13.02. Tschüß Bolivien- Du hast uns gut gefallen, nette Leute, eine tolle Landschaft und das Wetter hat - meistens -mitgespielt. Heute überquerten wir mal wieder eine Grenze, wir fuhren nach Argentinien. Wir durchquerten nochmals die Wildwest-Landschaft Boliviens bis wir nach 90 Kilometern die Grenze erreichten. Aber vorher wurde Jürgen - ein 2.Mal - wegen Raserei angehalten. Er ist laut Anzeige der Laserpistole 104 anstatt 80 km/h gefahren. Wieder einmal doof gestellt, wir können keine Spanisch usw., natürlich haben wir verstanden, daß die Strafe 100 Bolivianos beträgt, wir hielten ihm 50 (ca. € 6,-) hin und er nahm dieses Taschengeld gerne an. Natürlich haben wir darüber keinen Beleg bekommen... Den Rest des Weges wurde ordentlich gefahren. An der Grenze parkten wir den Bus, jedoch mußten wir ihn umparken, um ihn dann wieder umzuparken. Etwas chaotisch das Ganze ! Das ganze Prozedere bzg. Pässe und Ausfuhr- und Einfuhrpapiere für den Bus wurde zügig erledigt. Am Zoll mußten wir alle Gepäckstücke aus dem Bus räumen, sie wurden durch die Röntgenanlage geschickt. Der Zöllner schaute sich den Bus von innen an, hatte jedoch nichts zu meckern. Wir hatten nur noch verpackte Lebensmittel im Kühlschrank, dies war wohl kein Problem,  Theater machen sie nur bei frischen Fleisch- und Milchprodukten und Obst. 

Also hinter der Grenze wieder alles eingeräumt, so ging die Fahrt weiter durch die farbenprächtigen Felsformationen des Tals Quebrada de Humahuaca. In Humahuaca bogen wir auf eine Staubpiste ab, es ging 25 km über eine teils steinige Wellblechpiste hoch auf  ca. 4300 Meter zum Berg der 14 Farben, Hornacol genannt. Die Felsen leuchteten tatsächlich in allen möglichen Farben, es sah aus wie ein Missoni-Strickmuster. Leider wurde unsere Stimmung ein wenig getrübt, denn ein netter Herr machte uns darauf aufmerksam, daß der hintere linke Reifen Luft verlieren würde- und tatsächlich, man hörte bereits die Luft entweichen. Also machten sich Jürgen und André an die Arbeit und wechselten den Reifen. Diana und ich marschierten mit unseren Fotoapparaten zum Aussichtspunkt, um dort schöne Fotos zu schießen. Als wir von unserer kleinen Wanderung wiederkamen, war der Reifen gewechselt und wir fuhren wieder den Berg hinunter, um gleich bei der ersten Reifenreparaturwerkstatt den Reifen flicken und wechseln lassen. Das Ganze kostete ganze € 4,-. So fuhren wir frohgemut bis nach Tilcara, wo wir uns erst einmal ein Quartier suchten, es war zwar nicht doll, aber zum Übernachten reichte es. Wir gingen in den Ort zum Essen, Geld abheben (in Argentinien bekommt man scheinbar nur kleinere Beträge aus dem Automaten, dafür darf man dann jedoch 10% Gebühr zahlen) und Bierchen trinken. 

