Uns war schon ein wenig mulmig zumute, denn etwas abgeschieden war es hier oben auf 3850 Metern Höhe schon. Jürgen kletterte auf den Fahrersitz und öffnete ein wenig das Fenster, um zu schauen, was los ist. Die Beiden wollten jedoch nur die $ 5,00 von uns kassieren, einen Beleg bekamen wir sogar auch noch. Also war unser komisches Gefühl unbegründet. Man weiß ja nie...

28.12. in der Nacht haben wir nicht ganz so toll geschlafen, wahrscheinlich lag es an der Höhe. Morgens wachten wir bei einer Außentemperatur von 5 Grad auf, um uns herum Nebel, schnell kaltes Wasser ins Gesicht gespritzt, ein Müsli auf die Schnelle gegessen. Mangels Strom konnten wir uns leider keinen Kaffee zubereiten, so tranken wir kaltes Wasser, das uns natürlich auch nicht aufwärmte. Somit mußte es die Heizung richten. Wir machten uns auf den Weg nach unten, über die Rumpelspiste ging es zum Eingang, wo wir erst einmal einen Kaffee tranken. Jetzt fuhren wir weiter zur Laguna Quilotoa, wo wir auf dem Parkplatz des Tourismuscenters Shalalá campierten. Diese Nacht würden wir wieder in einer Höhe von 3880 Metern schlafen. Vom Parkplatz aus ging es 150 Meter hoch zum Aussichtspunkt auf den bis zu 250 m tiefen Kratersee, der durch die Mineralien in verschiedenen grünen Farben schimmerte. Wir liefen eine Stunde am Kraterrand entlang, es ging teilweise steil bergauf, und das wieder in einer für uns noch etwas ungewohnten Höhe, das heißt, wie mußten schon ein wenig schnaufen. Oben angekommen tranken wir erst einmal einen Coca-Tee bevor es wieder an den Abstieg zu unserem Bus ging. Bei einem Kaffee im Bus schauten wir uns die Route für die nächsten Tage an. Um 18 Uhr gab es ein etwas spärliches 2-Gänge-Menü mit Saft, dies kostete jedoch auch nur $ 5,00 pro Person, da kann man nun wirklich nicht meckern.

29.12. die Nacht hatten wir besser geschlafen, vielleicht gewöhnen wir uns langsam an die Höhe. Bei einem sonnigen Morgen mit 10 Grad war es jedenfalls schon angenehmer und wir konnten sogar wieder unseren Kaffee zubereiten. Um 8.30 Uhr machten wir uns auf den Weg, zuerst fuhren wir die selbe Strecke durch die tolle Andenlandschaft ein Stück zurück. Im Ort selber war Markt, die Einheimischen kauften fleißig ein, die Schafe und Lamas waren bereits auf den Pritschenwagen verladen. Die Frauen in traditioneller Tracht mit Rock (was sie wohl darunter tragen bei der Kälte? sicherlich einen warmen lamawollenen Schlüpfer), weißen Kniestrümpfen und Hut mußten dann ebenfalls zwischen den Schafen auf dem Pritschenwagen Platz nehmen und so wurde die Fuhre nach Hause gefahren. Nicht ungefährlich, wir sahen einen Unfall, Blut auf der Straße, von einem Schaf oder Menschen? Hinzufügen muß man allerdings auch, daß die Straßen hier super ausgebaut sind, die Fahrer eher zu langsam als zu schnell fahren. Ein sehr angenehmes Reisen hier in Ecuador, wollen wir es noch einmal genießen, bevor das Chaos in Peru wieder losgeht. Mittags kamen wir in Banos an, ein beliebter Ausflugsort, da man hier einige Thermalbäder besuchen kann oder per Zipline über die Schluchten rauschen kann. Der Ort war am heutigen Samstag rappelsvoll, Wochenende und Weihnachtsferien trugen dazu bei. Wir kauften noch ein wenig ein und aßen auf dem Markt zu Mittag, eine ordentliche Portion für $ 3,00. Wir fuhren zu unserem heutigen Campingplatz, ein Parkplatz hinter Regine's Café und Restaurant, eine deutsche Familie, die hier einige Hütten und ein Restaurant im Hundertwasserstil hat. Eigentlich wollten wir in ein Thermalbad gehen, doch sie rieten uns davon ab, da es dort an solchen Tagen wohl auch überlaufen ist. So fuhren wir altenativ 16 Kilometer in Richtung Amazonasbecken, es ging an einer Schlucht entlang zum 80 Meter hohen Wasserfall Pailon del Diablo (zu deutsch: Schlucht des Teufels), den man nach einem mehr oder weniger steilen 1 km langen Abstieg in voller Größe bestaunen konnte. Ein ganz netter Ausflug. 