14.02. morgens schlenderten wir noch ein wenig durch den Ort, tranken einen Kaffee, kauften in der Bäckerei ein und machten uns auf den Weg nach Salta. An einem nett gelegenen See machten wir zu Mittag eine Pause, weiter ging die Fahrt erst einmal zur VW-Werkstatt in Salta. Wir kamen dort um 15 Uhr an und klärten mit dem Werkstattchef, daß wir einen Ölwechsel + Ölfilter bräuchten... und wir hatten Glück, sie hatten den Filter auf Lager und sie hatten direkt Zeit, wir könnten den Bus um 17 Uhr wieder abholen. Das ist ja mal eine prompte Bedienung. Wir gingen in der Zwischenzeit Kaffee trinken und bekamen  den Bus um 17.15 Uhr zurück. Ein Foto mußte für VW und uns natürlich auch noch gemacht werden und wir fuhren anschließend zum Hotel, das direkt um die Ecke war (wenn dort  nicht alles gesperrt wäre). Wir kamen dann aber irgendwann an. Oh, ein vernünftiges Hotel, das ist auch mal etwas Feines. Wir konnten den Bus sicher im Hof abstellen. Wir gingen noch zum nahe gelegenen von Cafés gesäumten eleganten Plaza 9 de Julio, der mit seiner Kathedrale  und der spanischen Kolonialarchitektur beeindruckt. Um 19.30 Uhr öffnete die Parrillada El Charrúa, ein gutes Steakhaus, wo wir eine sehr leckere gemischte Fleischplatte bekamen, dazu der Wein des Hauses, der auch gut war. So macht das essen gehen richtig Spaß. Zum Abschluss bekamen wir noch 2 Gläser Limencello, damit hatten wir dann auch die nötige Bettschwere.

15.02. gutes Frühstück im Hotel, 9.30 Uhr hatten Jürgen und ich einen gemeinsamen Friseurtermin. Also hin und schauen, was das wieder gibt. Haare sind zwar kürzer als vorgegeben, aber wir können so noch auf die Straße gehen. 2 Schnitte für zusammen € 17,-, auch das ist ein fairer Preis. Danach holten wir unsere Kameras und gingen auf Sightseeing-Tour. Salta ist wirklich eine angenehme Stadt mit Parks, schönen Gebäuden im Kolonialstil und einer Seilbahn, mit der wir auf den Aussichtshügel gefahren sind. Von oben hat man einen netten Blick auf die Stadt, aber wir hatten schon schönere Ausblicke. Nun ja, wir gingen die Treppen hinunter in die Stadt, wo wir den Platz mit dem von der Touri-Info empfohlenen Handwerksmarkt aufsuchen wollten. Der Platz war ganz nett, jedoch kein Markt weit und breit. So suchten wir uns im angesagten Balcarceviertel ein Restaurant, wo wir draußen Salat und Empanadas aßen. Zurück ging es über den Hauptplatz, wo wir uns noch ein Eis holten. Wir gingen zurück zum Hotel, um unsere übliche Arbeit zu erledigen, wie Fotos löschen/sortieren, Blog schreiben usw. Am späten Nachmittag genehmigten wir uns auf dem Hauptplatz noch ein Bier bevor wir dann zum Abendessen zum selben Restaurant des Vorabend gingen, um Andrés Geburtstag mit einem feinen Steakessen vorzufeiern. An dem Abend wurde ordentlich Rotwein getrunken, den letzten tranken wir um 0.30 Uhr im Hotel.

16.02. heute waren wir alle ein wenig angeschlagen, lag es etwa am Weinkonsum? Nun ja, wir mußten weiter. Unsere Fahrt ging durch eine sehr schöne Landschaft mit vielen Kakteen, bunten Felsformationen, parallel zum bekannten Zugstrecke des Tren a las Nubes in einer Höhe von über 4000 Metern. Auf dem Weg trafen wir 2 Deutsche aus Fürth, die mit ihrem Wohnmobil in Richtung Norden unterwegs waren. Nach einem längeren Informationsaustausch ging es weiter nach San Antonio de los Cobres, ein Kaff, in dem nicht viel los ist und das uns nur als Übernachtungsort dienen sollte. Wir gingen ein wenig durch den Ort, tranken einen Kaffee, nach dem Abendessen gingen wir gleich ins Bett, da wir wegen einer Erkältung Beide etwas angeschlagen waren. 

17.02. nach einem eher kargen Frühstück (in Argentinien gibt es Brot, Butter, Marmelade) fuhren wir in Richtung chilenische Grenze, aber erst einmal ging es über eine üble Schotter-/Wellblechpiste zum 212 km² großen Salzwüste, im Vergleich zum Salar de Uyuni eher eine kleine Fläche, aber dafür beeindruckend, da wir hier dank der Trockenheit die Salzfläche ohne einem Wasserspiegel sehen konnten. Jetzt hieß es, sich auf den Grenzübertritt vorzubereiten. Als wir dort ankamen, stand bereits eine Menschentraube vor dem Zoll, eine Busladung Touris wartete darauf, einen Stempel in den Paß zu bekommen. Der Busfahrer meinte, daß alle Passagiere seines Busses vor uns an der Reihe wären, da hat er sich jedoch geschnitten, wir gaben nicht nach und waren dann auch irgendwann einmal am Schalter. Das übliche Prozedere begann, jedoch ging es dann relativ zügig. Zu guter Letzt durften wir den Bus beim Zoll wieder vorführen und alle unsere Gepäckstücke zur Kontrolle aus dem Bus herausräumen. Der Zöllner war jedoch nicht besonders motiviert und schaute auch nur kurz in den Bus, so daß wir alles recht schnell wieder einräumen durften. Nervig ist es trotzdem. Chile empfing uns mit seiner schneebedeckten vulkanischen Kette, der Cordón de Puntas Negras. Wir fuhren an schönen Lagungen vorbei, hier sahen wir jedoch keine Flamingos, sie waren gerade alle ausgeflogen, vielleicht haben wir sie in Bolivien gesehen... Gegen Nachmittag kamen wir in die Oase San Pedro de Atacama an, ein Ort innerhalb der Atacama-Wüste, einer der trockensten und einsamsten Landschaften der Erde. Wir fanden im 2. Anlauf ein Quartier, wir konnten dort campen, Diana und André bekamen ein Zimmer. Nachdem wir uns häuslich niedergelassen haben, gingen wir los, um den Ort auszukundschaften, in erster Linie wollten wir uns jedoch erkundigen, was wir hier in der Gegend besichtigen können. Wir erfuhren, daß wir mit unserem eigenen Bus nicht in das Valle de Luna fahren können, dies geht nur noch mit geführter Tour. Also buchten wir für den nächsten Tag diese Tour, es geht halt nicht anders. Wir liefen noch durch die staubtrockenen Straßen, jedes Auto dort wirbelte eine ordentliche Ladung Staub auf. Hier lohnt es sich wohl nicht, das Haus zu lüften, ohne gleich wieder mit dem Staubwedel durch die Bude zu gehen. Sonst ist das Örtchen sehr touristisch, aber mit seinen vielen Cafés und Restaurants recht ansprechend. Mit einer Ceviche ließen wir den Tag ausklingen.

 

18.02. Morgens gingen wir erst einmal frühstücken, wir fanden eine Baguetterie, wo wir sehr leckere Croissants und Baguettes bekamen, hier merkten wir dann auch, daß Chile kein Schnäppchenland ist. Alles ist im Vergleich zu allen anderen Ländern in Mittel- und Südamerika, die wir bisher besucht hatten, doch erheblich teurer. Wir kauften noch ein paar Zutaten auf dem Markt für unseren Salat und gingen noch ein wenig durch den Ort, die Größe ist recht überschaubar. Um 16 Uhr ging dann die Tour los, es fanden sich noch ein paar Mitreisende aus Chile und vor allen Dingen Deutschland ein. Es ging mit dem Bus die 17 km zur Wüstenlandschaft Valle de la Luna (Tal des Mondes), eine bizarre Landschaft mit meterhohen Dünen. Das Tal gehört zur Cordillera de la Sal, der Name leitet sich davon ab, daß seine Gesteine eine große Menge Calciumsulfat enthalten, wodurch sie aussehen, als ob sie mit Salz überzogen wären.