Anschließend genossen wir die Outdoor-Dusche mit warmen Wasser auf unserem "Campingplatz". Danach tranken wir noch einen Kaffee und unterhielten uns ein wenig mit dem 73jährigen Eigentümer und seiner Frau. Zum Abendessen gab es Forelle und Gulasch mit Nudeln, wirklich sehr lecker, und dies in einer sehr gemütlichen Atmosphäre.

30.12. heute gab es ein Superfrühstück mit allem Drum und Dran. Wir verabschiedeten uns von den deutschen Besitzern der tollen Finca Chamanapamba und fuhren in Richtung Riobamba, wir fuhren eine Schleife um den Vulkan Chimborazo herum, der sich uns in seiner vollen Pracht zeigte. Dieser inaktive Vulkan ist mit 6310 Metern Höhe der höchste Berg Ecuadors. Sein Gipfel ist der vom Erdmittelpunkt am weitesten entfernte Punkt der Erdoberfläche. Die Straße war gut ausgebaut, alle paar Meter wurden wir von "Straßensperren" aufgehalten, dort standen Kinder und Erwachsene mit Masken, die ein Seil über die Straße gespannt haben und Geld kassieren wollten. Dies ist wohl ein allgemeiner Brauch hier in Ecuador vor Silvester. Nachdem wir ein paar Münzen gespendet haben, wurde es uns allerdings ab der gefühlten 6. Straßensperre zu bunt und wir haben so wie die anderen Autofahrer auch nichts mehr gegeben. So fuhren wir um den Vulkan, der sich uns immer wieder mit neuen Ansichten zeigte.... bis uns auch noch ein paar Vikunjas begrüßten, grazile Tiere, die zur Familie der Kamele gehört... tja, das kann man kaum glauben. Weiter ging es dann durch endlosen Serpentinen nach Salinas, ein Bergdorf, das bekannt dafür ist, daß es guten Käse und Schokolade zu kaufen gibt. Also haben wir dort erst einmal den Käse probiert (ja, auch ich !!!), dies war endlich Käse mit Geschmack. Dazu kauften wir noch Schoko und eine Salami. Nachdem wir noch einen Kakao (Milch mit richtiger geschmolzener Schoko) getrunken haben, ging es weiter die Serpentinen hinauf und hinunter bis nach Riobamba. Wir fuhren teilweise auf einer Höhe von über 4000 Metern und die Ausblicke in die Schluchten war gigantisch. Die Anden sind eine Welt für sich. In Riobamba wollten wir auf einer Finca campen, die Besitzer waren jedoch nicht da, so daß wir in einem Hostal strandeten.

31.12. heute am Silvestertag trafen wir auf der Fahrt nach Cuenca immer wieder auf Straßensperren, Seile wurden über die Straße gespannt, junge Männer in Frauenkleidern und einer Riesenoberweite (die Ballons haben es gerichtet), Andere mit Masken tanzten und wollten einen kleinen Obulus dafür bekommen. An  den ersten 5 Sperren haben wir ja noch ein wenig Kleingeld aus dem Fenster gereicht, dann wurde es uns aber zu bunt und wir fuhren etwas schneller, so daß das Seil schnell heruntergelassen wurde, zumal uns das Kleingeld ausging und wir nicht unbedingt die Dollarscheine quasi aus dem "Fenster werfen" wollten. So kamen wir dann zu unserem ersten Ziel, Ingapirca, der bedeutendsten Inkastätte Ecuadors, man konnte noch den Sonnentempel, ein Observatorium, Lagerräume und rituelle Bäder erkennen. Das fugenlose Zusammenfügen großer behauener Steinblöcke ähnelt den Inkaruinen in Cuzco/Peru. Ein netter Zwischenstop, aber nichts Atemberaubendes. Weiter ging es nach Cuenca, zum Campingplatz Cabanas Yanuncay, eine Mischung aus großer Wiese, kleinem Bauernhof mit Hühnern und Schrottplatz. Der Besitzer Humberto begrüßte uns auf deutsch. Auf dem Gelände laufen ebenfalls einige Hunde herum. Sonst waren wir alleine hier, wir hatten gedacht und gehofft, daß noch weitere Overlander (Langzeitreisende) zu Silvester hier wären, aber weit gefehlt. So machten wir uns dann auf in die Stadt, ein Fußmarsch von 30 Minuten vorbei an 2 Straßensperren, wo wir als Fußgänger kein Geld abdrücken mußten. Die drittgrößte Stadt Ecuadors hat eine sehr schöne Altstadt mit einer beeindruckenden Kathedrale und dem Fluß Tomebamba, an dem man entlangflanieren kann. Wir gingen in das Café Austria, wo es, wie der Name schon sagt, österreichische Küche gibt. Wir haben dort sehr gut und günstig gegessen, Platz für einen Rotwein war auch noch. Schließlich kann man Silvester nicht nur Wasser oder Saft trinken. Dort hielten wir es bis 21.30 Uhr aus, anschließend schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt und schauten dem Treiben zu Silvester zu. 