 

Die vegetationsarme Gegend erinnert an die Oberfläche des Mondes, daher kommt auch der Name. Wir liefen in der trockenen Hitze hinauf zum Aussichtspunkt, von dem man einen genialen Rundumblick auf die faszinierende Landschaft hatte. Viele weitere Tourigruppen folgten uns, tja, hier ist schon einiges los. Anschließend fuhren wir zum Valle de la Muerte (Todestal), wo wir wieder mit vielen anderen Touris auf den Sonnenuntergang über den rosafarbenen Felsspitzen warteten. Ein schönes  Spektakel und als die Sonne untergegangen war, wurde es auch gleich recht frisch. Also ab in den Bus und zurück nach San Pedro, wo wir noch ein Häppchen essen gingen. 

San Pedro de Atacama

Valle de la Luna/Valle de la Muerte

19.02. morgens gingen wir noch einmal zum Franzosen frühstücken, um dann mit Croissants gestärkt die Fahrt nach Antofagasta zu starten. Durch eine recht öde Landschaft fuhren wir Stund um Stund, um dann den Wendekreis des Steinbocks zu überqueren. In Antofagasta wohnten wir mangels Campingplätzen im Hotel, 7 km vom Stadtzentrum entfernt. Zuerst fuhren wir noch weiter nördlich zum 43 m hohen Felsbogen La Portada, der von Küstenfelsen, die auch durch die Erosion der Meere entstanden sind, umgeben ist. Dort aßen wir noch unser Brot, bevor es zurück zum Hotel ging. Wir spazierten noch ein wenig an der Strandpromenade entlang, als wir spontan beschlossen, mit dem Taxi nach Antofagasta Zentrum zu fahren. Dort gibt es nicht ganz so viel zu sehen. Wir schlenderten ein wenig durch die Straßen und aßen zum Abschluß noch eine Ceviche in einem "Biergarten", von dem wir einen schönen Blick auf die Stadt und den Pazifik hatten. 

 

20.02. unserer heutige Strecke führte uns über eine gut zu fahrende Autobahn zum Nationalpark Pan de Azúcar. Zwischendurch hielten wir an der Mano del Desierto an, eine Hand, die wie es scheint, mitten aus der Atacamawüste hinausragt. Die 11 m hohe Skulptur wurde von Mario Irarrázabal als Mahnmal aufgestellt, um darauf hinzuweisen, mit den Umweltsünden aufzuhören, damit die Erden nicht überall zu einer Wüste wird. 

 

Im Nationalpark fuhren zu einem Campingplatz, wo wir mit Blick auf den Pazifik unseren Bus abstellen konnten. Da die Hütten alle belegt waren, beschlossen wir, Diana und André in unser Zelt zu stecken. So kam dies wenigstens auch einmal zum  Einsatz. Nachdem wir uns häuslich niedergelassen und einen Kaffee getrunken haben, gingen wir am Strand entlang und fühlten die Wassertemperatur... deutlich kälter als Badewannentemperatur. Weiter ging es um die Felsen herum zum benachbarten Ort Caleta, wo wir uns in eines der Fischrestaurants setzten. Von der Terrasse dort konnten wir wunderbar die vielen Pelikane beobachten. Ein Schauspiel, wie sie sich für ihr Abendessen in die Fluten stürzten, um  danach auf den Felsen zu trocknen und sich zu putzen. Zum Abendessen gab es einen leckeren Fisch, danach tranken wir noch 1, 2 Flaschen Bier und Wein. Wir beobachteten einen sternenklaren Himmel bis der Vollmond hinter einem Felsen recht schnell hervorkam. Ein schöner und zudem noch recht milder Abend. Ab ins Zelt und in den Bus....