Ein weiterer Silvesterbrauch ist es, Puppen aus Holz oder Papier zu basteln, diesen dann alte Kleidung anzuziehen und sie mit Masken bekannter Persönlichkeiten zu versehen. Die Puppen werden dann um Mitternacht verbrannt, so wird das alte Jahr abgeschlossen. Um 10 Uhr ging dann bereits die Knallerei los. Wir haben um 0.00 Uhr am Bus mit einem Schlückchen Rum auf 2019 angestoßen und haben uns die zahlreichen Feuerwerke ringsherum angeschaut. 

 

Ingapirca

01.01.2019  ein neues Jahr beginnt, ein aufregendes Jahr 2018 endet für uns. Wir schauen hoffnungsvoll auf weitere spannende Monate in Südamerika. Da wir gestern Abend nicht viel getrunken haben, mußten wir auch keinen Kater bekämpfen und konnten uns gleich wieder auf den Weg in die Altstadt machen. Heute ruhte das Leben in den Straßen, auch hier ist der 1.Januar ein Feiertag, so daß alle Geschäfte geschlossen waren. So schauten wir uns die zahlreichen schönen Gebäude, Plätze und Kirchen an. Sehr beeindruckend ist die Neue Kathedrale, die mit ihren blauen Kuppeln alles überragt. Wir gingen hinein und waren sehr beeindruckt, die gerade stattfindende Messe wurde von Groß und Klein sehr gut besucht. Alle Sitzplätze waren besetzt, so daß viele Gläubige stehen mußten; die Kathedrale hat wohl 10000 Sitzplätze !! Zum späten Mittag kehrten wir noch einmal beim Österreicher ein, um dort Kaffee und Kuchen zu uns zu nehmen. So gestärkt ging es erst einmal wieder zum Campingplatz zurück.

Cuenca bei Nacht

Cuenca bei Tag

02.01. die Fahrt ging heute zum Tal der Hundertjährigen, nach Vilcabamba. Wir legten einen Zwischenstop in Loja ein, wo wir uns den Ort anschauten und für € 1,60 ein Kleinigkeit zu Mittag aßen. Der Ort ist ganz nett, aber länger als  1 Stunde muß man dort auch nicht verbringen, also weiter nach Vilcabamba, das sehr schön in einem Tal gelegen ist. Vilcabamba ist bekannt für eine angeblich hohe Lebenserwartung seiner Einwohner, obwohl dies von einigen Wissenschaftlern bezweifelt wird. Einige führen dieses Phänomen jedoch auf die negative Ionenladung der Luft zurück. Wer weiß es schon, wir haben jedenfalls im Ort selber nur die ausgewanderten amerikanischen Öko-Oldies gesehen, kein Hundertjähriger in Sicht. Wir konnten unseren Bus auf dem Parkplatz des Hostals Izhcayluma abstellen, der von 2 Deutschen betrieben wird. Ein tolle Anlage mit Schwimmbad und einer Panoramaterrasse, von der man einen tollen Blick auf den Ort hatte. Natürlich gab es auch deutsches Essen und selbstgebrautes Bier. So war das Abendessen gesichert. Langsam habe ich das Gefühl, daß wir nur noch von Deutschen zu Deutschen reisen, so oft, wie wir jetzt schon deutsches Essen genießen konnten. 

 

03.01. heute hatten wir einen Ruhetag eingelegt, d.h. Wäsche zum Waschen abgegeben, in den Ort gewandert, wo wir die Hundertjährigen suchten, aber nicht fanden. Den Tag vertrödelt und die weitere Reiseroute besprochen.

04.01. weiterer Bericht siehe Peru