21.02. wir fuhren nach La Serena, unserem nächsten Stop an der Pazifikküste. Im 3. Hostal vor Ort hatten wir Glück und bekamen 2 Zimmer, die winzig waren, aber den Vorteil hatten, daß wir den Bus im Hof in der Nachbarschaft abstellen konnten. Wieder stellten wir fest, daß Chile teurer als alle anderen Länder in Mittel- und Südamerika ist. Wir verschafften uns einen Überblick, indem wir in die Stadt gingen. Viel gibt es hier auch wieder nicht zu sehen, so setzten wir uns auf die Plaza, um einen arg verdünnten Fruchtsaft zu trinken. Die schmecken hier leider alle nur sehr wässrig. Chile ist auch nicht bekannt für das Obst, sondern Rotwein und Steak, dies testeten wir dann abends im Restaurant Casona 900 aus. Ein Riesenfleischberg + 2 Flaschen Rotwein hieß es zu vertilgen, den Wein haben wir geschafft,  Fleisch/Wurst/Hähnchen nicht ganz.

 

22.02. nach einem späten Frühstück im Ort erkundeten wir La Serena, ganz nett, aber nicht viel zu sehen. Anschließend gingen wir zum sehr breiten und langen Strand, sehr sauber, die Wellen laden eher zum Wellenreiten als zum Schwimmen ein. Für den Nachmittagskaffee holten wir uns noch Kuchen und machten es uns im Garten des Hostals bei einem Käffchen gemütlich. So vertrödelten wir den Tag.

23.02. nachdem wir heute selber Frühstück gemacht haben ging es in die Schnaps-, in die Pisco-Gegend. Wir fuhren nach Vicuna wo wir in einem Hostal übernachten wollten, die ebenfalls mehrere Teleskope auf dem Gelände aufgebaut haben und wo wir uns die Sterne anschauen wollten. Leider war hier nichts mehr frei... so gingen wir zur Touri-Info, wo wir weitere Adressen bekamen. Wir einigten uns auf die Beobachtung der Sonne, dieses Angebot war jedoch so teuer, daß es uns das nicht wert war. Hierzu muß gesagt werden, daß sich in Vicuna aufgrund der meist sehr klaren Tage und Nächte mehrere astronomische Observatorien befinden. Nun ja, so haben wir uns also alternativ für eine Pisco-Verkostung bei der Aba Pisquera entschieden. Nach einer kurzen Besichtigung der Destillerie bekamen wir 2 kleine Becherchen mit Pisco-Mixgetränken. Wir kauften ein paar Flaschen und fuhren weiter nach Pisco Elqui, wo wir uns eine 4er-Hütte mieteten. Die Anlage war ganz nett gelegen, mit Küche, großem Bad und sogar einem großen Schwimmbad. Die Temperatur lag so bei 30 Grad. Da wir erst um 15 Uhr einziehen konnten, gingen wir erst einmal im Dorf einen Kaffee trinken. Am späteren Nachmittag mußten wir natürlich auch noch einen Pisco-Sour in einem netten Gartenlokal probieren. Da wir ja heute eine vollausgestattete Küche hatten, beschlossen wir, daß es heute Spaghetti gibt. Die Männer zogen für einen weiteren Pisco weiter zur hier ansässigen Destillerie, um sich dort noch einen zu genehmigen, wir Frauen gingen einkaufen und dann wurde gekocht. Jürgen und André hatten noch eine Flasche Pisco gekauft, die wir dann als Absacker nach dem Abendessen probierten.

24.02. vor dem Frühstück erst einmal Bahnen im Schwimmbad gezogen, herrlich. Heute fuhren wir erst einmal durch das schöne Elqui-Tal weiter in Richtung Argentinien. Eine tolle Strecke lag vor uns. Es ging durch die Anden über den 4780 Meter hohen Paß Agua Negra, dem höchstgelegenen Grenzübergang zwischen Chile und Argentinien. Wir fuhren an einer herrlichen Lagune vorbei, die von in allen Farben leuchtenden Felsformationen umgeben war. Weiter ging es teilweise über Asphalt, aber auch gut zu fahrenden Schotterpisten zum höchsten Punkt, wo ein ordentlicher, frischer Wind wehte. An Schneefeldern vorbei ging die Fahrt weiter, im Hintergrund sah man teilweise die Gletscher, ein tolles Schauspiel, die Fahrt war dadurch sehr kurzweilig. Die Grenzformalitäten auf chilenischer als auch argentinischer Seite waren dieses Mal sehr entspannt. Wir durften sogar unsere Lebensmittel alle nach Argentinien mitnehmen, das Obst hatten wir allerdings vorher schon gegessen. Unser heutiges Ziel waren ein paar Cabanas in Las Flores, wo wir jedoch niemanden antrafen, so suchten wir uns einen Campingplatz heraus, der ein paar Kilometer weiter im Nirgendwo lag. Dort konnten wir den Bus abstellen und das Zelt aufbauen, abends gab es noch eine Pizza zu essen. 

25.02. über die schöne Straße 149 wollten wir heute unsere Fahrt nach Mendoza fortsetzen. Nachdem wir in der Sonne unser Pumpernickel gefrühstückt, den Bus aufgeräumt und das Zelt wieder verstaut hatten, ging die Fahrt los. Die Strecke war landschaftlich sehr schön, konnte nur noch besser werden. Da, plötzlich, zeigte der Bus Druckverlust am linken hinteren Reifen an. Also rechts rangefahren und dann hörten wir es schon zischen.... da hat der Reifen wohl die Schotterpiste doch nicht so gut weggesteckt. Somit hieß es Reifen wechseln und so bald wie möglich den kaputten Reifen flicken lassen. Somit haben wir unsere Route dann spontan geändert und sind zum nächstgroßen Ort San Juan gefahren, wo der Reifen in einer kleinen Bude repariert wurde. Dies dauerte natürlich wieder ein Weilchen, so daß wir heute über die gut ausgebaute Ruta 40 nach Mendoza weiterfuhren, wo wir eigentlich erst am nächsten Tag hinfahren wollten. Aber ok, wir haben ja nichts reserviert und somit alle Freiheiten der Welt. In Mendoza selbst fanden wir ein günstiges Hostal, den Bus konnten wir davor auf der Straße parken. Die nächste Aktion war, eine Weinverkostungstour für den  nächsten Tag zu buchen und Geld vom Geldautomaten zu holen, hier gab es dann wieder genau Pesos für umgerechnet € 100,-. Zum Glück konnten wir dann das Abendessen und das Hostal mit Karte zahlen, denn € 100,- sind hier im nicht ganz so preiswerten Argentinien auch schnell ausgegeben. 

26.02. am Morgen gingen wir erst einmal zur Bäckerei "Die Oma", wo wir Körnerbrot und leckere Teilchen für mittags einkauften. In dem Laden konnte wieder niemand deutsch sprechen, aber es gab z.B. Bienenstich und Apfelstrudel... wir genehmigten uns noch einen Kaffee und gingen langsam zu Hostal zurück. Um 14 Uhr startete unsere Tour, erst einmal wurden alle Touris von einigen Hotels eingesammelt, dann ging die Fahrt zum ersten Weingut Domiciano. Dort bekamen wir eine Führung und Erklärungen zur Weinherstellung, anschließend durften wir 3 Weine probieren, diese waren alle nicht 100 % unser Geschmack, so daß wir dort auch kein Geld ausgeben mußten. Die 2. Anlaufstelle war ein Olivenölhersteller, vor Ort wurde uns ebenfalls der Prozeß zur Herstellung von Olivenöl gezeigt. Anschließend auch hier eine Verkostung. Hier haben wir dann Oliven und Aufstrich gekauft. Jetzt hatten wir eine kleine Grundlage für die nächste Weinprobe. Wir waren uns alle einig, daß man diese "Brühe" nicht trinken kann. So haben wir auch hier nicht den edlen Tropfen für uns entdeckt. 

Zum Abschluß des Tages gingen wir nach der Tour auf Wunsch von André an seinem letzten Abend in Argentinien ein sehr leckeres Steak essen. 

27.02. die Fahrt führte uns heute zuerst über die Ruta 52 durch eine sehr reizvolle Landschaft, es ging in Serpentinen auf Schotterpiste den Berg hinauf, rechts und links der Straße konnten wir Herden von wildlebenden Guanacos, der Stammform des domestizierten Lamas beobachten.  Ein Fuchs kam uns ebenfalls auf der Straße entgegen. Irgendwann ging es den Berg auch wieder hinunter und weiter ging es zur Puente del Inca, ein durch Erosion natürlich gebildeter Felsbogen, der in allen möglichen Farben bunt leuchtet. An der 47 Meter hohen und 28 M breiten Puente entspringt eine heiße schwefelhaltige Quelle, die den Fels rotgelb färbt. Ein nettes Schauspiel, und weiter ging es zum Nationalpark Aconcagua. Dort sahen wir den mit 6961 Metern höchsten Berg Südamerikas, den Anconcagua. Ein imposanter Berg, wir hatten Glück, daß wir ihn bei strahlend blauem Himmel bewundern konnten. Wir nutzten die Gelegenheit, für 200 Pesos pro Person 1 1/2 km weiter in den Park zu fahren. Vom dortigen Parkplatz liefen wir noch ca. 40 Minuten, um näher an den Anconcagua heranzukommen, ein schöner Nachmittagsspaziergang. Weiter ging es zur Grenze, das übliche Prozedere, Päße stempeln, Autoeinfuhr, Fahrzeugkontrolle (hier waren sie dieses Mal genauer, hatten aber bzgl. der Lebensmittel nichts zu bemängeln), es ging relativ schnell. Unser heutiges Ziel war Vina del Mar, ein Vorort von Valparaiso. Nach Valparaiso selber wollten wir nicht fahren, da wir einige Reisewarnungen gelesen haben, daß hier die Reifenschlitzer unterwegs sind... und unsere Reifen sollten - bis auf einige Platten - doch noch bis zum Ende der Tour halten.

Abends waren wir mit Blick auf den Pazifik noch Fisch essen.

28.02. nachdem wir in der blitzblanken B&B-Pension gefrühstückt haben gingen wir zur Metro, mit einem kleinen Abstecher zum Fischmarkt, wo es herrlich frischen Fisch und Riesenmies- und Jakobsmuscheln gab, das macht Appetit auf mehr... Mit der Metrobahn fuhren wir 15 Minuten nach Valparaiso hinein. Am Hafen stiegen wir aus, nach einem Kaffee gingen wir auf Erkundungstour. Die Stadt hat eine großen Hafen, der nach dem Bau des Panamakanals an Bedeutung verloren hat. Trotzdem sieht man einige Containerschiffe, Fischerboote und auch Kreuzfahrtschiffe legen hier an. Valparaiso ist keine schöne Stadt, hat trotzdem Charme. Ehrwürdige Häuser ehemaliger Händlerfamilien sind teilweise verfallen, teils schön restauriert. Baufällige Wellblechhütten reihen sich an herausgeputzten Boutique-Hotels. Mehr als 40 Hügel umsäumen die Hafenstadt, ein kompliziertes System aus Gassen, Gängen und Treppen. Um 15 Uhr startete unsere Free Walking Tour, los ging es mit einer relativ großen Gruppe in Richtung Hafen. Der Guide war sehr gut, hat die Geschichte lebhaft vermittelt. Weiter ging es mit einer der 15 Standseilbahnen  auf den Hügel Cerro Allegra, von hier hatten wir einen tollen Blick auf die Bucht und den Hafen. Wir wurden durch das Gassengewirr geführt, sahen wie in Medellín u.a. viele tolle Wandmalereien. Wenn man hier alleine herumstreunt, muß man wirklich einen guten Orientierungssinn haben, sonst ist man verloren. Vom Cerro Allegra ging es zum Cerro Concepcion, auch hier gab es tolle Häuser und auch die erste evangelische Kirche Lateinamerikas zu bestaunen. Die Tour ging 2 1/2 Stunden, superinteressant und lebhaft. Wir erholten uns bei einem Getränk mit Blick auf den Hafen, bevor es mit der Metro zurückging nach Vina del Mar, wo wir am Strand in einem Fischrestaurant zu Abend aßen.  

01.03. morgens fuhren wir in Vina del Mar zum Museo Fonck, wo eine Moaistatue der Osterinsel steht. Die Geschichte der Osterinseln wird im Museum recht anschaulich erklärt, weiterhin war die Insektenausstellung auch noch interessant. Auf dem Weg nach Santiago schauten wir uns noch die Blumenuhr an, recht nett, aber kein Muß. Um Valparaiso herum fuhren wir weiter nach Santiago, nach ca. 3 Stunden Fahrt kamen wir an dem Flughafenhotel in Santiago an. Eingecheckt, Kaffee getrunken, danach fuhren wir mit dem Taxi ca. 40 Minuten in der Rushhour in die Stadt rein. Wir ließen uns am Plaza de Armas absetzen und schlenderten etwas planlos durch die Gegend. Bei 31 Grad im Schatten muß man sich ja auch nicht abhetzen. Ein Eis war dann auch noch fällig, zum Abend hin suchten wir uns ein Restaurant. Mit dem Ubertaxi ging es dann für den halben Preis zurück zum Hotel. Wir tranken mit Diana und André einen letzten Abschiedspisco am Bus, denn die Beiden werden übermorgen nach Hause fliegen. Nach 1 oder 2 weiteren Getränken am Pool ging es ins Bett. 

 

02.03. morgens erst einmal Büroarbeit erledigt, Blog geschrieben, Fotos auf der Festplatte gesichtert usw. Um 11 Uhr ließen wir uns mit dem Taxi zur Standseilbahn bringen, die uns auf den Gipfel des Cerros San Cristóbal fuhr. Wir mußten uns in einer recht langen Schlange anstellen, gut es war Samstag !! Von oben hatte man, zu Füßen der Statue der Jungfrau Maria einen guten Blick auf die 5,7 Millionen Einwohner starke Hauptstadt Chiles. Leider liegt eine Smogwolke über der Stadt, so daß man die Andengipfel teilweise nur schemenhaft sah. Zur Erfrischung holten wir uns die für hier typische "Mote con Huesillos", hieß Zuckerwasser mit Pfirsichen und Weizengraupen. Nun ja, es gib besseres, aber man muß alles einmal probiert haben. Wir fuhren wieder mit der Bahn hinunter und trennten uns von Diana und André, die ihren Urlaub ausklingen lassen wollten und wir gingen zu unserer Freewalking Tour. Vor dem Museum Bellas Artes stand schon wieder eine riesige Menschentraube. Wir wurden in 3 Gruppen aufgeteilt, als Aufwärmübung sollte sich jeder vorstellen, Name, wo komme ich her, welchen Ort in Südamerika fand ich am besten. Die Leute kamen aus allen möglichen Ländern... mit ca. 20 Leuten zogen wir mit unserem Guide Carlos durch die Stadt. Wir hatten wieder eine sehr interessante Führung und erfuhren einiges über Land und Leute, Geschichte und Politik Chiles/Santiagos. Nach 2 1/2 Stunden Tour bei 31 Grad reichte es dann auch und wir trafen uns mit Diana und André, um zusammen mit dem Taxi zurück zum Hotel zu fahren. Abends aßen wir im Hotel und tranken die Flasche Rotwein, die André von uns zum Geburtstag  bekommen hat. Dies war der letzte gemeinsame Abend von insgesamt schönen, ereignisreichen 7 Wochen. Wir verabschiedeten uns und es ging ab ins Bett.